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O!Rasche Ja, Schweinefleisch hilft gegen Überfremdung!

Immer wieder wurden wir Deutschen von muslimischen Horden daran gehindert, unserer schweinefleischhaltigen Kultur zu frönen. Doch nun hat ein mutiger Politiker unsere Freiheit zurückerobert! Danke!

Wenn ich gegen elf Uhr zum ersten Mittagessen des Tages in die Kantine gehe, dann hat mein Schweineschnitzel da zu stehen, so groß, dass es sich sanft und mächtig über den Teller legt, die bereits ordentlich angematschte Pommespampe darunter engelssanft erstickend. Und ich würde es genießen. Warum? Ok, weil es lecker und fettig ist und die Natur mir leider kulinarisch so viel Vernunft mitgegeben hat, wie Lothar Matthäus Verstand. Aber es hat auch politische Gründe.

Bratwurst, Schweineschnitzel, gar Mettbrötchen – irgendwie roch das nach Rebellion. Auflehnung gegen Fenchel, Grünkern, Dinkel – die längst die Meinungsführerschaft in urbanen Betriebskantinen übernommen hatten. Das Schweinefleisch schlich sich leicht verschämt durch den Hintereingang hinein. Hackfleisch so verpönt, in einigen Kreisen wird es nur noch Crystal Mett genannt. Und ich, der Volker Beck der Mittagspause, trug es mutig und stolz auf meinem Tablett durch die Gänge – für jede gerümpfte Nase links und rechts einen Euro – und ich wäre ein reicher Mann.

Herr Günther kämpft für Schweinefleisch in Kantinen

Leider ist mit dieser Freiheit jetzt Schluss. Ein besonders kluges Exemplar des Typs Regionalpolitiker, Daniel Günther, schleswig-holsteinischer Landtagsfraktionschef – in diesem Fall von der CDU, diese Leute gibt's aber überall – ist diese Woche morgens aufgewacht, kurz am Allerwertesten gekratzt, ein Bäuerchen gemacht, bevor ihm etwas kam, was er fatalerweise als eine vielversprechende Idee erkannt zu haben glaubte: Lasst uns doch einfach mal die Kantinen zwingen, Schweinefleisch anzubieten! So retten wir das Abendland! So zeigen wir es den Muslimen mal, die ja den ganzen Tag nichts anderes vorhaben, als uns am Genuss des verdienten Eisbeins oder anderer Fettklumpen zu hindern! Sinnvoll – und die Bauern in seinem norddeutschen Agrarland grunzen vergnügt, Schwein gehabt! Mit Speck fängt man Wähler!

So – und jetzt zeigt euch bitte mal integrationsbereit, ihr Veganer und Fischesser – oder wollt ihr am Ende mit dem Terror unter einer Decke stecken? Unsere Freiheit wird an der Schnitzeltheke verteidigt!

Wenn jetzt alles vorgeschrieben wird, was angeblich zu unserer Kultur gehört, warum schreiben wir dann nicht gleich auch noch Doppelkorn vor? Dauerbeschallung durch Modern Talking? Oder – noch besser – Fips Asmussen? Und im Sommer müssen dann alle Männer ab 50 mit Tennissocken in Sandalen ihre käseweißen Stinkstelzen spazieren führen. Ist nicht schön, aber hey, unsere Kultur, die müssen wir schützen, bevor der böse Muselmann uns die Tennissocken verbietet.

Nein, wer mich mit Druck dazu bewegen will, des Schweines Leib zu verzehren, der macht mich, Mr. Mett, Kumpel Kotelette, Bruder Bratwurst zum militanten Veganer! (Würde nach dieser Logik also bitte jemand verlangen, dass ich ab sofort nie wieder Bier trinke? Ich könnte nämlich jetzt eines vertragen!)

Unsere westliche Freiheit verteidigen, indem man schon beim Inhalt der Kantinenspeisekarte einschränkt, das ist wie ein Selbstmordanschlag aus Angst vor dem Tod – und liebe CDU-Schweinefleisch-Dschihadisten: im Himmel warten keine 72 Bockwürste auf euch.

Effenberg ist wieder auf dem Markt

Gibt's denn wenigstens 72 Stinkefinger für gefeuerte Provinztrainer mit Wolkenkratzer-Ego? Der Tiger ist nämlich raus aus Paderborn. Das traurigste daran ist ja, dass Paderborn dadurch im Glamour-Ranking deutscher Orte zurückfällt und sich nun wieder einen Rang teilen muss mit einem Baumhaus im Westerwald und einem Gurkenglas.

Effenberg ist jedenfalls wieder auf dem Markt – und wo immer bei schlecht gemanagten Provinzklubs ein Trainer entlassen wird, werden die Fans tagelang schweißgebadet in Panik aufwachen, weil irgend ein goldkettchentragender Minipli-Vereinspräsident raunen könnte: Lasst den Tiger auf die Bank!

Suche nach Außerirdischen

Und weil angeblich nicht einmal Effe der Beweis für die Existenz außerirdischen Lebens ist, mussten wir diese Woche die Meldung über uns ergehen lassen, dass Wissenschaftler jetzt eine Idee entwickelt haben, wie man am besten nach Außerirdischen suchen kann. (Man geht in Berlin-Mitte in ein veganes Mutter-Kind-Café? Fast!)

Man horcht besonders in die Richtungen des Alls, von wo aus man uns theoretisch am besten hören und sehen würde – so könnte man dann wenigstens Kontakt herstellen. Ich setze mir jetzt meinen Aluhelm auf, öffne eine Portion Dosenfleisch und denke darüber nach, was man so verdient, als Astrophysiker.

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