Internationale Funkausstellung 2011
IFA 2011

Unsere Reporterin testet Gadgets

Am letzten Tag der IFA 2011 ist unsere Reporterin mal über die Messe gelaufen und hat sich nach besonders witzigen und auch nützlichen Gadgets umgesehen.

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Der neue Standard - DAB + Radio

öffnenschließenDAB+ wird Standard - brauche ich jetzt ein neues Radio? Nein, nicht zwingend. Auf UKW wird erst einmal weiter gesendet wie bisher. Laut Telekommunikationsgesetz läuft der Frequenznutzungsplan für den UKW-Hörfunk zwar 2015 aus. In diesem Jahr steht aber eine Novelle des Gesetzes an, und mit Blick darauf wird über eine Verlängerung der Nutzungsdauer diskutiert. Der endgültige UKW-Abschalttermin wird auch abhängig sein von der Akzeptanz des neuen Digitalradios.

öffnenschließenWelche Vorteile bietet Digitalradio überhaupt? Es gibt eine größere Programmvielfalt und - neben den gewohnten landesweiten, regionalen und lokalen Programmen - ein bundesweit einheitliches Angebot. Während per UKW an einem Ort in der Regel nicht mehr als 30 Programme gleichzeitig ausgestrahlt werden können, sind mit DAB+ leicht mehr als 100 Programme möglich. Rauschen und Knistern im Ton gibt es nicht, denn digitaler Empfang bedeutet, dass entweder alles einwandfrei zu hören ist oder gar nichts, wenn das Signal zu schwach ist.Da alle Sender das gleiche Programme auch über die gleiche Frequenz ausstrahlen, entfällt das Suchen und Einstellen von Frequenzen. Ein Digitalempfänger zeigt alle verfügbaren digitalen Kanäle im Display einfach mit dem Sendernamen an. Über DAB können zudem Datendienste gesendet werden - zum Beispiel zur Verkehrsführung oder zum zeitversetzten Hören.

öffnenschließenKostet der Empfang von DAB+ Geld? Nein. Der Empfang bleibt wie bei UKW und DAB kostenlos.

öffnenschließenKann DAB+ überall empfangen werden? Nein. Zum Start gibt es nach Angaben des Sendenetzbetreibers Media Broadcast deutschlandweit 27 Sendestationen, die 38 Millionen Menschen in ihren Häusern erreichen und 50 Prozent der Fläche Deutschlands für den mobilen Empfang abdecken. 2014 soll das Netz dann auf 110 Sender ausgebaut werden.

öffnenschließenWas ist denn jetzt der Unterschied zwischen DAB und DAB+? Der für DAB+ verwendete Codec AAC benötigt gegenüber dem bei DAB eingesetzten MP2 (Musicam) noch weniger Bandbreite und klingt trotzdem nicht schlechter. Die freiwerdende Bandbreite kann für mehr und neue Programme genutzt werden.

öffnenschließenWas mache ich mit meinem alten DAB-Gerät? Mit dem kann vorerst weiter empfangen werden - allerdings nur das schrumpfende DAB-Angebot in den Ländern. Dieses wird nämlich Schritt für Schritt von DAB auf DAB+ umgestellt - teils schon vom 1. August an. "Da gibt es noch keinen festen Fahrplan", erklärt Bauer, der auch in der Lenkungsgruppe Digitalradio sitzt, die aus ARD, Deutschlandradio, DRD mit Media Broadcast und der Geräteindustrie besteht. Dauerhaft parallel in DAB und DAB+ will nur das Deutschlandradio seine Programme senden.

öffnenschließenGibt es überhaupt schon Digitalradios mit DAB+ zu kaufen? Ja. Die DRD hat zum Start mindestens 120 Geräte gezählt, die DAB+ empfangen können. Ein klassisches Küchenradio ist bereits für 50 Euro zu haben. "Die neuen DAB+-Geräte können alle auch DAB", erklärt Bauer. Auch UKW gehört zum Standard, immer öfter auch Internetradio.

öffnenschließenGibt es DAB auch in Autoradios? Ja. Einige Hersteller bieten schon DAB ab Werk als Option an. Man kann auch nachträglich selbst ein Radio mit DAB einbauen. Die UKW-Antenne lässt sich dafür aber nicht nutzen. Oft liegt den Geräten eine DAB-Klebeantenne für den Innenraum zum Nachrüsten bei.

öffnenschließen Kann ich meinen Empfänger auch im Ausland nutzen? Ja. Neben DAB und DAB+ gibt es auch noch Digital Multimedia Broadcasting (DMB). Sie alle sind seit 2008 von der internationalen Organisation zur Förderung des Digitalradios WorldDMB standardisiert worden und gewährleisten die Kompatibilität neuer Digitalradios in allen Ländern, in denen einer der drei Standards verwendet wird.

öffnenschließenWelche Besonderheiten bietet DAB+? Auch Zusatzinformationen von Programmhinweisen bis hin zu Album-Covern können übertragen werden. "Viele der Geräte haben aber noch nicht das nötige Display", schränkt Helmut G. Bauer ein. Er ist Geschäftsführer der DRD Digitalradio Deutschland GmbH, die die Interessen des bundesweiten privaten Digitalrundfunks vertritt. Digitalradio mit Displays mit mehr als zwei Zeilen seien in großer Zahl erst zur zweiten Gerätegeneration mit DAB+ zu erwarten.Die Datenrate der ausgestrahlten Programme lässt sich dynamisch anpassen, um kurzfristig mehr Programme anbieten zu können. Der Fußballsender 90elf wird Bauer zufolge so am Wochenende etwa alle Bundesliga-Spiele live übertragen und dazu zeitweise sechs Programme gleichzeitig senden: bis zu fünf Spiele plus eine Konferenz.

öffnenschließenWie viele Sender kann ich per DAB+ und DAB empfangen? Mit der Einführung von DAB+ gibt es 15 neue digitale Programme, die bundesweit einheitlich ausgestrahlt werden: Lounge FM, Absolut Radio, Radio Energy, 90elf, Radio Bob, ERF Radio, Remix, Klassik Radio, Kiss FM und der christliche Sender Radio Horeb zum 1. August. ERF Pop und Sunshine live starten wahrscheinlich ein wenig später. Von Anfang an dabei sind zudem die öffentlich-rechtlichen Sender Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und D-Radio Wissen.Hinzu kommen zum Teil die DAB-Sender, die auch bisher zu empfangen waren. Ihre Zahl schwankt von Bundesland zu Bundesland stark: Sind es in Bayern derzeit zum Beispiel mehr als 20 landesweite digitale Programme, kommt Brandenburg nur auf 5.Auf der neuen Internetseite www.digitalradio.de soll es vom 29. Juli an unter anderem eine Abfrage der verfügbaren digitalen Programme nach Postleitzahl geben. Auch Audiostreams der neuen bundesweiten Digitalradioprogramme werden dort zu hören sein.

Analoges Sat-TV vor dem Aus

öffnenschließenWann wird abgeschaltet? Am 30. April 2012 wird die Verbreitung von analogem Satellitenfernsehen in Deutschland eingestellt. Mindestens 2,9 Millionen Haushalte mit Satellitenempfang werden abgeschaltet, wenn sie nichts unternehmen.

öffnenschließenDie Unwissenheit ist groß Laut TNS Infratest wissen nur 9 Prozent der Haushalte mit TV-Anschluss über den Abschalttermin bescheid. 43 Prozent haben dagegen noch nie davon gehört, dass es künftig nur noch digitales Satellitenfernsehen gibt.

öffnenschließenDarum endet der Analog-Betrieb Das analoge Satellitenfernsehen wird unter anderem abgeschaltet, um Kapazitäten für hochauflösendes Fernsehen (HDTV) zu gewinnen. Derzeit sind 25 der Digitalprogramme HDTV-Programme.

öffnenschließenWann zum Digital-TV wechseln? Ein Wechsel ist jederzeit möglich, da das digitale Signal schon seit Jahren parallel zum analogen Signal ausgestrahlt wird und mit 300 Programmen etwa zehnmal mehr Angebote bietet als analoges Sat-TV. Wie das analoge bleibt auch der Empfang des digitalen Satellitenfernsehens kostenlos.

öffnenschließenWie kann man wechseln? In den meisten Haushalten muss nur der analoge Satellitenreceiver gegen einen digitalen DVB-S-Receiver ausgetauscht werden. Manchmal wird aber auch ein Wechsel der Empfangseinheit an der Schüssel fällig: Dort muss für Digitalempfang ein sogenannter Universal-LNB installiert sein.

öffnenschließenDVB-T und Kabel nicht betroffen Wer nur über Antenne (DVB-T) oder Kabel Fernsehen schaut, ist von der Sat-Abschaltung nicht betroffen. Die großen Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland, Kabel BW und Unitymedia werden nach eigenen Angaben auch weiterhin mehr als 30 analoge Fernsehprogramme parallel zum digitalen Kabelfernsehen (DVB-C) verbreiten.