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O!Rasche schaut drauf Was Flüchtlinge in Liebesdingen von uns lernen können

Wir sind so stolz, auf das, was wir kulturell erreicht haben. Andere Kulturen sollten uns nacheifern, finden wir. Unser Autor glaubt jedoch, dass wir von der Barbarei nicht so weit entfernt sind.

Zunächst mal eine wichtige Durchsage: Vor dem Hintergrund der in den vergangenen Monaten geführten Diskussionen über Integration und Frauenrechte ist es besonders wichtig, eines klarzustellen: Es ist nicht okay, wenn Frauen wie Ware behandelt werden, über die der Mann nach Lust und Laune verfügen kann. Klar, wir reden hier von völlig fremden Kulturen, von Parallelgesellschaften, aber trotzdem, das geht so nicht!

Aber genug zum "Bachelor", der jetzt wieder auf RTL läuft. Immerhin ist die Sendung subtil ehrlich, das Männlein zwischen den Damen trägt nämlich den Familiennamen Freier. Kannste dir nicht ausdenken! Und warum wir uns über das Frauenbild im Islam aufregen, während wir mit Prosecco und fettfreien Joghurt-Gums vor der Glotze sitzen und es romantisch finden, dass in irgendeinem Barbie-Musterhaus auf San Östrogeni ein lispelnder Versicherungsverkäufer (!) Charme mit Fremdscham verwechselt und seinen Daumen bei jeder Dame heben oder senken kann.

Leitkultur? Leidkultur! Ich will gar nicht über RTL reden, nein, ich prangere hier etwas anderes an. Eine Gesellschaft, in der junge Menschen nicht selbst aussuchen dürfen, wen sie heiraten. In der andere das entscheiden und die, um die es geht, müssen blind und willenlos folgen. So etwas ist in unserer westlichen Welt einfach nicht denkbar. Also, außer in der Gegenwart, in der in Sendungen wie "Hochzeit auf den ersten Blick" andere eine Ehe arrangieren und die "Kandidaten" vor laufender Kamera und ohne den Partner vorher zu kennen, den Bund fürs Leben schließen sollen.

Die Schniepel und die Statuen

Na, wenn das mal keine Leitlinien für Zigtausende junge Männer aus dem Nahen Osten sind, die zu uns kommen, ein neues Leben beginnen wollen und feststellen: Och, so anders als unsere Kultur ist diese berühmte deutsche Leitkultur doch eigentlich gar nicht! Nehmt ihn an, ihr Flüchtlinge, unseren Lebensstil. Wir sind stolz darauf!

Bei uns dürfen zum Beispiel auch Frauen Auto fahren. Und das sogar statistisch erfolgreicher als Männer. Wobei wir Erfolg an niedrigen Unfallzahlen messen, nicht an gewonnenen Ampelstarts – das werde ich nie verstehen. Und jetzt wollen einige Linkenpolitiker und Grüne sogar Tempo 80 auf Landstraßen. Wenn das kommt, versteigere ich meine Fleppe auf Ebay. Sofern sie dann nicht längst in Flensburg ihr tristes Leben fristet.

Na ja, zumindest leben wir nicht in einer Gesellschaft, in der Kunst, die seit Jahrhunderten nackte Menschen abbildet, verschämt verhüllt wird, weil wir denken, jemand könnte daran Anstoß nehmen. Ach so, tun wir seit dieser Woche doch. Iranische Staatsgäste kommen, und in Rom werden die Schniepel der alten Statuen verdeckt. Einmal Pizza Prüdetti bitte, mit doppelt Käse und ohne Rückgrat!

Der FC Bayern und die Phallussymbole

Hoffentlich findet wenigstens niemand raus, dass Christo den Reichstag damals nicht für die Kunst verhüllt hat, sondern, weil er irgendein iranisches Steinzeithirn zu sehr an den Allerwertesten seiner Schwiegermutter erinnert hat. Rücksicht durch Rückschritt.

Jedenfalls führen uns die verhüllten Nackedeis in Rom ein ulkiges Paradoxon vor Augen: Wer keine Eier hat, muss sie offenbar verdecken.

Mutiger ist da der FC Bayern. Der gibt wenigstens zu, dass er sich von Scheichs aushalten lässt. Moralisch flexibel samma! Katar, wo man die Menschenrechte viel erfolgreicher mit Füßen tritt als jeden Fußball, ist neuer "Platin Sponsor" des deutschen Rekordmeisters.

Hoffentlich ist Rummenigge und Co. klar, dass sie künftig ihre unzähligen Pokale in den staubigen Glasvitrinen an der Säbener Straße verdecken müssen? Die Dinger sind hart und schwer und ragen nach oben – daran könnte der ein oder andere Geldgeber Anstoß nehmen!

Mehr von Oliver Rasche lesen Sie bei Twitter unter O!Rasche

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