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Rolle der Amerikaner Hätten die USA den Krieg verhindern können?

Der Zweite Weltkrieg hätte nach Einschätzung des Historikers Rolf-Dieter Müller verhindert werden können, wenn die USA sich schon 1939 konsequent an die Seite der Westmächte gestellt hätten.

"Dieser Aspekt wird viel zu wenig beachtet", sagte der wissenschaftliche Direktor am Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Potsdam in einem Gespräch zum 70. Jahrestag des Kriegsbeginns am 1. September 2009.

Tatsächlich hatten die USA vor dem deutschen Angriff auf Polen zu vermitteln versucht und sich nach dem Scheitern der Verhandlungen für neutral erklärt. Erst nach dem Angriff des mit dem Deutschen Reich verbündeten Japan auf den US-Stützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii griffen die US-Amerikaner Ende 1941 in den Krieg ein.

"Der Wehrmachtsführung war sehr bewusst, dass Deutschland den Ersten Weltkrieg vor allem wegen des Engagements der USA verloren hatte", erklärte Müller, der Mitherausgeber der Buchreihe "Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg" ist. Zwar hätte eine Kriegsandrohung aus Washington den zum Kampf entschlossenen Adolf Hitler selbst vielleicht nicht stoppen können. "Sie hätte dann aber sicher die Überlegungen der Generäle zu einem Putsch gegen Hitler - die es schon 1938 gab - zur Aktion werden lassen." Dafür hätten die Beistandverpflichtungen Großbritanniens und Frankreichs für Polen allein nicht ausgereicht.

"Desinteresse der amerikanischen Bevölkerung"

Auch wenn Russland neutral geblieben wäre, und nicht mit Hitler gemeinsam Polen besetzt hätte, hätte dies den Krieg nach Müllers Einschätzung kaum verhindert: "Hitlers wichtigstes Ziel beim Angriff auf Polen war ja nicht Polen, sondern eine Ausgangsbasis für die Eroberung von Lebensraum noch weiter im Osten."

US-Präsident Franklin D. Roosevelt dürfte diese Verantwortung der USA gesehen haben, meinte Müller. "Doch wegen innenpolitischer Probleme und des Desinteresses der amerikanischen Bevölkerung an Europa konnte er dem nicht gerecht werden." Die öffentliche Meinung habe sich erst geändert, als die USA selbst angegriffen wurden. "Das ist das Problem der Demokratie - anders als ein Diktator können Sie in so wichtigen Fragen nicht völlig gegen den Willen der Bevölkerung handeln."

Zugleich warnte Müller aber davor, die Rolle der Polen ausschließlich auf die des ersten Kriegsopfers zu reduzieren. "Dass die Polen zugleich auch die ersten waren, die den Kampf gegen die Nazis aufnahmen, wird zu selten gewürdigt - auch in Polen selbst." Immerhin habe ihre Armee auch nach der Niederlage in Teilen weiter existiert und ihren Kampf von Russland und Großbritannien aus fortgesetzt. "Insofern müssten die Polen eigentlich mit zu den Siegermächten gezählt werden - nur dass sie nach dem Krieg um die Früchte ihres Kampfes betrogen und Opfer einer neuen Diktatur wurden."

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