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Am Pic de Bugarach Kollektives Warten auf den Weltuntergang

1231 Meter ist der Pic de Bugarach hoch. In seinem Schatten liegt ein kleines Pyrenäen-Dorf, das bei der erwarteten Apokalypse Zuflucht bieten soll. Fluch und Segen zugleich.

Noch ist alles ruhig im Dörfchen Bugarach in den südfranzösischen Pyrenäen, das angeblich Zuflucht vor dem von einigen erwarteten Weltuntergang am 21. Dezember bieten soll. Doch die französischen Behörden schließen nicht aus, dass am Tax X doch noch Massen von Abergläubigen in den kleinen Ort am Fuße des 'magischen Bergs' Pic de Bugarach strömen könnten. Für diesen Fall haben sie bereits umfangreiche Vorkehrungen ergriffen.

So soll der Aufstieg auf den 1231 Meter hohen Pic de Bugarach zwischen dem 19. und 23. Dezember verboten werden. Geplant sei außerdem ein Überflugverbot, teilte der zuständige Präfekt des Departement Aude, Eric Freysselinard, mit. "Wir wollen verhindern, dass Leute versuchen, auf dem Gipfel mit Ultraleichtflugzeugen zu landen."

Auch die Zufahrt zu dem Dorf könnte eingeschränkt werden, sagt Freysselinard. Jeder Verstoß gegen diese Vorschriften werde verfolgt. Nach seinen Angaben werden rechtzeitig vor dem 21. Dezember rund hundert Gendarme und Feuerwehrleute in Bugarach im Einsatz sein. Bei Bedarf könne noch Verstärkung geschickt werden.

Doch damit nicht genug: Der Präfekt will auch verhindern, dass die angebliche Apokalypse, die manche Esoteriker unter Berufung auf den Maya-Kalender am kommenden Freitag befürchten, von skrupellosen Geschäftemachern ausgenutzt werden. Er verweist auf Internetseiten, die Gästezimmer für 1500 Euro oder Stellplätze für ein Zelt zu 450 Euro pro Nacht anbieten - Preise, die für den kleinen Ort in einem abgelegenen Tal absolut überzogen sind. Wer will, kann auch für 15 Euro pro Flasche "Quellwasser vom Berg Bugarach" erwerben, das angeblich «Grippe und Hämorrhoiden» heilen soll.

Er habe die Justiz eingeschaltet, damit diese Praktiken untersucht werden, betont Freysselinard. Dass Geschäftemacher die Naivität von Leuten auf diese Weise ausnutzen wollen, sei «abstoßend». Der Bürgermeister des 200-Seelen-Dorfes, Jean-Pierre Delord, hatte bereits vor einigen Monaten Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet, als im Internet Steine zum Verkauf angeboten wurden, die angeblich vom Pic de Bugarach stammten. Ein Sprecher der Gendarmerie von Carcassonne versichert: «Wir beobachten die Lage genau.» Noch sei aber kein Run auf stark überteuerte Ferienwohnungen festzustellen.

Im Rathaus der kleinen Gemeinde klingele das Telefon allerdings pausenlos, berichtet Bürgermeister Delord. Nicht wenige Anrufer hoffen nach seinen Angaben auf großen Zulauf von Apokalyste-Aposteln und bieten Gästezimmer an. Vor allem aber bekommt der Bürgermeister Interview-Anfragen von Journalisten aus aller Herren Ländern. Medienvertreter sind es auch vor allem, die sich im Vorfeld des angeblich bevorstehenden Weltuntergangs - immerhin der 183., der seit dem Fall des Römischens Reichs vor 1600 Jahren angekündigt wird - mit Notitzblock, Fotoapparat oder Kameras in den engen Gassen des Ortes tummeln.

Manche alteingesessenen Bewohner haben den Rummel satt und hoffen, dass in Bugarach nach der "Apokalypse" endlich die gewohnte Winterruhe einkehren wird. Andere reiben sich die Hände. Das Geschäft laufe seit Wochen hervorragend, sagt Nathalie Prior, die mit ihrem Mann in der "Ferme de Janou" herzhafte katalanische Hausmannskost anbietet. In der kommenden Woche will das Paar im großen Speisesaal zusätzliche Tische aufstellen. Außerdem sollen Gäste in einem Zelt neben dem Restaurant bewirtet werden. "Und vielleicht profitiert Bugarach ja auch noch nach dem 21. Dezember von seiner neuen Berühmtheit und lockt Touristen an."

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