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Deutsches Afrikakorps Mit einem Trick "vervielfachte" Rommel seine Panzer

Im Februar 1941 trafen deutsche Truppen auf dem Kriegsschauplatz Nordafrika ein. Um Stärke zu demonstrieren, griff Panzergeneral Erwin Rommel zu einem billigen Trick. 

Mehr scheinen als sein: Das kann ziemlich riskant sein. Oder die einzige Chance, die man überhaupt hat. Mitte Februar 1941 waren die deutschen Verbände in Libyen von bedrückender Schwäche: Erst ein paar Dutzend Panzer waren eingetroffen, darunter nur wenige des modernen Typs III, obwohl Hitler eigentlich befohlen hatte, gerade sie in die Wüste zu schicken.

Der zeitgleich ernannte Kommandeur der Truppe, der schwäbische Panzergeneral Erwin Rommel, musste unbedingt verhindern, dass seinen britischen Gegnern bekannt wurde, wie hilflos seine Einheiten vorerst noch waren. Also griff er, wie schon als Befehlshaber der 7. Panzerdivision während des Feldzuges in Nordfrankreich, auf einen Trick zurück.

Mit großem Brimborium ließ Rommel eine Parade durch die Straßen von Tripolis inszenieren, mit der er sich offiziell seinem italienischen Vorgesetzten Generalgouverneur Italo Gariboldi vorstellte. Dabei fuhr jeder seiner Panzer drei- bis viermal nacheinander an der Ehrentribüne vorbei. Manche Zeitzeugen erinnerten sich, man habe sogar das Äußere der Kettenfahrzeuge jeweils leicht verändert, damit die Täuschung nicht auffliege.

Ob das stimmt, ist unklar. Jedenfalls meldeten Sympathisanten der britischen Armee, die insgeheim aus der italienischen Kolonialhauptstadt berichteten, nicht, wie sie verladen worden waren. Selbst ein uneingeweihter deutscher Offizier verstand den Trick erst, als er das dritte Mal nacheinander einen Panzer III mit einem sehr seltenen Kettendefekt an sich vorbeirattern sah.

Ein Viertel der Panzer war hoffnungslos veraltet

Offiziell stand Rommel, als das Oberkommando der Wehrmacht am 19. Februar 1941 das Deutsche Afrikakorps gründete, neben einigen Versorgungs- und Pioniereinheiten eigentlich nur der erste Teile der eigens neu aufgestellten 5. leichten Division zur Verfügung; die ebenfalls für Libyen vorgesehene 15. Panzerdivision war gerade erst in Marsch gesetzt worden.

Die wichtigste Einheit des Afrikakorps war alles Mögliche, aber gewiss nicht "leicht". Mit nominell 206 Stück zählte sie deutlich mehr Kettenfahrzeugen als die normale deutsche Panzerdivision des Frühjahrs 1941, deren Zusammensetzung ja gerade nach den Erfahrungen des Frankreich-Feldzuges verändert worden war.

Allerdings handelte es sich bei einem Viertel dieser Fahrzeuge um die hoffnungslos veralteten Panzer I, eigentlich nicht mehr als Übungsgeräte mit zwei Maschinengewehren als Bewaffnung. Der Rest der Division war genauso stark wie eine normale Panzerdivision: gut die Hälfte Panzer III, nicht einmal zwei Dutzend des kampfstärksten Modells Panzer IV, außerdem als Flankenschutz die ebenfalls kaum mehr zeitgemäßen Panzer II.

Hunderte Kilometer waren zuviel für die Panzer

Weil ein Transportschiff auf der Fahrt von Süditalien nach Tripolis versenkt wurde, fehlten der Division zur vollen Stärke sogar noch 13 Panzer. Trotzdem ließ Rommel sofort nach der manipulierten Parade vorrücken: Deutsche Verbände rollten gen Osten nach Sirte und dann bis Ende Februar 1941 weiter bis zur Enge von Mugtaa: Hier lag nicht einmal zweieinhalb Kilometer landeinwärts der Küste der ausgedehnte Salzsee Al-Sakbah al-Kabirah – ein absolut unpassierbares Terrain.

Ohne einen Schuss abgefeuert zu haben, hatte Rommel seine wenigen Panzer 700 Kilometer weit vorrücken lassen. Nur noch eine Stunde Fahrt trennte die Vorausabteilung des Afrikakorps von den britischen Truppen, die rund um das Küstenörtchen al-Agheila ihr Lager aufgeschlagen hatten. Bis dorthin hatten sie die italienische Armee seit Beginn ihrer Offensive im Dezember 1940 zurückgedrängt und damit Mussolinis Invasion Ägyptens in eine Katastrophe verwandelt.

Rommels Täuschung forderte ihren Tribut. Weil die italienischen Kommandeure in Libyen ihren deutschen Verbündeten vielleicht aus Unfähigkeit, vielleicht aber auch aus Unwilligkeit falsche Angaben über die angemessene technische Ausrüstung für den Wüstenkrieg gemacht hatten, zeigte sich schnell: Das schnelle Vorrücken hatte die deutschen Fahrzeuge bereits an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit gebracht.

Größtes Problem: die Luftfilter für die Motoren. Sie erwiesen sich als ungeeignet für den feinen Wüstenstaub. Mit diesen Filtern musste die Aggregate der Panzer schon nach 1000 bis spätestens 1500 Kilometer überholt, vor allem also: gereinigt werden. Das ging aber in vorgeschobener Position nicht oder nur sehr langsam.

Auch die Verpflegung, die von italienischen Nachschubeinheiten geliefert worden war, taugte kaum. Die Folge war ein ungewöhnlich hoher Krankenstand bei den deutschen Einheiten. Doch gelang es Rommel vor allem mit seiner Scharade von Tripolis, seine tatsächliche Schwäche vor den Briten geheim zu halten. Jedenfalls griffen sie nicht an, solange sich die Verbände des Afrikakorps noch sammelten.

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