N24.de Spezial - Die Berlinale 2012

N24.de Spezial - Die Berlinale 2012
Wettbewerb beendet

Wer bekommt den goldenen Berlinale-Bär?

Der Berlinale-Wettbewerb ist zu Ende, die Spannung steigt: Am Samstag geben Festivalchef Kosslick und Jurypräsident Leigh bekannt, wer den begehrten "Goldenen Bären" mit nach Hause nehmen darf. Mehr...
Berlinale 2012

Pattinson sorgt für Kreischalarm

Kreischalarm auf der Berlinale: "Twilight"-Darsteller Robert Pattinson präsentierte seine sarkastische Gesellschaftskomödie "Bel Ami" - und sorgte mit einer neuen Frisur für Gesprächsstoff. Mehr...
"Gnade" mit Jürgen Vogel

Deutsche Berlinale-Beiträge überzeugen

Drei deutsche Filme konkurrieren um den Goldenen Bären. Als letzter feierte "Gnade" Premiere auf der 62. Berlinale. Wie seine beiden Mitstreiter überzeugte das nördliche Drama um eine Unfallflucht. Mehr...
Digitale Revolution

Keanu Reeves: "Analoge Film schon bald tot"

Schauspieler Keanu Reeves glaubt, dass der analoge Film bald der Vergangenheit angehört. In "Side by Side" forscht er nach, welche Auswirkungen die digitale Revolution auf den klassichen Film hat. Mehr...
Ovationen in Berlin

Meryl Streep für Lebenswerk ausgezeichnet

Meryl Streep ist auf der Berlinale für ihr Lebenswerk ausgezeichnet worden. Die 62-Jährige nahm bei der Vorstellung ihres neuen Films "Die Eiserne Lady" einen Goldenen Ehrenbären entgegen. Mehr...
Death Row

Dokumentation gegen die Todesstrafe

Sie sollen gemordet, vergewaltigt und ihre Opfer übel zugerichtet haben: Fünf Menschen, die in den USA auf ihre Hinrichtung warten, haben Regisseur Werner Herzog Auskunft über ihre Taten gegeben. Mehr...
Nur 100 Partygäste

Berlinale-Promis meiden Christian Wulff

Viele Prominente scheinen Christian Wulff inzwischen zu meiden. Zu einer Berlinale-Party des Bundespräsidenten waren am Sonntag nach Medienberichten nur 100 von 250 geladenen Gästen erschienen. Mehr...
"Captive" auf Berlinale

Schwere Zeiten für Isabelle Huppert

Berühmt wird sie als "die Klavierlehrerin". Für ihren jüngsten Film "Captive", auf der Berlinale zu sehen, muss Isabelle Huppert eine Menge über sich ergehen lassen. "Captive" ist ein Geiseldrama. Mehr...

N24 in den Sozialen Netzwerken:

N24 auf Facebook N24 auf Twitter N24 auf Google+

Filme im Wettbewerb

öffnenschließen"Aujourd´hui" (Tey)
von Alain Gomis (Frankreich/Senegal)

Regisseur Alain Gomis kehrt ein Thema des senegalesischen Kinos um: Anders als in vielen Filmen, die sich mit Auswanderung und Neokolonialismus befassen, geht es hier um einen Mann, der aus Amerika in sein Heimatland zurückgekehrt ist.

An seinem letzten Tag, an dem man ihn zu Beginn liebevoll begleitet und wie einen Heiligen behandelt, entdeckt er auch die Boshaftigkeit und die Gier seiner Mitmenschen. Was aus der Ferne in verklärter Erinnerung blieb, entpuppt sich teilweise als banale Realität – eine Realität jedoch, in der Satché (gespielt von dem amerikanischen Musiker und Schauspieler Saül Williams) trotz allem Frieden und Ruhe findet. (berlinale.de)

öffnenschließen"À moi seule" (Coming Home)
von Frédéric Videau (Frankreich)

Eine junge Frau sitzt an einer entlegenen Bushaltestelle. Sie blickt auf das Vermisstenbild eines Mädchens. Es ist ihr eigenes Bild, denn vor acht Jahren wurde Gaëlle entführt und von der Welt weggesperrt. Nun muss sie sich zwischen einer traumatischen Vergangenheit und der ihr fremd gewordenen Freiheit zurechtfinden.

"À Moi Seule" ist ein kontroverses Werk mit einer verstörend kraftvollen Heldin, die sich ihren ureigenen Weg bahnen muss. (berlinale.de)

öffnenschließen"Bai lu yuan" (White Deer Plain)
von Wang Quan'an (China)

Das chinesische Kaiserreich sieht seinem Ende entgegen. In diesen Zeiten des politischen und gesellschaftlichen Umbruchs beginnt Wang Quan‘ans Epos.

Bai lu Yuan ist die Verfilmung des gleichnamigen Historienromans von Chen Zhongshi, der wegen expliziter Sexszenen lange auf dem Index stand. Erneut rückt Wang Quan’an ein Frauenschicksal ins Zentrum seiner Geschichte. Die Heldin seines neuen Films wird ihre Schönheit im Kampf um Macht und Überleben einsetzen, und bleibt doch sich selbst und ihrer Liebe treu. (berlinale.de)

öffnenschließen"Barbara"
von Christian Petzold (Deutschland), mit Nina Hoss, Ronald Zehrfeld

Sommer 1980 in der DDR. Die Ärztin Barbara hat einen Ausreiseantrag gestellt. Nun wird sie aus der Hauptstadt in ein kleines Provinzkrankenhaus strafversetzt. Jörg, ihr Geliebter aus dem Westen, bereitet ihre Flucht über die Ostsee vor. Barbara wartet. Sie arbeitet in der Kinderchirurgie unter Leitung ihres neuen Chefs André – aufmerksam gegenüber den Patienten, distanziert gegenüber den Kollegen. Ihre Zukunft fängt später an.

Eine Frau bewegt sich wie ein Phantom durch ihr eigenes Leben. Es ist ein Leben, in dem sich die Überwachung und die Angst davor tief in die menschlichen Beziehungen eingeschrieben haben. (berlinale.de)

öffnenschließen"Captive"
von Brillante Mendoza (Philippinen), mit Isabelle Huppert

Vermummte und bewaffnete Männer der muslimischen Abu-Sayyaf-Gruppe dringen in ein Hotel auf einer Ferieninsel ein und kidnappen zwölf ausländische Gäste.

Wie in seinen früheren Filmen lädt Brillante Mendoza in "Captive" dazu ein, in die verstörenden, höchst ambivalenten Innenwelten eines abgeschlossenen Universums einzutauchen. Der Film nimmt seine Zuschauer mit in Geiselhaft; er öffnet die Sinne für die existenziellen Bedrohungen durch Mensch und Natur, fragt nach realen wie spirituellen Auswegen aus der Krise und nach der Magie im Unheimlichen. Mit Schauspielern und Laiendarstellern an Originalschauplätzen gedreht, entstand der Film nach realen Ereignissen im Jahr 2001. (berlinale.de)

öffnenschließen"Cesare deve morire" (Caesar Must Die)
von Paolo und Vittorio Taviani (Italien)

Am Ende von Shakespeares Julius Cäsar werden die Darsteller mit stürmischem Applaus belohnt. Das Licht verlöscht, die Akteure verlassen die Bühne, kehren zurück in ihre Zellen: Es sind Häftlinge, die im Hochsicherheitstrakt der römischen Strafanstalt Rebibbia einsitzen.

Als sich nach der Premiere die Zellentüren hinter Cäsar, Brutus und den anderen schließen, fühlen sie sich stolz und auf merkwürdige Weise berührt: Die Kunst hat ihnen einen Blick in die Tiefen der eigenen Biografie gestattet. (berlinale.de)

öffnenschließen"Csak a szél" (Just The Wind)
von Bence Fliegauf (Ungarn)

In einem ungarischen Dorf wurde eine Roma-Familie ermordet. Die Täter sind entkommen, niemand will eine Ahnung davon haben, wer das Verbrechen begangen hat. Eine andere Roma-Familie, die nahe dem Tatort lebt, sieht sich in ihrer latenten, mühsam verdrängten Angst bestätigt. Abends, als die Dunkelheit über das Dorf hereinbricht, rückt man im Bett noch enger zusammen als sonst.

Ausgehend von einer realen Mordserie, der in Ungarn in wenig mehr als einem Jahr acht Menschen zum Opfer fielen, schildert Bence Fliegauf die Pogromstimmung, aus der Gewalt gegen Minderheiten entsteht. Die Kamera haftet sich eng an die Fersen der Figuren und macht ihre zunehmende Atemlosigkeit auch physisch erfahrbar. (berlinale.de)

öffnenschließen"Dictado" (Childish Games)
von Antonio Chavarrías (Spanien)

Als in der Schule des Lehrers Daniel eines Tages der psychisch labile Schriftsteller Mario auftaucht, glaubt Daniel, einem Geist aus einer tief ins Unterbewusstsein verdrängten Vergangenheit zu begegnen.

Der spanische Regisseur Antonio Chavarrías bedient spielerisch die Genrekonventionen des Psychothrillers. Mit irritierenden Umbrüchen der Fabel, einer soghaften Musik, surrealen Traumsequenzen und Naturszenerien in erdigen Farben erschafft er eine bedrohliche Atmosphäre und verneigt sich tief vor Altmeister Alfred Hitchcock. (berlinale.de)

öffnenschließen"En kongelig affære" (A Royal Affair)
von Nikolaj Arcel (Dänemark)

Johann Friedrich Struensee, Stadtphysikus und Armenarzt im damals vom dänischen König regierten Altona, begleitet 1768 seinen Herrscher Christian VII. auf dessen einjähriger Europareise. Dabei gewinnt er das Vertrauen des psychisch labilen Königs und wird zu dessen Leibarzt ernannt.

Nach authentischen Vorgängen entwirft Nikolaj Arcel eine Mischung aus historischem Politthriller, Liebesfilm und Tragödie. Das Drama um einen Mann, der seiner Zeit um Jahrzehnte voraus war und die Ideale der Französischen Revolution noch vor deren Beginn in Dänemark durchzusetzen versuchte, ist zugleich eine Parabel über den Widerstreit von Fortschritt und Reaktion. (berlinale.de)

öffnenschließen"Gnade" (Mercy)
von Matthias Glasner (Deutschland), mit Jürgen Vogel, Birgit Minichmayr, Henry Stange

Hammerfest liegt am äußersten nordwestlichen Zipfel von Norwegen am Polarmeer. Zwischen dem 22. November und dem 21. Januar schafft es die Sonne nicht über den Horizont. Hierhin hat es ein deutsches Ehepaar mit seinem Sohn verschlagen. Sie haben sich an die fremde, manchmal irreal erscheinende Welt der Nachtschattenspiele offenbar gut angepasst. Eines Tages wird Maria jedoch auf ihrer Heimfahrt in einen Unfall verwickelt. Sie hat etwas oder jemanden überfahren. Außerstande sich der Situation zu stellen, rast sie in Panik nach Hause.

Im Fortgang des Geschehens kommen existenzielle Fragen auf. Kann man ohne Gnade und Vergebung leben? Ein kammerspielartiges Melodram in großen Kinobildern. (berlinale.de)

öffnenschließen"Jayne Mansfield’s Car"
von Billy Bob Thornton (USA), mit Billy Bob Thornton, Robert Duvall, John Hurt, Kevin Bacon

Alabama, 1969. Jim Caldwell erfährt, dass seine Ex-Frau verstorben ist. Vor vielen Jahren hat sie ihn und die drei Kinder wegen eines Engländers verlassen. Ihre neue Familie, der Witwer mit zwei Kindern, will ihren letzten Wunsch erfüllen und sie in ihrer alten Heimat beisetzen. So treffen nicht nur die beiden Väter aufeinander, sondern auch die Stiefgeschwister.

Oscarpreisträger Billy Bob Thornton erzählt davon, wie mit seinen männlichen Protagonisten unterschiedliche Kulturen und Generationen aufeinandertreffen – in einer Zeit, als der Vietnamprotest auch die Südstaaten erreicht. (berlinale.de)

öffnenschließen"Les Adieux À La Reine" (Farewell My Queen)
von Benoît Jacquot (Frankreich), mit Diane Kruger und Virginie Ledoyen

Versailles, im Juli 1789. Am Hof König Ludwigs XVI. macht sich Unruhe breit. Das Volk begehrt auf, eine Revolution steht vor der Tür. Hinter den Fassaden der königlichen Schlösser werden Pläne für den Ernstfall geschmiedet, Fluchtgedanken machen die Runde und ergreifen auch die Königin Marie Antoinette und ihre Entourage.

Nach dem gleichnamigen preisgekrönten Roman von Chantal Thomas schildert Benoït Jacquot die ersten Tage der Französischen Revolution aus der Sicht der Dienerschaft in Versailles. Ein dramatisches Geschichtsbild mit ironischen Zwischentönen, das auch Parallelen zur Gegenwart zeigt. (berlinale.de)

öffnenschließen"L'enfant d'en haut" (Sister)
von Ursula Meier (Schweiz/Frankreich)

Der zwölfjährige Simon fährt im Winter mit einer kleinen Seilbahn vom Industriegebiet im Tal, wo er allein mit seiner Schwester Louise lebt, in das prächtige, höher gelegene Skigebiet. Dort stiehlt er reichen Touristen Skier und Ausrüstung, um sie an die Kinder seines Wohnblocks zu verkaufen. Er erzielt damit ein bescheidenes, aber regelmäßiges Einkommen. Simons Machenschaften nehmen mit der Zeit immer größere Ausmaße an.

Ursula Meier filtert aus der Anonymität der Masse die Geschichte eines Kindes, das für sich einen Weg gefunden zu haben glaubt, um seine prekären Verhältnisse zu mildern. Die Studie eines Heranwachsenden zwischen Lüge und dem unstillbaren Bedürfnis nach Liebe und Nähe wird zu einem existenziellen Diskurs über die Widersprüche einer scheinbar wohlhabenden Welt. (berlinale.de)

öffnenschließen"Metéora" (Meteora)
von Spiros Stathoulopoulos (Griechenland), mit Theo Alexander, Tamila Koulieva

Auf den Gipfeln imposant aufragender Sandsteinfelsen liegen die legendären Metéora-Klöster in Thessalien. Der griechische Mönch Theodoros lebt in spiritueller Einsamkeit mit den immer gleichen Gesängen und Ritualen. Das Refugium der Nonne, die im russisch-orthodoxen Kloster auf dem Felsen gegenüber lebt, ist so unzugänglich, dass sie sich mit einem Netz abseilen lassen muss, um den Boden zu erreichen.

Der Regisseur erzählt die zarte Liebesgeschichte mit der Schlichtheit eines frommen Gedichts. Immer häufiger treffen sich die beiden, deren Liebe den Klosterregeln widerspricht. Dass die Liebe jedoch eine Himmelsmacht ist, der man sich fügen sollte – das wird in diesem fast dialogfreien Film wörtlich genommen. Am Ende stehen die ewigen Fragen: Verzweifeln und aufgeben oder die Liebe als göttliche Fügung akzeptieren? (berlinale.de)

öffnenschließen"Tabu"
von Miguel Gomes (Portugal)

Die alte Portugiesin Aurora und ihre kapverdische Haushälterin Santa leben Tür an Tür mit Pilar, deren Lebensinhalt es ist, Gutes zu tun. Was ihr kaum jemand dankt, schon gar nicht die notorisch misstrauische Aurora, die ihren Lebensabend damit verbringt, ihr knapp gewordenes Geld im Casino von Estoril zu verspielen.

Lustvoll interpretiert und rearrangiert Gomes historische Motive. Zeichnet der erste Teil des Films in weichen Schwarz-Weiß-Tönen eine Gesellschaft, die in Nostalgie schwelgt, so erhält diese im zweiten Teil, wonach sie sich sehnt: aufwühlende Melodramatik, Slapstick, Kontraste, Leidenschaft. (berlinale.de)

öffnenschließen"Kebun Binatang" (Postcards From The Zoo)
von Edwin (Indonesien)

Der Zoo als Sehnsuchtsort: In einer Umgebung, in der man sich in andere Welten fantasieren kann, wächst Lana auf. Als kleines Mädchen hat ihr Vater sie im farbenfrohen Tierpark von Jakarta zurückgelassen und Tierpfleger haben sie groß gezogen. Wonach sehnt sich eine junge Frau, die zwischen Giraffen, Elefanten und Nilpferden aufgewachsen ist?

"Postcards from the Zoo" lädt zum Schauen und Schweben ein. Ein Film, der sich den Sehnsüchten überlässt, von denen er erzählt. (berlinale.de)

öffnenschließen"Rebelle" (War Witch)
von Kim Nguyen (Kanada)

Ein Bürgerkrieg in Afrika. Nachdem ihr Dorf von Rebellen niedergebrannt und ihre Eltern ermordet wurden, sieht sich das Mädchen Komona gezwungen, als Kindersoldatin in den Urwald zu ziehen. Ihr brutaler Kommandant bildet sie nicht nur an der Waffe aus, sondern verlangt auch, dass sie mit ihm schläft.

Konsequent aus der Perspektive einer Heranwachsenden erzählt, macht der an authentischen Schauplätzen im Kongo gedrehte Film die Schrecken des Bürgerkriegs, das Leid von Kindern und Zivilisten transparent. Trotz aller Gräuel, die ihr begegnen, erweist sich Komona als Hoffnungsträgerin für einen Kontinent, der sich nach Frieden und Humanität sehnt. (berlinale.de)

öffnenschließen"Was bleibt" (Home For The Weekend)
von Hans-Christian Schmid (Deutschland), mit Lars Eidinger und Corinna Harfouch

Marko ist Anfang dreißig und lebt seit seinem Studium in Berlin – weit genug entfernt von seinen Eltern Gitte und Günter, mit deren bürgerlichem Lebensentwurf er sich nie recht anfreunden wollte. Ein, zwei Mal im Jahr besucht er die beiden, in erster Linie um ihnen ein paar gemeinsame Tage mit ihrem Enkel, Markos fünfjährigem Sohn Zowie, zu ermöglichen. Marko hofft wieder auf ein halbwegs ruhiges Wochenende in der Kleinstadt. Doch dieses Mal gibt es Neuigkeiten.

Markos Anwesenheit wirkt wie ein Katalysator, er provoziert die Konfrontation mit den unausgesprochenen Wahrheiten und die Fassade des harmonischen Familienlebens bröckelt. (berlinale.de)