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"Desert Storm" - der Golfkrieg von 1991 Wie ein Blitzkrieg Arabien endgültig in Chaos stürzte

Vor 25 Jahren begann der Einsatz von Bodentruppen im Golfkrieg: Die USA und ihre Verbündete verjagten nach ein paar Stunden die Iraker aus Kuwait. Doch es war ein bitterer Sieg.

Der Golfkrieg von 1991 bestand lediglich aus 100 Stunden des Bodenkampfes, mit dem die USA die irakische Besetzung Kuwaits beendeten und Diktator Saddam Hussein zur Kapitulation zwangen - doch die Folgen des Konflikts sind im Nahen Osten bis heute zu spüren, die Terrormiliz Islamischer Staat inklusive.

Der Krieg trieb die USA dazu, Militärstützpunkte im Persischen Golf und Saudi-Arabien einzurichten. Damit zogen sich die Amerikaner den Ärger eines aufstrebenden Kämpfers namens Osama bin Laden auf sich und legten das Fundament für das Terrornetzwerk Al-Kaida, aus dem die heute von Washington und anderen Ländern bekämpfte Terrormiliz Islamischer Staat hervorging. Nicht zuletzt führt die Spur des Golfkrieges zu den verheerenden Terroranschlägen auf die Zwillingstürme des World Trade Centers in New York vom 11. September 2001.


Saddam Hussein schlimmer als Adolf Hitler

Der damalige US-Präsident George H.W. Bush dämonisierte Iraks Diktator Saddam Hussein und bezeichnete ihn als schlimmer als Adolf Hitler. Doch Hussein überdauerte Bush an der Macht, bis Bushs Sohn ihn 2003 mit der US-geführten Invasion im Irak zu Fall brachte. Jetzt - 25 Jahre, nachdem die ersten US-Marines über die Grenze nach Kuwait stürmten - kämpfen die USA mit Luftangriffen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat in den von den Extremisten eroberten Gebieten in Syrien und dem Irak.

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Der IS entsprang Al-Kaida. Die arabischen US-Verbündeten von einst haben heutzutage mit Konflikten im eigenen Land oder außerhalb zu kämpfen. Und der schiitische Iran, wirtschaftlich erstarkt durch den Atomdeal mit Weltmächten, strebt als großer Gegenspieler des sunnitischen Saudi-Arabien nach größerer regionaler Macht.

Die Büchse der Pandora geöffnet

Unterm Strich gesehen finden sich die USA nun in einer Gemengelage wieder, die sie 1991 eigentlich zu vermeiden hofften. "Wenn wir ganz Irak erobert hätten, wären wir wie der Dinosaurier in der Teergrube - wir wären immer noch dort, und wir - nicht die UN - hätten die Kosten der Besatzung zu tragen", schrieb US-General Norman Schwarzkopf in seinen Memoiren. Er hatte 1991 den Einsatz namens "Desert Storm" befehligt.

 

Irak war am 2. August 1990 in Kuwait einmarschiert - nicht zuletzt aus Ärger darüber, dass der kleine Nachbar und die Vereinigten Arabischen Emirate die OPEC-Ölförderquoten missachteten. Denn dies kostete den Irak laut Hussein 14 Milliarden Dollar an Einnahmen. Der irakische Herrscher beschuldigte Kuwait zudem, 2,4 Milliarden Dollar gestohlen zu haben durch das Abpumpen von Öl aus einem von beiden Ländern beanspruchten Ölfeld.

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Die USA ihrerseits befürchteten nach der irakischen Invasion in Kuwait, dass Saudi-Arabien das nächste Opfer sein könnte. Washington schickte schnell Soldaten in die Region. Und nach Monaten des Verhandelns und Warnens begann im Januar 1991 der Luftkrieg und am 24. Februar der Einsatz der US-Bodentruppen gegen die irakischen Besetzer in Kuwait.

Militärisch war "Desert Storm" ein Riesenerfolg

Unter rein militärischen und politischen Gesichtspunkten markierte dieser Golfkrieg einen großen Erfolg für die USA, die ihrerseits immer noch durch die Niederlage in Vietnam traumatisiert waren. Das Land verlor 148 Soldaten während des ganzen Konflikts, während 467 der insgesamt mehr als 500 000 Soldaten verwundet wurden, so die Statistik des Verteidigungsministeriums. Der Krieg wurde zudem durch eine Reihe von UN-Resolutionen abgedeckt, und sein Ausgang zementierte die Rolle der USA als damalige einzige Weltmacht nach dem Ende des Kalten Kriegs und dem Zerfall der Sowjetunion. Von Vorteil für die USA war ferner, dass ihre arabischen Alliierten einen Großteil der Kriegskosten über 61 Milliarden Dollar übernahmen und auch andere Staaten wie Deutschland oder Japan sich finanziell daran beteiligten.

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Die Führungspersönlichkeiten in der arabischen Welt, auf die sich die USA während des damaligen Konfliktes verlassen konnten, gibt es allerdings schon lange nicht mehr: Der saudi-arabische König Fahd starb 2005. Ein Volksaufstand brachte Ägyptens langjährigen Machthaber Husni Mubarak 2011 zu Fall. Syriens totalitärer Herrscher Hafis al-Assad, der sich trotz langjähriger Feindschaft zu den USA dem Golfkrieg wegen der Aussicht auf Milliardenhilfen anschloss, starb 2000. Sein Sohn Baschar hält sich an der Macht inmitten eines seit fünf Jahren tobenden Bürgerkriegs.

Sadams Sturz ebnete Al-Kaida und dem IS den Weg

Iraks Herrscher Saddam Hussein blieb auch nach der Niederlage in Kuwait im Sattel und überlebte politisch einen anschließenden Aufstand von Schiiten und Kurden. Zu deren Schutz errichteten die USA und ihre Verbündeten Flugverbotszonen im Norden und Süden des Landes und überwachten sie. Doch Saddam Hussein selbst blieb für mehr als ein Jahrzehnt ein Stachel in der US-Politik. "Ich hatte mich verrechnet", gestand Bush senior im Dezember 1995 in einem Interview ein. "Ich dachte, er wäre erledigt." Erst sein Sohn George W. Bush setzte der Herrschaft des Diktators mit der US-geführten Invasion 2003 ein Ende.

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In der Folge tauchte Al-Kaida im Irak auf, wurde aber zunächst von USA-Militär und verbündeten sunnitischen Milizen bekämpft. Doch nach dem Abzug der US-Truppen aus dem Irak stieg der IS aus der Asche von Al-Kaida auf und eroberte während seines schnellen Vorstoßes 2014 ein Drittel von Syrien und dem Irak.

Heutzutage finden sich die USA in einem langen Kampf verstrickt, den Schwarzkopf und andere Befehlshaber der Operation "Desert Storm" hatten vermeiden wollen. Der Ölpreis, der seinerzeit Saddams Invasion in Kuwait mit angetrieben hatte, liegt derzeit unter 30 Dollar nach seinem Höhenflug von mehr als 100 Dollar vor nur eineinhalb Jahren. Der Grund für den heutigen Preissturz des schwarzen Goldes hängt in Teilen auch mit der Überproduktion in der OPEC zusammen, die schon seinerzeit Hussein auf die Barrikaden getrieben hatte.  

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