Unternehmen Barbarossa
Der Kampf um die Ölquellen im Kaukasus
Nach der Niederlage bei Moskau sieht Hitler ein, dass der "Weltblitzkrieg" gescheitert ist. Nun sollen Rohstoffe für die Wehrmacht gesichert und sowjetischer Nachschub unterbunden werden.
Aufgrund der Niederlage bei Moskau kommt es zu einer Entlassungswelle im Oberkommando der Wehrmacht - Hitler übernimmt nun selbst den Oberbefehl über das Heer. Die Rote Armee verfügt mittlerweile über gewaltige Kräfte, denen allerdings eine entscheidende Schwächung der Wehrmacht noch nicht gelingt. Die Schlammzeit im Frühjahr 1942 führt zu einer relativen Ruhe an der Front, da sämtliche motorisierten Kräfte stillstehen. Nach Hitlers Überlegungen kann eine defensive Strategie nicht zu dem gewünschten Erfolg führen - einzig und allein eine weitere Offensive würde die Kräfte der Roten Armee weiter schwächen können. Seine nächsten Schritte gründen auf politischen und ökonomischen Überlegungen: Die Versorgung von Rohstoffreserven der motorisierten Einheiten soll mithilfe der Ölfelder im Kaukasus gesichert werden und gleichzeitig soll der sowjetische Nachschub über die Wolga mit der Einnahme von Stalingrad unterbunden werden.
Kampf um die Ölquellen
Nachdem 1941 die Krim bis auf die Halbinsel Kertsch und das Belagerungsgebiet um Sewastopol der Wehrmacht in die Hände fiel, sollt 1942 der restliche Raum als Vorbereitung der Offensive (Fall Blau) in Richtung Kaukasus in Besitz genommen werden. Vorbedingung für die Operation ist die Rückeroberung der Halbinsel Kertsch - vom 15. bis zum 21. Mai finden die Kämpfe zugunsten der Wehrmacht ihr Ende.
Spaltung der Heeresgruppe Süd
Am 21. Juli überquert die Wehrmacht den Fluss Don, wodurch die ersten Schritte für den Vormarsch der 6. Armee auf Stalingrad eingeleitet werden. Hierfür wird von Hitler die Heeresgruppe Süd in die Heeresgruppen A und B aufgeteilt. Die Aufgabe der neu geschaffenen Heeresgruppe A liegt im Vormarsch auf den Kaukasus, während die Heeresgruppe B in Richtung Stalingrad vorstößt, um die Wolga zu kontrollieren. Über diese Flussverbindung beliefern die USA die Sowjetunion auf Grundlage des Leih- und Pachtgesetzes seit einigen Monaten mit dringend benötigten Kriegmaterial.
Kaukasus
Die unter dem Decknamen "Fall Blau" durchgeführte erste Phase der deutschen Sommeroffensive beginnt am 28. Juni 1942. Nahezu überall wurde vorher die Rote Armee aus den Gebieten vor dem Kaukasus abgezogen, da Stalin die deutsche Sommeroffensive bei Moskau erwartet – knapp die Hälfte der sowjetischen Streitkräfte werden dort zur Verteidigung versammelt. Aufgrund dieser günstigen Bedingungen liefen die Operationen, die den Raumgewinn im Kaukasus betreffen, innerhalb weniger Wochen ab. Allerdings können diese vorgeschobenen Operationsposten aufgrund des Nachschubmangels, der extremen Ausdünnung des deutschen Frontverlaufes und wegen der Verlagerung der Roten Armee nicht dauerhaft gehalten werden. Währenddessen startet die Heeresgruppe B ihre Offensive auf Stalingrad.