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Wissen Krankenkassen-Tarife: Kein Risiko für Prämie eingehen

Die meisten Bürger gehen nicht so oft zum Arzt wie angenommen. Viele Krankenkassen bieten Tarife an, bei denen man spart, wenn man selten medizinische Leistungen beansprucht. Doch davon sollte sich niemand verleiten lassen, eine Krankheit zu verschleppen.

Die meisten Menschen in Deutschland gehen doch nicht so oft zum Arzt wie bislang angenommen. 50 Prozent der Arztbesuche gingen auf die Kosten von 16 Prozent der Patienten - sie treiben damit die Statistik in die Höhe, berichtete das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung in Deutschland (ZI) am Montag (19. März) in Berlin. Es bestätigte damit einen Bericht der «Frankfurter Allgemeine Zeitung».

Zwar werden die Bundesbürger mit im Schnitt 17 Arztbesuchen häufig bei ihren niedergelassenen Medizinern vorstellig, sagte ZI-Geschäftsführer Dominik Graf von Stillfried. «Doch DEN Deutschen gibt es gar nicht.» So gehe die Hälfte bis zu 10 Mal im Jahr zum Arzt. Ein Viertel der Patienten kontaktiere nur bis zu 4 Mal pro Jahr einen Mediziner. Weitere 25 Prozent der Patienten hätten 5 bis 10 Kontakte pro Jahr. Ein weiteres Viertel suchen 11 bis 22 Mal pro Jahr einen Arzt auf. Weitere 25 Prozent nehmen häufiger als 22 Mal pro Jahr einen Arzt in Anspruch, wie aus dem Versorgungsatlas des ZI hervorgeht, der auf Daten des Jahres 2007 beruht.

Viele gesetzliche Krankenkassen bieten spezielle Tarife an, bei denen Patienten umso mehr sparen, je seltener sie eine medizinische Leistung in Anspruch nehmen. Prämien von Krankenkassen sollten Versicherte aber nicht dazu verführen, auf notwendige Leistungen zu verzichten. Es lohne sich nicht, dafür seine Gesundheit zu riskieren, sagt Kai Vogel, Gesundheitsexperte von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Bei manchen Wahltarifen der gesetzlichen Kassen erhält der Versicherte eine Prämie, wenn er ein Jahr lang keine Leistungen der Kasse in Anspruch genommen hat. «Man sollte trotzdem im Zweifel immer zum Arzt gehen», betont Vogel. «Schlimmstenfalls ist die Prämie weg».

Draufzahlen muss der Patient in diesem Fall aber nicht, es bleibt beim vereinbarten Beitrag. Eine Krankheit aufgrund der fehlenden Untersuchung zu verschleppen, sei meist deutlich teurer als der Vorteil durch die Prämie. Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen führen außerdem nicht dazu, dass die Prämie gestrichen wird.

Beim Selbstbehalt-Tarif bezahlt der Patient die Arztrechnungen und erhält dafür am Jahresende ein Geldgeschenk von der Kasse. «Das ist aber schnell aufgebraucht, dafür reicht schon ein Beinbruch.» Dieser Tarif sei daher generell nicht zu empfehlen, warnt Vogel.

Bei den Wahltarifen sei außerdem zu beachten, dass sich der Versicherte ein bis drei Jahre an sie binden muss. Sinnvoll seien Tarife mit Gesundheitsprämien allenfalls für junge, gesunde Gutverdiener. «Menschen mit niedrigem Gehalt, ältere Menschen, chronisch Kranke und psychisch Belastete sind in den normalen Tarifen besser aufgehoben», sagt Vogel.

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