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BWL, Medizin und Jura Private Hochschulen boomen

Sie schießen wie Pilze aus dem Boden: Allein in Berlin gibt es inzwischen 28 private Hochschulen. Das Fächerangebot reicht von Medizin über Psychologie bis hin zur Ergotherapie. Die Studiengebühren sind zum Teil allerdings happig.

Bei den meisten kann man "etwas mit Wirtschaft" oder "etwas mit Medien" studieren - aber die privaten Hochschulen decken inzwischen ein weitaus breiteres Fächerspektrum ab. Allerdings: Naturwissenschaften und Medizin sind äußerst selten, auch wird mehr gelehrt als geforscht. In den vergangenen Jahren schießen die privaten Hochschulen wie Pilze aus dem Boden. Listet der Wissenschaftsrat 1990 erst 23 private Hochschulen, sind es zehn Jahre später schon 47. Aktuell zeigt der Hochschulkompass 113 private Hochschulen an. Allein in Berlin gibt es 28 von ihnen - die meisten noch nicht einmal seit einem Jahrzehnt.

"Trotz des großen Angebots gibt es Nischen, in denen die staatlichen Hochschulen wenig aktiv sind", erklärt Frank Ziegele, Geschäftsführer des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE). Das gelte für Private, die mit besonderen Reformideen angetreten sind. Dazu zähle zum Beispiel die Bucerius Law School in Hamburg, die ein neues Konzept für das Jurastudium entwickelt hat. Ein anderes Beispiel sei die private Jacobs Universiy Bremen, die besonderen Wert auf die Interdisziplinarität ihrer Studienangebote legt.

"Die Nachfrage ist größer als je zuvor"

Mehr als 125.000 Studierende zählten die privaten Hochschulen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Studienjahr 2011/2012. Das sind rund 40.000 mehr als drei Jahre davor. "Die Nachfrage ist größer als je zuvor", bestätigt auch Piret Lees vom Verband der Privaten Hochschulen.

Ursache dafür sind zum einen die doppelten Abiturjahrgänge, die derzeit an die Unis strömen. Gleichzeitig verlagere sich einiges am Bildungsmarkt, erzählt Volker Meyer-Guckel vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft. "Viele Berufe, die man früher in einer dualen Ausbildung lernte, werden akademisiert." Ein Beispiel ist der Ergotherapeut. Mussten angehende Fachkräfte vor Jahren mehrere tausend Euro für die Ausbildung an einer Fachschule zahlen, geben sie das Geld heute für eine private Hochschule aus. Auch im Tourismusbereich gibt es mehr und mehr Angebote privater Hochschulen.

Unternehmen beflügeln den Boom

Außerdem haben viele Unternehmen ein Interesse an den privaten Hochschulen, erklärt Berit Heintz vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag. Sie kooperieren mit ihnen im Rahmen eines dualen Studiums. Dabei lernen junge Menschen im Betrieb und besuchen parallel eine Hochschule. Auf diese Art können die Firmen qualifizierte Fachkräfte früh an sich binden. "Denn wer erst eine duale Ausbildung macht und dann zum Studieren in eine andere Stadt geht, kommt nicht so leicht wieder", sagt Heintz.

Ob für Abiturienten eine private oder eine staatliche Hochschule die richtige ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Studenten sollten sich zunächst darüber Gedanken machen, wie ihr Budget ist. Die Studiengebühren bewegen sich zwischen 3000 und 30.000 Euro pro Jahr - nicht jeder kann sich das leisten. Es gibt zwar vereinzelt Stipendien - doch die Regel sind sie nicht.

Dennoch betont Frank Ziegele vom CHE, dass die privaten Hochschulen keinesfalls nur Einrichtungen für Reiche sind. "Dort studieren spezifische Zielgruppen, die durch die besonderen Konzepte angesprochen werden." Dazu zählen auch Berufstätige, die zum Beispiel parallel zum Beruf ein Studium absolvieren wollen, was die privaten Hochschulen häufig ermöglichen. Gerade bei elitären Schulen kaufe man sich aber schön häufig in ein Netzwerk ein, sagt Meyer-Guckel.

Er empfiehlt, vor der Entscheidung für eine private Universität Hochschulrankings zum Beispiel vom CHE zu studieren. Daraus könnten sich erste Anhaltspunkte ergeben, ob sich die Investition in die Studiengebühren lohnt. Danach besichtigen Jugendliche die Uni am besten selbst. "Man muss hinfahren und sich mit den Leuten unterhalten, die schon seit ein paar Jahren studieren", sagt Meyer-Guckel. Daraus ergebe sich meist ein realistisches Bild vom Studienalltag.

"Man sollte darauf achten, dass die Hochschule staatlich anerkannt ist", empfiehlt Susanne Schilden von der Hochschulrektorenkonferenz.

So sei gewährleistet, dass sowohl die Bildungseinrichtung als auch der Abschluss eine gewisse Qualität haben.

CHE-Chef Ziegele rät dazu, sich nach Absolventenstudien zu erkundigen. So könnten Bewerber herausbekommen, wie rasch die Absolventen untergekommen sind und welche Positionen sie innehaben.

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