Zurück zu den Wurzeln
Kaliningrad soll in Königsberg zurückbenannt werden
Die ehemalige ostpreußische Haupstadt entdeckt seine Wurzeln. Russische Politiker befürworten eine Rückbennenung von Kaliningrad in Königsberg. Kritiker befürchten eine "Germanisierung Russlands".
Königsberg statt Kaliningrad: Russische Lokalpolitiker haben einen neuen Anlauf unternommen, der einstigen deutsche Stadt im Baltikum ihren alten Namen zurück zu geben. "Der 300. Geburtstag des Philosophen Immanuel Kant, des berühmtesten Bürgers von Königsberg, im Jahr 2024 wäre ein geeigneter Anlass", sagte der Abgeordnete Solomon Ginsburg der Tageszeitung "Nesawissimaja Gaseta" (Mittwoch). Einer möglichen Umbenennung der russischen Ostsee-Exklave Kaliningrad sollten aber eine intensive Diskussion und auch ein Referendum vorangehen, sagte der Historiker.
70. Jahrestag des Kriegsendes soll abgewartet werden
"Wir respektieren die Gefühle der Kriegsveteranen und wollen zunächst auf jeden Fall das sensible Datum 2015 abwarten, den 70. Jahrestag des Kriegsendes", sagte Ginsburg. Kritiker der Initiative befürchten dagegen eine "Germanisierung Russlands".
Das Gebiet Königsberg war nach Ende des Zweiten Weltkriegs der Sowjetunion zugeschlagen und nach dem nominellen ersten sowjetischen Staatsoberhaupt Michail Kalinin benannt worden. Derzeit läuft in Russland auch eine Debatte zur möglichen Rückbenennung der Stadt Wolgograd in Stalingrad.