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O!Rasche Jetzt lasst uns doch unser ungesundes Leben!

Plastik in Schokoriegeln, Unkrautgift in Bier – was kommt noch? Kohlensäure im Sprudelwasser? Man kann auch vom Angsthaben krank werden. Deshalb: Keine Panik und es trotz allem krachen lassen.

Ungesundes Essen kann Leben retten: Als mir kürzlich beim Snickers-Frühstück ein Plastikstück im Hals stecken blieb, konnte ich mich mit einem kräftigen Schluck Bier befreien. Der Insektengift-Chemiecocktail in dem kühlen Blonden löste den Kunststoff einfach auf – Leben gerettet. Prost!

Aber mal im Ernst, was sollen diese ganzen Horrormeldungen? Ja, in vielen populären Biersorten ist zu viel von irgendeinem Unkrautgift gefunden worden. Aber ich bin doch gar kein Unkraut, warum also Panik? Zumal man laut Experten noch immer rund 1000 Liter am Tag trinken müsste, bis das Bierchen gefährlich werden würde. Ich bin also nur samstags gefährdet, bei Heimspielen.

Und das mit dem Plastik im Snickers – ich habe eine Idee, wie man das umgehen kann: Den Riegel einfach vor dem Verzehr auspacken. Klar, nervt, aber hilft. Die Ersten schreien gleich wieder nach harten Konsequenzen: Wer Plastik in den Schokoriegel mischt, gehört in den Marsriegel-Vollzug! Ich könnte mir vorstellen, dass Plastik noch zu den natürlichsten Zutaten in dem Zuckerfettstängel zählt, na ja. Werde es einfach so machen wie früher mit dem Plastikspielzeug in Cornflakes-Packungen: Einfach mitessen.

Ich sage Euch jetzt mal etwas Krasses

Jedenfalls irgendwie schade, dass die jetzt zurückgezogen werden: Mir fehlen nur noch vier Snickers, dann habe ich das komplette Playmobil-Piratenschiff zusammen. Ich verrate Ihnen mal was: Schlimmer als Kunststoff im Schokoriegel und Chemie im Bier finde ich nur die Leute, die jetzt selbstgerecht in die sozialen Medien, die U-Bahnen und die Talkshows sabbern und dabei verbreiten, wir müssten längst alle bioregiofairökovegan leben, nur so kämen wir ins Paradies, in dem es dann mit dem Fraß sicher genauso weitergeht.

Nein, keiner will, dass Nahrung ungesund ist – das Gift, auf das ich aber besonders allergisch reagiere, ist das des stillen Ich-habs-euch-doch-schon-immer-gesagt-Triumphes alternativer Großstädter, in deren erstaunlicherweise auch noch im Jahre 2016 nickelbebrillten Schädel nicht reingeht, dass Freiheit eben auch bedeutet, seelenloses Junkfood zu essen – einfach, weil man es kann.

Und außerdem sage ich Euch jetzt mal etwas Krasses: In Tofu ist Tofu enthalten, in Leinsamen angeblich sogar Leinsamen. Das ist doch auch nicht appetitlicher!

Wenn vielleicht auch nicht wegen Schokoriegeln, so ist trotzdem in diesem Jahr traurigerweise klar: Es wird entschieden zu viel gestorben – jetzt ist Peter Lustig mit seinem Bauwagen in den Himmel gedüst – und hat uns hier traurig zurückgelassen. Unlustig! Der väterliche Lieblingslehrer einer ganzen Nation, von dem wir mehr gelernt haben, als von all unseren Bio- und Haushaltskundelehrern zusammen.

Einer, der uns so vertraut war, dass man sich gar nicht vorstellen konnte, ihn nicht zu duzen, sollte man ihn mal treffen. Jetzt muss dieses Treffen warten. Immerhin ist das ZDF so klug, Lustigs Kindersendung "Löwenzahn" in einem stundenlangen Spezial am Wochenende zu zeigen; schön, für die Kinder. Leider beginnt die Sendung weit nach Mitternacht. Das schafft ihr, Kiddies! Einfach einen starken Espresso tanken, fragt mal Mama! Da hätte Peter Lustig ausnahmsweise nicht erst am Ende seiner Sendung, sondern schon vorher gefordert: "Und jetzt: abschalten!"

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