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Experte warnt nach Kresse-Experiment Wie schädlich ist WLAN-Strahlung für den Menschen?

Ein Experiment lässt aufhorchen: Was für Auswirkungen hat die Strahlung eines WLAN-Routers auf den Menschen? N24 hat nachgefragt. Ein Strahlenbiologe kritisiert inakzeptable Zustände.

Ein Versuch von dänischen Schülerinnen sorgte unlängst für Aufsehen: Die Mädchen wollten die Auswirkungen von Strahlung durch WLAN-Routern testen. Sie kauften zwei kleine Kästen mit Gartenkresse-Samen und stellten eine in einen Raum mit einem WLAN-Router, die andere in ein anderes Zimmer ohne Router. Die Mädchen achteten darauf, dass die Räume bis auf den WLAN-Router nahezu identisch waren. Es herrschte annähernd die gleiche Temperatur und die gleiche Lichteinstrahlung. Penibelst achteten sie auch darauf, dass die Samen die gleiche Menge Wasser bekamen.

Das Ergebnis nach zwölf Tagen: Die Samen in dem Raum ohne WLAN-Router waren prächtig gediehen, in einem satten Grün. Komplett anders verhielt es sich im anderen Zimmer: Die Kresse war braun, kaum entwickelt - und sogar leicht mutiert. Anschließend machten die Schülerinnen den Test noch einmal - mit gleichem Ergebnis.

Auch wenn das Schülerexperiment keinen Anspruch auf wissenschaftliche Gültigkeit erhebt, stellt sich die Frage: Wenn die Strahlung, die ein WLAN-Router sendet, offenbar solch eine Wirkung bei einer Pflanze hervorrufen kann, was für Auswirkungen hat sie dann für den Menschen?

Grenzwerte orientieren sich an der Erwärmung des Körpers

Im Gespräch mit N24.de bestätigt Strahlenbiologe Prof. Dr. med. Edmund Lengfelder, dass es nicht gesund sein kann, wenn ein Körper ständig zusätzlichen elektromagnetischen Feldern ausgesetzt ist.

Er kritisiert, dass für die Zulassung von Geräten mit elektromagnetischen Feldern nur die Erwärmung des Körpers als Grenzwert genutzt wird - nicht aber andere Werte, von denen wir vielleicht nicht einmal wissen, dass sie durch Smartphone, WLAN-Router und Co. übertragen werden. Das sei "nicht akzeptabel", so Lengfelder weiter.

Entwarnung kommt dagegen vom Bundesamt für Strahlenschutz. Nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand reichen die aktuellen Grenzwerte für Handys, Smartphones und WLAN-Router aus, um vor nachgewiesenen Gesundheitsrisiken zu schützen. "Dennoch können Langzeitfolgen, wie zum Beispiel Gehirntumore, nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden", erklärte Pressesprecherin Anja Lutz gegenüber N24.de.

Sich möglichst wenig elektromagnetischen Feldern aussetzen

Für eine abschließende Beurteilung von Langzeitwirkungen ist die Technologie noch zu jung. Auch, wie sich die Nutzung von Mobiltelefonen oder WLAN insbesondere auf Kinder auswirkt, konnte bislang nicht untersucht werden.

Daher empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz, die Exposition durch elektromagnetische Felder so gering wie möglich zu halten. Die elektromagnetischen Felder, die beim Telefonieren mit Handys in Körpernähe auftreten, sind im Allgemeinen sehr viel stärker als die Felder, denen man beispielsweise durch benachbarte Mobilfunkbasisstationen ausgesetzt ist. Daher sollte die Benutzung von Handys so kurz wie möglich gehalten und das Handy nicht ständig am Körper getragen werden.

Verbraucher sollten das Festnetztelefon nutzen, wenn sie die Wahl zwischen Festnetz und Handy haben. Auch die Verwendung von Head-Sets empfiehlt sich. Dadurch wird der Abstand zwischen Kopf und Antenne stark vergrößert und der Kopf ist beim Telefonieren geringeren elektromagnetischen Feldern ausgesetzt.

Netzwerkkabel statt WLAN

Mit Smartphones sollte man möglichst nur über WLAN im Internet surfen. Denn bei WLAN ist die Sendeleistung in der Regel niedriger als bei den Mobilfunkstandards UMTS, GSM oder LTE. E-Mails sollten bei Bedarf manuell abgerufen werden.

Um die Strahlenbelastung durch einen WLAN-Router zu reduzieren, ist es ratsam, dass beim Arbeiten mit dem Laptop das Notebook nicht ständig auf dem Schoß des Nutzers liegt, während der WLAN-Router in unmittelbarer Nähe steht.

Oder man verzichtet zu Hause ganz auf WLAN und geht per Netzwerkkabel ins Internet. So wie Professor Lengfelder. Der Experte für Strahlenforschung hat zu Hause keinen WLAN-Router. Das sollte uns zu denken geben.

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