Auf Schloss Homburg
Wohnung des letzten deutschen Kaisers wird renoviert
Der letzte deutsche Kaiser Wilhelm II. residierte auch in Bad Homburg. Die Wohnung im Schloss ist die bundesweit letzte, die im Originalzustand erhalten ist. Derzeit wird sie aufwendig renoviert.
Die Kaiserwohnung im Bad Homburger Schloss wird noch einige Jahre Baustelle sein. Derzeit sind die Möbel beiseitegeräumt, in einigen Räumen wurden Stahlkonstruktionen eingezogen. Sie sollen die Decken stabilisieren, damit der Putz nicht herunterfällt. Frühestens 2015 kann der letzte Bauabschnitt in Angriff genommen werden, die Renovierung der Wohnräume des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. und Kaiserin Auguste Victoria. Das war ohnehin längst fällig, denn seit rund 100 Jahren war an der Einrichtung nichts verändert worden. Polster und Gardinen sind mittlerweile verschlissen, auf dem Stuck liegt eine dicke Staubschicht.
Ende der Baumaßnahmen spätestens 2017?
Karl Weber, Direktor der Verwaltung Staatlicher Schlösser und Gärten Hessen, hofft, die renovierten Räume noch vor seiner Pensionierung 2017 wiedereröffnen zu können. Die statische Sanierung des sogenannten Königsflügels solle im nächsten Jahr in Angriff genommen werden, sagte Weber am Donnerstag. Dafür seien 1,6 Millionen Euro im Landeshaushalt veranschlagt, der in der nächsten Woche vom Landtag beschlossen werden soll. Danach werden die Heizungs- und Sanitäranlagen saniert.
Das rund 300 Jahre alte Gebäude war bis 1918 Sommerresidenz der preußischen Könige und deutschen Kaiser, es beherbergt die einzige original erhaltene Wohnung der kaiserlichen Familie in Deutschland. Darin befindet sich auch ein Telefonschrank mit dem "heißen" Draht nach Berlin. Im vergangenen Jahr waren die Räume für das Publikum geschlossen worden, nachdem gravierende statische Probleme entdeckt wurden - Folgen mehrerer Umbauten und früherer unsachgemäßer Sanierungen. Decken und Wände wiesen wachsende Risse auf.