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Wenn Artenschutz zur Attraktion wird Wie gut geht es Tieren in deutschen Zoos?

Ein Video im Netz schockiert Tierfreunde und Naturverbände. Einem Elefanten in Thailand werden vom Pfleger Schläge angedroht. Wie sieht eigentlich die Lage in deutschen Zoos aus?

Die Debatte über artgerechte Tierhaltung in Zoos erhitzt immer wieder die Gemüter. Befürworter sagen, es sei gut, dass Tiere vor dem Aussterben bewahrt werden, indem sie sicher und behütet in Tierparks leben. Andere sind der Meinung, dass die Tiere schon vorher, nämlich in ihrem natürlichen Lebensraum, geschützt werden müssen. Die Zoos selbst sähen die Tiere nur als Attraktion an.

Dass das Thema nun wieder diskutiert werden könnte, liegt an einem Video von Charley Costin aus Australien. Sie war mit ihrem Freund in Thailand, als sie an einem Elefantengehege vorbei kommt.

Bewusstsein für Artenschutz in Thailand nicht so weit fortgeschritten

Ihr Freund streichelt gerade den Dickhäuter am Rüssel, der sich sichtlich über die Aufmerksamkeit freut - als plötzlich sein Pfleger angestürmt kommt, dem Dickhäuter Schläge androht und ihn am Ohr packt. Warum er das tut, wird nicht klar. Das Tier schreit kurz auf. Der Facebook-Post von Coistin wurde mittlerweile von englischsprachigen Medien aufgegriffen und 450.000 Mal aufgerufen. Laut dem Telegraph steht die Australierin auch in Verbindung mit verschiedenen Tierschutzorganisationen.

We got dropped here after our boat market tour for a quick 5min stop.....THIS IS WHY WE DON'T GO TO ZOO'S Unless it's...

Posted by Charley Costin on Mittwoch, 13. Januar 2016
 

Die Zoobranche boomt in Thailand durch den Tourismus. Doch in asiatischen Ländern leben Tiere oft unter unwürdigen Umständen, werden zur Reproduktion oder für Kunststücke missbraucht. Peter Höffken, Fachreferent für Zoo und Zirkus bei PETA e.V., sieht jedoch nur graduelle Unterschiede zwischen Thailand und Deutschland. Ihm zufolge ist das Bewusstsein für Artenschutz in Thailand oder China nicht so weit fortgeschritten wie in Deutschland. Deshalb werde im asiatischen Raum der Missbrauch von Tieren offener betrieben, während dies in Deutschland hinter Mauern und Stacheldraht passiere.

Gegensätze bestehen auch in Deutschland

Und auch sonst gibt es bei der Tierhaltung in Deutschland noch viele Missstände: So reichte PETA 2011 eine Strafanzeige gegen Zoos ein, die über Zwischenkäufer Tiere aussortierten. Der Tierhändler Werner Bode, der 2011 im Mittelpunkt der Anklage stand, kaufte "überschüssige" Tiere unter anderem vom Berliner Zoo und verkaufte sie an Restaurants, Zirkusse oder Schlachthöfe weiter. Ob das illegal ist, hat die Justiz noch nicht entschieden, denn die Zoos sind fein raus. Sie wissen nämlich nicht, an wen Tierhändler die Lebewesen weiter verkaufen. Erahnen können sie es wohl schon. 

Die Zoos in Deutschland stehen im Bildungsauftrag und schreiben sich das Hauptziel Artenschutz auf die Fahnen, doch laut Höffken ist das nur ein Deckmantel. "90 Prozent der Tiere in deutschen Zoos sind nicht vorm Aussterben bedroht. Und die, die es sind, kann man nicht wieder auswildern. Die staatlichen Förderungen sollten lieber in einen Umwelt- und Tierschutz in ihrem natürlichen Lebensraum investiert werden. Also viel früher", sagt er gegenüber n24.de.

Der WWF kann dem nur teilweise zustimmen. In einer Stellungnahme schreibt die Umweltorganisation: "Gut geführte und international anerkannte Zuchtprogramme bedrohter Tierarten von Zoos können einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz leisten." Doch Jörn Ehlers vom WWF stellt auch klar: "Nachzucht in Gefangenschaft ist nur sinnvoll bei so gut wie ausgestorbenen Arten. Es ist immer die letzte Lösung." Gemeint ist die Nachzucht von Arten, von denen es nur noch fünf oder weniger Tiere gibt. Das Breitmaulnashorn ist so ein Fall. Das Dokument führt weiter auf: "Weltweit wird allerdings der kommerzielle Aspekt von in Gefangenschaft gezüchteten Tieren, gerade auch von vom Aussterben bedrohten Arten wie beispielsweise Tigern, immer stärker. (... ) Aus diesem Grund ist es notwendig, rein kommerzielle Einrichtungen von legitimen und anerkannten Zoos zu unterscheiden."

Bildungsauftrag von zoologischen Einrichtungen

Laut Höffken gibt es aber noch ein anderes Problem: Die Zoos kämen ihrem Bildungsauftrag nicht nach. Geparden, die nicht laufen können, Affen, die nicht klettern und Vögel, die nicht frei fliegen können. Warum werden diese Tiere dann gefangen gehalten? "Was die Besucher sehen, ist nicht das natürliche Verhalten der Tiere." Dass seine Anschuldigungen nicht unbegründet sind, zeigen Zeugenaussagen, Razzien und Videos aus deutschen Zoos. Elefanten werden zum Beispiel mit sogenannten "Elefantenhaken" gezüchtigt.

Dietrich Jelden vom Bundesamt für Naturschutz ist der Meinung, dass Zoos, die an die EU Zoorichtlinie gebunden sind, ihrem Auftrag für Artenschutz ganz gewiss nachkommen. "Deutsche Zoos haben grundlegend an der Erhaltung von Arten mitgearbeitet", so Jelden gegenüber n24.de. Als Beispiele führt er das Wisent oder Goldlöwenäffchen auf. Viele Tierparks hätten ihren Fokus auf bestimmte Arten gelegt. So sei der Kölner Zoo auf Amphibien und Reptilien spezialisiert . Der Zoo in Münster betreibe dagegen eine eigene Station für seltene Wasserschildkröten, die nach der Aufzucht wieder ausgewildert werden. Doch warnt Jelden auch: "Was kleinere Tier- und Wildparks angeht, sehe ich den Artenschutz kritisch, wenn nicht sogar finster. Da muss man klar abgrenzen."

Mit Initiativen wie der von NABU soll die Bevölkerung in Sachen Tierschutz aufgeklärt werden. Die NGO arbeitet zum Beispiel mit Zoos in Nordrhein-Westfalen zusammen, um den "Artenschutz Wolf" voranzutreiben und die Bevölkerung für Tier- und Naturschutz zu sensibilisieren. Laut Ehlers tragen dazu auch Tiere wie der Eisbär Knut  bei. Die Menschen setzen sich mit dem Tier auseinander und erfahren vielleicht, dass Eisbären durch den Klimawandel bedroht sind. Auch damit betreiben Zoos Umweltbildung und verstärken das Naturbewusstsein der Menschen.

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