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"Columbia"-Katastrophe Der Anfang vom Ende der Space Shuttles

Am 1. Februar 2003 gab es zum zweiten Mal in der Geschichte der Space Shuttles ein tödliches Unglück. Die "Columbia"-Katastrophe führte zum schnellen Ende dieser Raumfahrt-Technologie.

Der Himmel über dem US-Bundesstaat Texas war strahlend blau am Morgen des 1. Februar 2003, als plötzlich ein greller Feuerball aufleuchtete. Das Space Shuttle "Columbia" zerbarst mit sieben Astronauten an Bord in den äußeren Schichten der Erdatmosphäre. Die zweite große Katastrophe der US-Raumfahrt nach der Explosion der "Challenger" im Januar 1986 leitete damals das Ende des Shuttle-Programms ein. Zum zehnten Jahrestag finden am Freitag an mehreren Orten in den USA Gedenkveranstaltungen für die Opfer statt.

Die Familien der "Columbia"-Astronauten warteten an jenem Februarmorgen am Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida auf die Rückkehr ihrer Liebsten. Als gegen 9.00 Uhr eigentlich die Gongschläge erwartet wurden, die sonst die unmittelbar bevorstehende Landung eines Raumschiffes ankündigten, regnete es bereits weiß glühende Metallstücke auf Teile von Texas und Louisiana.

Dem Bericht einer Untersuchungskommission zufolge hatte sich kurz nach dem Start der "Columbia" eine Schaumstoffisolierung vom Treibstofftank gelöst und ein Loch in den linken Seitenflügel gerissen. Beim Wiedereintritt in die Atmosphäre gut zwei Wochen später gelangten dann extrem heiße Gase in das Space Shuttle und zerfetzten das Gefährt. Die Besatzung der "Columbia" - fünf US-Astronauten, eine Inderin und ein Israeli - hatte keine Chance.

Der Untersuchungsbericht listete eine ganze Reihe von Versäumnissen der NASA auf. Während der Mission hatten hochrangige Mitarbeiter der US-Weltraumbehörde die Warnungen von Ingenieuren hinsichtlich der beim Start erlittenen Schäden ignoriert. Die Technikexperten hatten verlangt, die Raumfähre vor ihrer Rückkehr zur Erde noch einmal genau unter die Lupe zu nehmen.

Die Panne wiederholte sich

An der Untersuchung der Unglücksmission STS-107 beteiligt war damals der Raumfahrtexperte John Logsdon. Nach der Katastrophe habe die Regierung des damaligen Präsidenten George W. Bush beschlossen, das Shuttle-Programm zu beenden, erinnert er sich. Die drei verbliebenen Raumschiffe "Endeavour", "Discovery" und "Atlantis" sollten nur noch bis 2011 ins All fliegen, um die mit den Partnerländern geschlossenen Verträge zum Bau der Internationalen Raumstation ISS zu erfüllen.

Das Aus für die Space Shuttles wäre fast noch früher gekommen, sagt Logsdon. Als die "Discovery" 2005 als erste Raumfähre nach dem "Columbia"-Unglück ins All flog, löste sich wieder Isolierschaum vom Tank, richtete diesmal aber keinen Schaden an. Erneut musste die Shuttle-Flotte der USA für fast ein Jahr am Boden bleiben. Bush sei damals kurz davor gewesen, die Reißleine zu ziehen, erzählt Logsdon.

Dabei waren die Space Shuttles einst der Stolz der Nation. Als US-Präsident Richard Nixon 1972 die Entwicklung eines wiederverwendbaren Raumfahrzeugs in Auftrag gab, war der Hauptgedanke, die Kosten für Reisen ins All zu senken. Außerdem hoffte die NASA auf einen flexibel einsetzbaren Raumtransporter, mit dem irgendwann sogar Missionen im Wochentakt möglich sein würden.

Shuttles waren ein "Fehler der Politik"

Doch schon bald nachdem die "Columbia" im April 1981 als erstes Shuttle ins All geflogen war, zeigte sich, dass die neuen Raumschiffe die Versprechen nicht einlösen würden. "Es war ein Fehler der Politik, die Raumfähren nicht schon damals zu ersetzen", sagt Logsdon. Die fehleranfälligen Shuttles hätten die US-Raumfahrt in den vergangenen 30 Jahren auf erdnahe Umlaufbahnen beschränkt.

Die ausgemusterten Space Shuttles "Atlantis", "Discovery" und "Endeavour" sowie der Prototyp "Enterprise", der nie ins All flog, erinnern mittlerweile als Museumsstücke an das Zeitalter der Raumfähren. Präsident Barack Obama setzt in der Raumfahrt nun auf eine Zusammenarbeit mit privaten Unternehmen wie SpaceX, das bereits einen eigenen unbemannten Raumtransporter zur ISS geschickt hat. Für bemannte Flüge sind die USA vorerst auf russische "Sojus"-Kapseln angewiesen. Die neue US-Raumkapsel "Orion" dürfte erst in mehreren Jahren einsatzbereit sein.

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