Schuldenkrise in Europa

Schuldenkrise in Europa
EU isst zu Abend

"Merkollande" auf der Bewährungsprobe

Francois Hollande möchte den Euro-Konsens mit Deutschland überarbeiten. Gleichzeitig betont Frankreichs neue Regierung ihren Willen zum Konsens - ein Gegensatz, der nun auf die Probe gestellt wird. Mehr...
Treffen mit Linken

Tsipras will Solidarität statt "Erpressung"

Der griechische Linksradikale Alexis Tsipras hat sich bei einem Treffen mit Linkspartei-Vertretern zum Euro bekannt. Sparen will er nicht. Stattdessen hofft der Politiker auf Solidarität. Mehr...
OECD warnt

Euro-Zone droht Teufelskreis

Die OECD hat vor einer "schweren Rezession" in der Euro-Zone gewarnt. Wachstumsmaßnahmen seien dringend nötig, um angeschlagene Mitgliedsstaaten aus der Abwärtsspirale zu retten. Mehr...
Euro-Schuldenkrise

Obama fordert EU zum Handeln auf

Barack Obama hat die Europäische Union dazu aufgefordert, die Schulden- und Finanzkrise mit mehr Wachstum zu bekämpfen. Der US-Präsident rät davon ab, nur auf den Abbau der Staatsschulden zu setzen. Mehr...
Tsipras besucht Berlin

Griechenlands Parteien rüsten zur Wahl

Krafttanken vor den Neuwahlen heißt es derzeit in Griechenland. Während die Krise die Konservativen wieder zusammenkittet, reist der Chef der radikalen Linken, Alexis Tsipras, nach Berlin und Paris. Mehr...
Griechische Staatskrise

Athen weist Merkels Referendums-Idee zurück

Nur ein Missverständnis? Die griechische Regierung sagt, Kanzlerin Angela Merkel habe ein Referendum über den Verbleib des verschuldeten Landes im Euro vorgeschlagen. Berlin dementiert das scharf. Mehr...

Verschuldung in Europa

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Das zweite Hilfspaket für Griechenland

öffnenschließenKontrollen Von einem Treuhandkonto werden Zinsen und Tilgungen beglichen. So wird sichergestellt, dass Griechenland als erstes Schulden zurückzahlt und das Geld nicht für andere Dinge ausgibt. Eine Task Force von EU-Kommission, IWF und Europäischer Zentralbank wird dauerhaft ins Land geschickt. Sie soll Hilfe leisten und überwachen, dass Griechenland alle Versprechen einhält.

öffnenschließenBedingungen Voraussetzung für die Kredite und den Schuldenerlass sind umfangreiche Einschnitte und Reformen. Milliarden müssen eingespart werden, etwa bei Renten, Arzneimitteln und Militärausgaben. Staatsvermögen und Staatsunternehmen sollen verkauft, ganze Wirtschaftsbereiche liberalisiert werden. Anfang März prüft die Eurogruppe, ob die Gesetze auf den Weg gebracht wurden.

öffnenschließenSchuldenschnitt Die privaten Gläubiger verzichten auf 53,5 Prozent ihrer Forderungen. So sollen die griechischen Staatsschulden von 350 Milliarden Euro um 107 Milliarden Euro gedrückt werden. Ziel ist es, die Staatsverschuldung von heute 160 Prozent auf 120,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2020 zu senken.

öffnenschließenGarantien Mit weiteren 30 Milliarden Euro sollen die Anleihen privater Geldgeber abgesichert werden. Damit erhalten Banken, Versicherungen und Fonds einen Anreiz, ihre alten Griechenland-Anleihen in neue zu tauschen.

öffnenschließenKredite Die Euro-Länder stellen bis zu 100 Milliarden Euro an Krediten zur Verfügung. Die Zinsen sind sehr niedrig: Sie beginnen bei 2 Prozent und steigen erst nach 2020 auf 4,3 Prozent. Für die Kredite aus dem ersten Hilfspaket von 2010 werden die Zinsen halbiert.

Der Euro ohne Griechenland

öffnenschließenDer Zusammenbruch Ohne stabile politische Ordnung steht Griechenland spätestens im Sommer wohl vor der Staatspleite. In einem solchen Fall kämen griechische Banken wohl auch für die EZB gemäß ihren Statuten nicht mehr als Geschäftspartner in Frage. Sie wären also nicht mehr refinanzierungsfähig. Der Bankrott wäre das Ende eines griechischen Finanzsektors in der Euro-Zone - der Euro als gesetzliches Zahlungsmittel wäre dann unhaltbar.

öffnenschließenDer Übergang Zu Beginn müssten alleine schon wegen der nötigen technischen Umstellung von Millionen Konten, aber auch um lange Schlangen vor den Banken zu verhindern, die Institute des Landes für einige Tage geschlossen bleiben. Parallel käme der gesamte Kapitalverkehr mit dem Ausland zum Erliegen. Zeitgleich könnte die Währungsreform vorbereitet werden - ein banktechnisch und politisch komplizierter Prozess. Unter anderem müssten zahlreiche neue Gesetze erlassen werden, die Notenbanker müssten eine neue Mindestreservequote und einen neuen Leitzins für ihre Banken beschließen.

öffnenschließenDie neue Währung Wahrscheinlich würde eine neue Währung in zwei Stufen eingeführt - die relativ unkomplizierte Umstellung der Konten als Buchgeld und die zeitaufwendigere Bargeldeinführung. Neues Geld muss gedruckt, geprägt und im Land verteilt werden - eine logistische Herkulesaufgabe. In dieser Phase könnte der Euro weiterhin als Tauschmittel für den Alltag fungieren, etwa zu einem festen Umrechnungskurs zum neuen Buchgeld auf den Konten. Das Vorbild: Das Balkanland Montenegro verwendet den Euro einseitig als Zahlungsmittel im Bargeldverkehr, ohne dass es offiziell Mitglied der Euro-Zone ist.

öffnenschließenDer Scherbenhaufen Nach der Währungsreform käme innerhalb des europäischen Systems der Zentralbanken das große Aufräumen. Hier rückt das Großbezahlsystem der Notenbanken, Target II, ins Zentrum. Die Zentralbank in Athen hat innerhalb des Systems Verbindlichkeiten gegenüber der EZB in Höhe von rund 100 Milliarden Euro. Hinzu kämen Forderungen der Euro-Notenbanken aus dem umstrittenen Kauf griechischer Staatsanleihen seit Mai 2010 - geschätzt zwischen 40 und 50 Milliarden Euro. Rechnet man diese Posten zusammen, steht Athen alleine beim Eurosystem aus EZB, Bundesbank & Co. mit bis zu 150 Milliarden Euro in der Kreide. Auf die Bundesbank entfielen nach dem Kapitalschlüssel der EZB etwas mehr als ein Viertel, also etwa 40 Milliarden Euro.