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Kein Kühlmittel mehr Weltraumteleskop "Herschel" stirbt

Fast vier Jahre lang erkundete "Herschel" das Universum, Sterne und Planeten. Jetzt geht die Zeit des europäischen Weltraumteleskops zu Ende. Dem Teleskop geht das Kühlmittel aus.

Die Mission des europäischen Weltraumteleskops "Herschel" steht vor dem Ende. Die Helium-Vorräte des im Mai 2009 gestarteten Infrarot-Teleskops gehen wie geplant zur Neige, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln mitteilte. "Die Zeit ist bald abgelaufen - bisher haben aber auch schon tausende Wissenschaftler von den Daten des Teleskops profitiert", erklärte Christian Gritzner vom DLR-Raumfahrtmanagement.

Das 7,50 Meter hohe und 3,4 Tonnen schwere "Herschel"-Teleskop ist das bisher größte, das jemals im Weltraum geflogen ist. Damit die empfindlichen Instrumente von "Herschel" nicht durch die eigene Wärme in der wissenschaftlichen Arbeit gestört wurden, konstruierten die Ingenieure das Teleskop als "fliegenden Kühlschrank".

Mit flüssigem Helium wurden die Sensoren kontinuierlich gekühlt und so auf der Betriebstemperatur von minus 271 Grad Celsius gehalten. Nachdem der Helium-Vorrat aufgebraucht ist, werden innerhalb von Stunden die Temperaturen der Instrumente steigen - ihr Einsatz ist dann nicht mehr möglich.

Einzigartige Einblicke

"Herschel" erforschte unter anderem die Geburt neuer Sterne. "Wir waren mit Herschel quasi im Kreißsaal bei der Geburt von Sternen dabei", unterstrich Gritzner. Mit den Instrumenten PACS, HIFI und SPIRE sah das Teleskop mit seinem 3,50-Meter-Spiegel in verschiedenen Wellenlängen durch Staub- und Gaswolken.

"Die Wissenschaftler konnten so durch diesen scheinbar undurchdringlichen Nebel blicken und komplizierte Strukturen erkennen, die optische Teleskope nicht sehen", erläuterte Gritzner. Auch Planeten, Asteroiden und Kometen in unserem Sonnensystem wurden von dem europäischen Weltraumteleskop beobachtet.

Das DLR förderte aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie unter anderem den Bau von zwei der drei Instrumente von "Herschel". Auch wenn das Infrarot-Teleskop demnächst seine Bahnen um die Sonne zieht, ohne neue Daten zu liefern, werden die Wissenschaftler noch die wertvollen Datensätze der Mission auswerten. "Jetzt folgen die Nachkalibrierung, das Archivieren und Auswerten", erklärte Gritzner.

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