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Auf den Spuren der Gallier Das antike Paris hütet einige Geheimnisse

Wo lag das Zentrum von Lutetia - dem antiken Paris? Historiker streiten darüber. Nun beginnt die Suche nach den gallischen Wurzeln auf der Seine-Insel Ile de la Cité. Doch die Zeit drängt.

Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit: Nur wenige Wochen bleiben einem kleinen Team von Archäologen, um vielleicht eines der größten Geheimnisse von Paris zu lüften. Mitten im Zentrum der französischen Hauptstadt, in einer kleinen Baulücke auf der Seine-Insel Ile de la Cité, graben sich die Forscher immer tiefer in den Boden hinein. Dort soll spätestens ab September eine Empfangshalle der Polizeipräfektur entstehen, und bis dahin wollen die Archäologen möglichst viel über die Entstehung von Paris erfahren - und womöglich Beweise für eine Siedlung aus vorrömischer Zeit finden.

Schon Julius Cäsar schrieb über die antike Stadt

Der römische Feldherr Caesar hatte 53 vor Christus erstmals den Ort Lutetia in seinen Schriften erwähnt - den antiken Namen von Paris. Er beschrieb diesen Hauptort des Stammes der Parisii als auf einer Insel gelegen. Lange war die Wissenschaft daher davon ausgegangen, dass die im Herzen von Paris gelegene Ile de la Cité damit gemeint war, auf der auch die berühmte Kathedrale Notre-Dame steht. Doch bedeutende Überreste einer gallischen Siedlung aus vorrömischer Zeit wurden dort bisher nicht gefunden.

Manche Archäologen sind daher seit wenigen Jahren der Ansicht, dass der Hauptort der Parisii weiter flussabwärts lag, in einer Seine-Schleife bei Nanterre. Erst später, nach der Ankunft der Römer, habe sich das heutige Paris rund um die Seine-Insel und den Hügel Sainte-Geneviève am linken Seine-Ufer entwickelt, um den herum römische Thermen und Amphitheater ausgegraben wurden.

"Zusammen mit dem Hügel Sainte-Geneviève ist die Ile de la Cité einer der delikatesten Punkte des archäologischen Lutetia", denn dort hätten sich die ersten Bewohner niedergelassen, berichtet Grabungsleiter Xavier Peixoto. Der renommierte Experte für die Archäologie von Paris konnte mit seinem kleinen Team seit Beginn der Bauarbeiten Mitte April auf der Seine-Insel bereits mittelalterliche Kirchenfundamente, einen Grabstein aus dem 16. Jahrhundert sowie Grabstätten und Skelette freilegen.

Die Seine-Insel hat eine lange Geschichte

Inzwischen sind die Archäologen bis zu einer Erdschicht vorgestoßen, die auf das zweite Jahrhundert nach Christus datiert wird. In ihren Eimern förderten sie Tonscherben mit Engelsdekorationen und einen Schweinekiefer von einer "gallisch-römischen Mülldeponie" ans Tageslicht. Bisher noch nicht untersucht wurde der Grund eines Brunnens, dessen Bodenschichten auf den Beginn unserer Zeitrechnung zurückgehen.

"Wir werden uns bemühen, so tief wie möglich vorzudringen, um zu versuchen, die Entstehung der Insel aufzuklären", sagt Peixoto. Nach seinen Worten gab es die Sandbank in der Seine schon gegen 3000 vor Christus. Auf einem nahe gelegenen Parkplatz wurden sogar gallische Keramikstücke aus der Zeit um 400 vor Christus gefunden. Doch schon zu Beginn der gallisch-römischen Epoche ab etwa 50 vor Christus gab es Handwerker und Händler auf der Insel, was mit dem Flusshafen zusammenhing. Ob es vor dieser Zeit schon eine befestigte gallische Siedlung dort gab, ist hingegen unklar.

Das Hauptziel der Grabungen neben der Polizeipräfektur ist wie bei allen Grabungen im Stadtzentrum von Paris, "die genaue Chronologie der Entstehung der Stadt und der gallischen Siedlung zu bestimmen", wie Peixoto erläutert. Die nur 300 Quadratmeter große Baustelle auf der dicht bebauten Seine-Insel, wo archäologische Grabungen nur selten möglich sind, ist für die Öffentlichkeit an diesem Wochenende zugänglich.

Peixoto dämpft allerdings die Hoffnungen, dass aus dem Erdreich dort Sensationen zutage gefördert werden könnten: Der wahre archäologische Schatz von Paris, das seien die vielen Indizien und Fundstücke, die es auszuwerten gelte - nicht so sehr "die eine große Entdeckung, die ins Auge sticht".

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