Japanische Forscher sind besorgt. Die einzige atomare Wiederaufbereitungsanlage des Landes liegt ausgerechnet in einem Erdbebenbrennpunkt. Jederzeit könne es ein heftiges Beben geben.
Japans einzige Wiederaufbereitungsanlage für atomare Brennstoffe ist nach Einschätzung von Experten erdbebengefährdet. Eine etwa hundert Kilometer lange und höchstwahrscheinlich aktive seismische Bruchlinie laufe unter der Anlage Rokkasho im Norden des Landes hindurch, sagte Yasutaka Ikeda, Geomorphologe an der Universität der Hauptstadt Tokio. Die Bruchstelle könne ein heftiges Erdbeben bis zur Stärke 8,0 verursachen.
Ein Vertreter der japanischen Regierung sagte, wenn die Behörden zu derselben Einschätzung wie Ikeda und andere Wissenschaftler kämen, müsse die Schließung der Anlage verfügt werden. Nach dem schweren Erdbeben und Tsunami vom März 2011, bei dem das Atomkraftwerk Fukushima havarierte, sind in Japan derzeit nur zwei der 50 Atomreaktoren des Landes am Netz. Erst am Freitag war eine von der Regierung eingesetzte Expertenkommission zu dem Schluss gekommen, dass das Kraftwerk Higashidori nahe der Wiederaufbereitungsanlage erdbebengefährdet sei.
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