Markus Beckedahl - Welt im Netz
Markus Beckedahl bloggt auf netzpolitik.org, ist Gründer der re:publica und schreibt Kolumnen für N24 Online
Markus Beckedahl bloggt seit 2003 auf netzpolitik.org über Politik im und für das Netz. Er ist Gründer und Partner der newthinking GmbH, sowie Gründer und Veranstalter der re:publica-Konferenzen. Er ist Mitglied im Medienrat der Landesmedienanstalt Berlin-Brandenburg und war Mitglied in der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft des Deutschen Bundestages. Zusammen mit dem Journalisten Falk Lüke hat er das Buch "Die digitale Gesellschaft - Netzpolitik, Bürgerrechte und die Machtfrage" im dtv-Verlag geschrieben. Ehrenamtlich engagiert er sich als Vorsitzender des Digitale Gesellschaft e.V. und als Sprecher für Creative Commons in Deutschland.
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Markus Beckedahl - Welt im Netz Kostenlose Bilder für Blogs sind nicht umsonst

Die Bildagentur Getty Images verschenkt jetzt Bilder zur Nutzung an Blogger. Was wie ein Super-Deal für beide Seiten klingt, bringt vor allem Vorteile für das Unternehmen.

Als Blogger sitzt man regelmäßig in der Urheberrechtsfalle. Schreibt man einen Text und möchte verhindern, dass das Blog keine "Bleiwüste" wird, braucht man Bilder. In der Regel hat man nicht ausreichend eigene Fotos in der Datenbank, die man verwenden kann. Und viel Zeit bleibt häufig auch nicht. Also mal kurz bei der großen Suchmachine den thematisch passenden Suchbegriff eingeben, Bilder aussuchen und ins Blog einbauen. Fertig ist der optisch ansprechendere Artikel.

Was früher kein Problem war, wird jetzt immer öfter zur kostenpflichtigen Angelegenheit. Findige Anwälte nutzen das Urheberrecht und automatisierte Suchwerkzeuge, um Abmahnungen zu verschicken, wenn man die Rechte mit den Fotografen oder Rechteinhabern nicht geklärt hat. Da kommt dann gerne mal eine Rechnung über 1000 Euro rein, die einschüchtert und man muss einen eigenen Anwalt einschalten, damit es nicht noch schlimmer wird.

35 Millionen Bilder zur freien Verfügung

Getty Images, eine der größten Bildagenturen weltweit hat heute einen neuen Service angekündigt: Blogger können aus einer Datenbank über 35 Millionen Bildern auswählen und mit einem sogenannten Widget im eigenen Blog einbinden. Widgets kennt man vielleicht von YouTube, das ist ein Stück Softwarecode, das man einfach ins eigene Blog kopiert und dann taucht dort das Video auf oder wie im Fall von Getty Images ein Bild.

Klingt erstmal wie ein super Deal, vor allem für die Blogger. Man spart sich Anwaltsgebühren für Abmahnungen, braucht auch keine Lizenzgebühren für Fotodatenbanken bezahlen und bekommt professionelle Bilder für das eigene Blog.

Nutzerdaten als Einkommensquelle

Aus Sicht von Getty Images ist das ein geschickter Schachzug. Die Marke taucht mehr im Netz auf und das Unternehmen profitiert von viel mehr Links auf das eigene Angebot, was bei einer besseren Platzierung in Suchmaschinen hilft. Aber vor allem behält man sich per AGB vor, Nutzerdaten der Blogleser sammeln zu wollen und diese Daten werden natürlich weiterverkauft. Zudem behält man sich vor, die Widgets als Werbefläche zu nutzen und freut sich über mehr Werbeplätze überall im Netz.

Das Angebot ist also nicht umsonst, was sicher nicht viele davon abhalten wird, es trotzdem zu nutzen. Ich bleibe in meinen Blogs lieber weiterhin bei freien Alternativen. Mag sein, dass ich dort nicht alles finde, aber die Wikimedia Commons bietet bereits jetzt Millionen Bilder in einer Datenbank, die ich mit den Nutzungsbedingungen einer Creative Commons Lizenz ins Blog einbauen kann. Ohne zu fragen, ohne Widgets und Nutzertracking und vor allem werbefrei. Man sollte nur die Bedingungen auch wirklich einhalten, also ein Verweis auf die Quelle, Link dazu packen und den Fotografen samt CC-Lizenz nennen.

Trotzdem ist das neue Angebot von Getty Images ein interessantes Geschäftsmodell mit Inhalten, das erstmal ohne Abmahnanwälte auskommt. Ich freue mich über jede Abmahnung an einen Blogger, die man verhindern kann. Ob man es nutzen will, sollte jeder selbst entscheiden - und vor allem genau das Kleingedruckte in den AGB lesen, bevor nicht doch wieder Abmahnanwälte kommen.

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