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Dübelhersteller setzt auf Aktivhäuser Fischer bastelt am Haus der Zukunft

Die Fischerwerke entwickeln gemeinsam mit Star-Architekt Sobek ein Haus, das sich demontieren lässt. Es ist sechsmal leichter als andere Bauten und soll innerhalb weniger Wochen fertig sein.

Künftig müssen Häuser radikal anders gebaut werden. Davon ist der Architekt und Bauingenieur Professor Werner Sobek fest überzeugt. Das Bauwesen sei die einzige bedeutende Industrie, in der Planung und Produktion getrennt seien.

Daher seien im Vergleich zu anderen Industrien in den vergangenen Jahrzehnten wenig Fortschritte gemacht worden, obwohl Gebäude wesentlich zur Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Seelenstimmung der Menschen beitragen würden. Viele Bauten seien "ein Trauerspiel", sagt Sobek und fordert einen Wandel.

"Es geht darum, mehr mit einem Weniger an Material zu bauen. Leichtbau ist das Gebot der Stunde", sagt der renommierte Architekt. Nach ersten, in der Praxis gebauten Entwicklungshäusern soll daraus jetzt auch ein Geschäft werden. Nach Informationen der "Welt" tun sich dafür die für ihre Dübel bekannt gewordenen Fischerwerke mit der Werner-Sobek-Gruppe zusammen. In einem gemeinsamen Unternehmen soll künftig ein neuartiges Zukunfts-Wohnhaus entwickelt und vertrieben werden.

Aktivhaus soll autark werden

Das sogenannte Aktivhaus soll nicht mehr Energie verbrauchen als es im Jahresdurchschnitt aus nachhaltigen Quellen erzeugt und zudem keine umweltschädlichen Emissionen wie CO2 abgeben. Das Haus könnte mit anderen Gebäuden zudem ein autarkes Energie-Netzwerk bilden.

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Außerdem soll es sich vollständig demontieren lassen und wiederverwendbar sein. Es soll kein Müll beim Bau, Umbau oder Abbau entstehen. Acht bis zwölf Wochen nach der Bestellung soll das Haus fertig errichtet sein, das in Modulen produziert und transportiert wird. Das Tragegerüst der Module basiert auf einer Holzständerbauweise, es wird also nicht Stein auf Stein gebaut.

Das Bündnis zwischen dem 62-jährigen Werner Sobek, der als einer der wichtigsten deutschen Bauingenieure der Gegenwart gilt, und den Fischerwerken ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Beide Firmen wollen ihre Pläne nicht als simplen Einstieg in den Fertighausbau aus Modulen verstanden wissen.

Offen für weitere Partner

"Es geht um Prozesse und Methoden, anders zu bauen", heißt es nahezu gleichlautend von der Sobek-Gruppe und bei den Fischerwerken. Beide Firmen seien an der geplanten neuen Firma paritätisch beteiligt. "Es ist aber wahrscheinlich, dass noch weitere Partner hinzukommen", heißt es. Konkrete Absatzzahlen könnten noch nicht genannt werden.

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Die Fischerwerke mit mehr als 660 Millionen Euro Umsatz (2014) wittern offensichtlich ein Zusatzgeschäft für ihre dominierende Sparte Befestigungssysteme sowie die noch kleine Sparte Prozessberatung. Für das Zusammenfügen der Haus-Module würden spezielle Verbindungselemente entwickelt. Der 65-jährige Firmenchef Klaus Fischer, Sohn des kürzlich im Alter von 96 Jahren verstorbenen Firmengründers Artur Fischer, stellte das Familienunternehmen wiederholt breiter auf und expandierte in neue Geschäftszweige. Klaus Fischer und Werner Sobek kennen sich seit Jahren durch Architekturprojekte.

Alles soll wiederverwertbar sein

Sobek gilt als Querdenker der Architekturbranche. Wiederholt hat er Bausünden kritisiert und Änderungen gefordert. Das Bauwesen sei für 60 Prozent des Ressourcenverbrauchs und 50 Prozent des Massenmüllaufkommens verantwortlich. Sobek fordert beispielsweise die "vollständige Rezyklierbarkeit aller verwendeten Baumaterialien".

Vor dem Hintergrund der steigenden Weltbevölkerung kämen gewaltige Bauaufgaben auf die Menschheit zu, warnt der Bauingenieur. Rechnerisch müssten in den kommenden 16 Jahren Wohnraum, Arbeitsplatz und Infrastruktur für zwei Milliarden Menschen errichtet werden, sagte Sobek im Sommer 2015 anlässlich einer Preisverleihung. "Es ist also eine zusätzliche Welt zu bauen, wie sie 1930 mit damals zwei Milliarden Menschen bestand." Pro Jahr müssten für 125 Millionen Menschen neue Bauten errichtet werden. "Das bedeutet, Deutschland jedes Jahr 1,5 Mal neu zu bauen."

Aktivhäuser von Walter Sobek. (Foto: Werner Sobek, Stuttgart)

Dann rechnet Sobek vor, welche immensen Baustoffe dafür nötig seien. Rechnerisch entfielen auf jeden Bundesbürger etwa 480 Tonnen Baustoffe – jeder Bürger komme anteilig auf etwas Autobahn, Oper oder Brücken. Wenn den künftig jährlich 125 Millionen Menschen ein Baustandard wie in Deutschland geboten würde, verschlänge dies allein jährlich 60 Milliarden Tonnen Baustoffe. Bildlich gesprochen eine 2000 Meter hohe, 30 Zentimeter breite Wand auf der Linie des Äquators rund um die Welt.

Sechsmal leichter als andere Häuser

Die Sobek-Bauingenieurgruppe mit etwa 250 Beschäftigten ist weltweit an zahlreichen Projekten für Firmenzentralen, Museen oder Bürogebäuden beteiligt. Zudem wurden in Deutschland mehrere futuristische Wohngebäude als Entwicklungsprojekte errichtet.

Sobek verfolgt dabei ein sogenanntes Triple Zero-Prinzip: kein Verbrauch fossiler Energieträger, keine Emissionen, keine Rückstände bei Ab- oder Umbau. Das viergeschossige Gebäude R128 in Stuttgart wiegt beispielsweise nur ein Sechstel eines Gebäudes herkömmlicher Bauweise.

Als Vorläufer für das künftige neue Aktivhaus gilt das bereits errichtete Gebäude B10 im Großraum Stuttgart. Es wurde in wärmegedämmter Holztafelbauweise vorgefertigt und binnen eines Tages montiert. In rund drei Monaten soll der Prototyp des neuen Aktivhauses der Gemeinschaftsfirma AH Aktiv-Haus GmbH fertig sein.

Entwickelt werden verschiedene Module mit Wohnflächen von 80 bis 160 Quadratmeter. Einschließlich Komplettausstattung mit Küche, Bad und Energiesystem wird ein Quadratmeterpreis von netto 3000 Euro angestrebt. Zudem gibt es eine preisgünstigere Serie mit 45 bis 60 Quadratmetern.

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