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Skandale um die Vatikanbank Das unsittliche Geldhaus

Ein Geldwäscheskandal erschüttert die Vatikanbank. Doch Skandale ist das Geldhaus gewohnt, wie ein Blick in die Vergangenheit zeigt.

Die Vatikanbank gerät nicht zum ersten Mal ins Zwielicht. Im Gegenteil: Sie ist skandalumwittert. Mangelnde Transparenz und Gerüchte um Geldwäsche und Mafia brachten sie immer wieder in Verruf.

Als "Vatikanbank" wird landläufig das "Institut für die religiösen Werke" (Istituto per le Opere di Religione, IOR) bezeichnet. Das IOR ist jedoch nur im eingeschränkten Sinne eine Bank. Einige bankentypische Dienstleistungen wie die Vergabe von Krediten bietet es nicht an. Hauptzweck des 1942 gegründeten Instituts ist laut Statuten die Verwaltung von Kapital, dessen Erträge "für Werke der Kirche und für christliche Wohltätigkeit in allen Teilen der Welt bestimmt sind".

Banco-Ambrosiano-Skandal

1970 wurde dem IOR eine Verbindung in den Skandal um die Banco Ambrosiano nachgesagt, in dem auch die Mafia beteiligt gewesen sein soll. Über Banco Ambrosiano soll durch den Vatikan die Solidarno??-Bewegung in Polen heimlich finanziert worden sein. Im Zusammenhang mit diesen geheimen Zahlungen steht der Tod des Bankangestellten Roberto Calvi und dessen Sekretärin Graziella Corrocher. Der damaligen Leiter des IOR, Erzbischof Paul Casimir Marcinkus, soll eine zentrale Rolle bei den Vorgängen um die Zahlungen gespielt haben. Er soll enge Bande zur italienischen Mafia gehabt haben. Beweise für die Anschuldigungen konnten aber lange Zeit nicht erbracht werden. Dennoch hatte der Skandal Konsequenzen:

Papst Johannes Paul II. richtete eine Aufsichtskommission von fünf Kardinälen ein, die sogenannte Commissione Cardinalizia di vigilanza. Diese sollte Licht in die dunklen Machenschaften der Bank bringen.

Ominöse Geschäfte des IOR dauern an

Doch es dauerte lange, bis die ominösen Geschäfte des IOR publik wurden. 2003 starb Renato Dardozzi, der ebenfalls mit der Aufarbeitung des Skandals um die Banco Ambrosiano vertraut war. Er schaffte heimlich die Akten in die Schweiz und bestimmte testamentarisch die Veröffentlichung nach seinem Tod. Einsicht in die Unterlagen bekam zuerst der italienische Journalist Gianluigi Nuzzi, der kurz darauf in seinem Buch "Vatikan AG" umfangreich über die Verwicklung der Vatikanbank in den Banco-Ambrosiano-Skandal sowie über weitere Unregelmäßigkeiten berichtete. 

Die Dokumente erhärteten letztlich den Verdacht der Geldwäsche im Dienste der Mafia sowie der Behinderung von Korruptionsermittlungen. Nach den Enthüllungen musste Bankpräsident Angelo Caloia im September 2009 nach über 20 Jahren zurücktreten.

Krise des IOR nicht vorbei

Doch mit Caloias Abgang war die Krise des IOR nicht beendet. Ein Jahr später beschlagnahmten die italienischen Finanzbehörden 23 Millionen Euro von der Bank und leiteten Ermittlungen gegen die neue Geldhaus-Spitze ein. Nachdem aber das IOR eine neue Aufsichtsbehörde installiert hatte, bekam sie das Geld wieder zurück.

Dass viel Arbeit auf die neue Aufsichtsbehörde zukommt, zeigt der aktuelle Fall. Wie nun bekannt wurde, hat die italienische Polizei den vatikanischen Geistlichen Monsignor Nunzio Scarano wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an einem millionenschweren geplanten Geldtransfer festgenommen. Dem kürzlich suspendierten Funktionär wird vorgeworfen, den heimlichen Transfer von 20 Millionen Euro in einem Regierungsflugzeug aus der Schweiz nach Italien geplant zu haben, wie Scaranos Anwalt Silverio Sica mitteilte. Der Plan wurde aber letztlich nie in die Tat umgesetzt.

Einlagen von rund sechs Milliarden Euro

Das IOR verwaltet zurzeit nach eigenen Angaben 33.000 Konten mit Einlagen von insgesamt rund sechs Milliarden Euro. Der weitaus größte Teil der 25.000 Kunden (77 Prozent) stammt nach offiziellen Angaben aus Europa. Aus dem Vatikan selbst kommen 7,3 Prozent der Kunden. Zudem verfügt das IOR über eine nach eigenen Angaben geringfügige Goldreserve bei der US-Notenbank Fed.

Ein Konto beim IOR können vatikanische Einrichtungen, Orden, Bischofskonferenzen, Bistümer, Klöster und andere kirchliche Einrichtungen eröffnen. Einzelne Priester und Ordensleute benötigen eine besondere Beauftragung durch ihren Oberen. Laien können nur Kunden werden, wenn sie Angestellte oder Pensionäre des Vatikan sind, dem Diplomatischen Corps oder dem Kreis der "Ehrenkammerherrn seiner Heiligkeit" angehören.

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