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Sicherheitstipps für Urlauber Diese Flugzeug-Sitzplätze können Ihr Leben retten

Wo sitzt man im Flieger am sichersten, wie schützt man sich vor Räubern und welche Medikamente sollte man besser zu Hause lassen? Sicherheitsberater geben Tipps für Urlauber.

Jedes Jahr, wenn International SOS, ein Unternehmen für Reise- und Gesundheitsdienstleistungen, seine aktuelle Gesundheitsweltkarte veröffentlicht, sieht man vor allem eines – Rot und Orange. Denn etwa 100 Länder tragen diese Warnfarben, die ein "extrem hohes", respektive ein "hohes" Gesundheitsrisiko signalisieren. 

Würde man anhand dieser Risk Map, die in erster Linie für Geschäftsleute erstellt wird, seine Urlaubsplanung ausrichten, dann wäre fast der gesamte afrikanische Kontinent – zumindest für Individualreisende – tabu; sei es wegen hoher Infektionsgefahren, wegen mangelnder medizinischer Infrastruktur oder wegen des großen Unfallrisikos im Straßenverkehr.

Und würde man dann noch einen Blick auf die Reisewarnungen werfen, die das Auswärtige Amt in Deutschland sowie die Behörden anderer westlicher Länder ihren Bürgern geben und denen zufolge neben Afrika auch Mittelamerika, der Nahe und der Ferne Osten unter "tiefrot", ergo gefährlich, fallen – es könnte einem der Gedanke kommen, doch besser zu Hause zu bleiben.

Worst Case ist die Ausnahme

Nun sind die meisten Urlauber keine Individualreisenden, die auf sich allein gestellt ein Land durchqueren, sondern verwöhnte und umsorgte Hotelgäste oder Mitglieder von geführten Reisegruppen. Und der worst case, Opfer eines Unfalls oder eines Gewaltverbrechens zu werden, ist angesichts von 40 Millionen Auslandsreisen, die auf das Konto der Bundesbürger gehen, statistisch gesehen äußerst gering. So liegt nach Angaben des Auswärtigen Amtes die Zahl der Deutschen, die im Ausland sterben, bei rund 1000 jährlich, wobei etwa die Hälfte eines natürlichen Todes stirbt. Wir baten Sicherheitsberater großer deutscher Firmen um Ratschläge, die Reisenden aller Coleur dienlich sind.

Schauen Sie beim Hotel nicht nur auf die Sterne

In einigen Ländern sind Terroranschläge eine latente Gefahr. Buchen Sie deshalb möglichst Hotelzimmer im 3. bis 7. Stockwerk: Ab der 3. Etage sind die Auswirkungen von eventuellen Bombenanschlägen im Umfeld der Hotel-Lobby relativ gering, und bis zur 7. Etage reichen in den meisten Ländern die Drehleitern der Feuerwehr. Achten Sie bei der Auswahl des Hotels auch darauf, dass sich in der Lobby nicht Büros von Unternehmen befinden, die bevorzugtes Ziel von Anschlägen sein könnten, etwa amerikanische oder israelische Banken und Airlines.

Überprüfen Sie beim Einzug in Ihr Hotel, dass sich die ausgewiesenen Notausgänge auch wirklich öffnen lassen. Gerade in asiatischen Ländern ist die Angst vor Dieben oft größer als die vor Feuer, weshalb selbst Fluchttüren verriegelt sind. Sollte im Brandfall eine Flucht aus Ihrem Hotelzimmer nicht mehr möglich sein, schalten Sie die Klimaanlage ab, verstopfen Sie undichte Türen und Fenster mit feuchten Bettlaken und füllen Sie die Badewanne mit Wasser.

Viele Fluggesellschaften empfehlen ihrem fliegenden Personal, bei Hotelaufenthalten sogenannte Brandfluchthauben einzustecken – ein Rat, den auch Touristen beherzigen sollten. Leicht in der Tasche zu verstauen, schützen Brandfluchthauben in brennenden Gebäuden bis zu 15 Minuten vor gefährlichen Brandgasen wie Kohlenmonoxid und ermöglichen so die Flucht. Denn mitunter reichen schon drei, vier mit Brandgasen verunreinigte Atemzüge, um bewusstlos zu werden.

Sehen Sie sich vor bürokratischen Fallen vor

Achten Sie beim Einchecken darauf, dass Sie dem Hotel mit Ihrer Unterschrift keine Haftungsfreistellung für Unfälle ausstellen. Während bei Pauschalreisen der Veranstalter eintritt, wenn es aufgrund einer Verletzung der Verkehrssicherungspflicht zu Unfällen im Hotel kommt, müssen Individualreisende, die ihr Hotel selbst buchen, Ansprüche im Schadensfall nach dem jeweiligen Landesrecht geltend machen – was bei einem zuvor unterschriebenen Haftungsausschluss schwer wird.

In Deutschland leben mehrere Zehntausend Bürger mit einer doppelten Staatsbürgerschaft. Sie kann allerdings dazu führen, dass deutsche Konsulate im Ausland bei Problemen nur eingeschränkt oder gar nicht helfen können, sofern ein Deutscher auch die Staatsbürgerschaft seines Reiselandes hat und dieses darauf besteht, "für seinen Bürger" selbst einzutreten. Mit diesem Argument kann deutschen Konsulaten beispielsweise die Betreuung im Gefängnis beschränkt werden. Das Auswärtige Amt klärt über solche Risiken auf.

Vermeiden Sie "Behandlungsfehler"

Bei Wellnessbehandlungen im Ausland sollten Sie vorher den Spa-Knigge des Hotels studieren und darauf achten, dass Ihr Körper mit Handtüchern bedeckt wird, um sicherzugehen, nicht völlig entblößt vor dem Masseur zu liegen. In muslimisch geprägten Ländern sollten Frauen zudem die strikte Geschlechtertrennung respektieren und zum eigenen Schutz auf eine Behandlung durch weibliche Therapeuten bestehen.

Wer mit Kindern reist, hat in seiner Reiseapotheke oft ein Hustenmittel dabei. Doch selbst scheinbar harmlose, weil in Deutschland zugelassene Medikamente können im Ausland große Probleme bereiten, wenn sie Codein enthalten. Denn Codein fällt in einigen arabischen und asiatischen Ländern unter die Anti-Drogengesetze, der Besitz wird auch mit Haftstrafen geahndet. Gleiches gilt auch für morphin- und opiumhaltige Medikamente, etwa Schmerzmittel.

Achten Sie auf besondere Symbole und Nummern

Dass christliche Symbole wie Kreuzketten, aber auch Kleidungsaufdrucke mit dem Ländernamen "USA" in einigen arabischen Ländern nicht gern gesehen sind, ist bekannt. Doch manchmal können selbst unscheinbare Details wie der weiße Stern der Füllermarke Montblanc oder der achtstrahlige Stern der Uhrenfabrik Junghans problematisch sein. So bedrohte 1977 einer der Kidnapper der entführten Lufthansa-Maschine "Landshut" Passagiere wegen dieser vermeintlich jüdischen Symbole mit dem Tod.

Die Telefonnummer 116116, unter der sich EC- und Kreditkarten sperren lassen, ist vielen Deutschen so geläufig wie die Notrufnummern 110 oder 112. Dass im Ausland oft andere Nummern für Polizei und Feuerwehr gelten, wird aber oft vergessen. Hier hilft ein Blick auf die Wikipedia-Webseite Notruf, die die Rufnummern gängiger Urlaubsländer aufführt. Bei einem Notruf per Handy müssen Sie gegebenenfalls auch Landes- und Ortsvorwahl wählen.

Erhöhen Sie Ihre Überlebenschancen im Flieger

Versuchen Sie, bei der Flugbuchung einen möglichst "sicheren" Platz zu bekommen. Welche Sitzreihen im Falle eines Flugzeugcrashs als die sichersten gelten, darüber streiten allerdings die Experten. So kommt die Analyse des US-Magazins "Popular Mechanics" zu dem Schluss, dass die Überlebenschance für Passagiere im Heck eines Flugzeugs rund 40 Prozent höher ist als jene der Fluggäste, die weiter vorn sitzen. Für die Untersuchung wurden die 20 schwersten Flugzeugunglücke mit Toten und Überlebenden analysiert, die zwischen 1971 und 2007 in den USA geschehen sind.

Dagegen haben Wissenschaftler der britischen Universität Greenwich herausgefunden, dass die höchsten Überlebenschancen solche Passagiere haben, die an einem Notausgang sitzen oder in der Reihe direkt davor oder dahinter. Auf Sitzen, die zwei bis fünf Reihen vom Ausgang entfernt sind, besteht eine gewisse Überlebenswahrscheinlichkeit. Gefährlich ist es hingegen auf Plätzen, die sechs und mehr Reihen vom nächsten Notausstieg entfernt sind. "Hier überwiegt die Möglichkeit, getötet zu werden", heißt es in der Studie.

"Präparieren" Sie Ihr Gepäck

Erfahrene Reisende führen zwei Brieftaschen mit sich, um bei Raubüberfällen schnell eine präparierte Geldbörse mit 50 bis 70 US-Dollar (so viel braucht ein Räuber ungefähr für einen Schuss Heroin) herausgeben zu können. Viele Straßenräuber kennen jedoch inzwischen die Finte mit dem "Beruhigungsgeld" und werden misstrauisch, wenn das Portemonnaie keine Kreditkarte enthält. Deshalb empfiehlt es sich, auch eine abgelaufene Kreditkarte in die fingierte Brieftasche zu stecken; das macht Sie als Opfer glaubwürdiger und schützt Sie davor, auch noch die echte Brieftasche zücken zu müssen.

Vorsicht bei Koffern mit Reißverschluss: Vielen Reisenden ist nicht bewusst, dass Kriminelle mittels eines Kugelschreibers jeden Reißverschluss sekundenschnell öffnen können, Dinge entnehmen oder, schlimmer noch, illegale Waren wie Drogen im Koffer deponieren und wieder komplett verschließen. Da der Eingriff über den Reißverschluss erfolgt, bieten auch Schlösser keinen Schutz. Einige Gepäckhersteller haben das Problem erkannt. So bietet etwa Delsey Koffer mit einem neu entwickelten Reißverschluss namens Zip Securi Tech an, der sich von Unbefugten nicht öffnen lässt. Alternativ schützen auch Hartschalenkoffer mit Zahlenschloss.

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