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Hail, Caesar! George Clooney-Film eröffnet 66. Berlinale

Stars wie George Clooney, Channing Tatum und Tilda Swinton kommen zur Eröffnung der 66. Berlinale. Zum Start der Berliner Filmfestspiele bieten zwei US-Kultfilmer einen Blick hinter die Kulissen der Traumfabrik Hollywood.

Mit der Hollywood-Satire "Hail, Caesar!" der Brüder Joel und Ethan Coen wird am Donnerstagabend (19.30 Uhr) die 66. Berlinale eröffnet. Auf dem roten Teppich vor dem Berlinale-Palast am Potsdamer Platz wird nicht nur das US-amerikanischen Regieduo erwartet, sondern auch die Hauptdarsteller George Clooney, Josh Brolin, Tilda Swinton und Channing Tatum. "Hail, Caesar!" erzählt von den Skandalen hinter den Kulissen eines großen Filmstudios Anfang der 50er Jahre.

Sehr prominent besetzt ist auch die Jury der Internationalen Filmfestspiele Berlin: Vorsitzende ist die dreifache Oscar-Preisträgerin Meryl Streep. In dem siebenköpfigen Gremium, das über die Gewinner des Goldenen und der Silbernen Bären entscheidet, sitzt auch der deutsche Schauspieler Lars Eidinger ("Was bleibt", "Tatort").

Mehr als 400 Filme sind bei den elftägigen Filmfestspielen zu sehen. Im Rennen um die Bären-Trophäen sind 18 Regiearbeiten. Darunter ist in diesem Jahr nur ein deutscher Film. Die 33-jährige Erfurterin Anne Zohra Berrached zeigt das Abtreibungsdrama "24 Wochen" mit Julia Jentsch ("Sophie Scholl - Die letzten Tage") und Bjarne Mädel ("Mord mit Aussicht").

Video: '24 Wochen' auf der Berlinale

 

Daniel Brühl spielt in Vincent Perez' Fallada-Verfilmung "Alone in Berlin" ("Jeder stirbt für sich allein") an der Seite von Emma Thompson und Brendan Gleeson. Auch Regie-Größen wie André Téchiné und Thomas Vinterberg schicken ihre neuen Filme ins Rennen. Stars wie Isabelle Huppert, Colin Firth, Kirsten Dunst und Julianne Moore werden zum Festival erwartet.

"Hail, Caesar!" - Die Coens verbeugen sich vor der Filmwelt der 50er

Hollywood liebt Hollywood: Im neuesten Film der Coen-Brüder spielen George Clooney und Scarlett Johansson glänzende Stars aus der goldenen Zeit der Filmfabrik. Doch bleibt dabei die Story auf der Strecke? New York (dpa) - Wer einen Film der beiden Coen-Brüder Joel und Ethan schaut, der taucht ein in eine ganz eigene Welt: In "Inside Llewyn Davis" etwa schlurft Oscar Isaac als Musiker stundenlang orientierungslos durch die Folk-Bars im New York der 60er Jahre. Jeff Bridges hingegen darf als der Dude in "The Big Lebowski" kluge Lebenskünstler-Sprüche als Kult etablieren. Bei den Coens tritt die Geschichte oft hinter einer Stimmung zurück; als Zuschauer ist es hinterher teilweise schwerer, viel zum Inhalt wiederzugeben. Stattdessen bleibt mehr das Gefühl beim Schauen in Erinnerung.

Video: Filmfans stehen wieder Schlange

 

Auch beim neuesten Projekt der seit drei Jahrzehnten erfolgreichen Brüder war eine solche Richtung schnell ausgemacht. "Hail,Caesar!" galt bei Branchenseiten wie dem "Hollywood Reporter" schon vor drei Jahren als "Liebesbrief an das Hollywood der 1950er Jahre". Passend also, dass ein Film über Filme zum Eröffnungswerk der diesjährigen Berlinale auserkoren wurde.

Aber worum geht's?

Im Zentrum steht Eddie Mannix, ein typischer Coen-Charakter, knautschig und souverän von Josh Brolin gespielt. Mannix ist im Filmstudio Capital Pictures einer der Bosse und kümmert sich um Produktionsverzögerungen in Mexiko genauso leidenschaftlich wie um die außerehelichen Affären seiner neurotischen Starlets. Als Baird Whitlock (George Clooney), eines der Zugpferde seines Studios, entführt wird, gerät die Produktion des Prestige-Sandalenfilms "Hail, Caesar!" ins Stocken, und Brolin macht sich auf die Suche.

Soweit die flotte Exposition nach rund einer Viertelstunde Film - doch spätestens dann beginnt auch hier wieder das typische Coen-Spiel, und eine Stimmung tritt in den Vordergrund: Die Zuschauer lernen das Spitzenpersonal des Studios Stück für Stück als Nummernrevue kennen, jede einzelne Rolle ist dabei exzellent besetzt. Für den im Original mit breitem texanischen Akzent knarzenden Alden Ehrenreich dürfte seine Rolle als Western-Herzensbrecher Hobie Doyle der Durchbruch werden. Andere müssen nichts mehr beweisen, sondern unterhalten einfach nur.

Das gelingt sogar sehr gut. Den Zuschauern bereitet es schlicht Spaß, Channing Tatum bei einer perfekt choreografierten Stepptanznummer zu sehen. Es ist amüsant, dass Scarlett Johansson längst nicht die herzensreine Schwimm-Revue-Unschuld ist, die ihr Charakter DeeAnna Moran verkörpert. Und Brolins Verhandlungen mit drei Kirchenvertretern über möglicherweise anstößige Szenen im Bibel-Film sind ein fein ironischer Kommentar auf den Teil Hollywoods, in dem Geschäftssinn auf Prüderie trifft.

Doch was bleibt?

"Wie immer bei den Coens passiert mehr, als es zunächst den Anschein hat", schrieb die Kritikerin der "New York Times". Inmitten all des Superstar-Show-Reigens und der mosaikhaften Story ist aber nicht immer klar, worin dieses "mehr" bestehen soll. Möglicherweise wird nicht jeder Zuschauer einen Subtext erkennen. Hinweise können da lediglich einzelne Szenen liefern: Brolin etwa weist an einer Stelle Clooney zurecht, doch gefälligst seine Rolle im Showgeschäft zu akzeptieren und zu unterhalten. Andernorts verlässt ein Star den Film, um sich Kommunisten anzuschließen.

Video: Berlinale 2016 widmet sich dem "Recht auf Glück"

 

All das deutet es an: Manchmal, da muss man sich in den Dienst einer höheren Sache stellen, selbst wenn deren Zeit abgelaufen scheint. Für die Filmkunst der Coens dürfte das jedoch nicht gelten. Ihr nächstes Projekt wird "Suburbicon" sein, eine Krimigeschichte in einer Kleinstadt der 1950er Jahre mit Matt Damon und Julianne Moore in den Hauptrollen - garantiert wieder mit skurrilem Rahmen und bunt mäandernder Story.

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