Preistreiber Energie

Inflation im Euro-Raum auf Rekordhöhe

Die Inflation in der Eurozone hat im Juni einen neuen Rekordstand erreicht. In Deutschland legten die Preise so stark zu wie seit 15 Jahren nicht mehr.

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Der Wert des Euros sank im Juni auf ein neues Rekordtief. Dafür verantwortlich sind hauptsächlich die hohen Preise für Energie.

Der Preisauftrieb in der Eurozone hat sich im Juni stärker beschleunigt als erwartet und hat einen neuen Rekordwert seit Gründung der Währungsunion verzeichnet. Nach einer ersten Vorabschätzung der EU-Statistikbehörde Eurostat vom Montag dürften sich die Lebenshaltungskosten gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) im Vergleich zum Vorjahr um 4,0 Prozent erhöht haben. Volkswirte hatten eine HVPI-Jahresrate von 3,9 Prozent prognostiziert, nachdem die Jahresteuerung im Mai 3,7 und im April 3,3 Prozent betragen hatte.

Vor allem die Entwicklung der Energiepreise dürfte für den deutlichen Anstieg der Inflation ursächlich sein. So hatte der Preis für ein Barrel Erdöl erst am vergangenen Freitag mit fast 143 Dollar einen neuen Höchstwert verzeichnet. Damit liegt die Teuerung in der Eurozone inzwischen mehr als doppelt so hoch wie von der Europäischen Zentralbank (EZB) anvisiert. Die EZB sieht Preisstabilität bei einer HVPI-Jahresinflation von "unter, aber nahe 2 Prozent" erreicht.

Die Daten dürften die EZB darin bestätigen, dass die Risiken für die Preisstabilität in der Eurozone weiter gestiegen sind. Vor diesem Hintergrund hatte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet bereits Anfang des Monats für die am Donnerstag anstehende Juli-Ratssitzung der Notenbank eine Leitzinserhöhung signalisiert. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen rechnen mehrheitlich mit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf dann 4,25 Prozent.

Für Deutschland hatte das Statistische Bundesamt am Freitag nach vorläufigen Berechnungen eine Jahresinflationsrate im Juni von 3,3 Prozent gemeldet. So stark stiegen die deutschen Preise seit fast 15 Jahren nicht mehr.

Wieder neues Rekordhoch beim Öl

Am Montag haben die Ölpreise mit einem Sprung über die Marke von 143 US-Dollar ihre Rekordjagd weiter fortgesetzt. Der Preis für ein Barrel (rund 159 Liter) US-Leichtöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur August-Auslieferung stieg bis auf einen neuen Höchststand von 143,67 Dollar. Zuletzt wurde ein Fass mit 143,28 Dollar gehandelt. Das sind 3,07 Dollar mehr als zum Handelsschluss am Freitag.

Der alte Rekord von 142,99 Dollar vom Freitag wurde damit deutlich übertroffen. Innerhalb von nur einem Jahr hat sich der Ölpreis mehr als verdoppelt. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent kletterte ebenfalls auf einen neuen Rekord von 143,53 Dollar. Zuletzt kostete ein Fass 143,45 Dollar, das sind 3,17 Dollar mehr als am Vortag.

(ddp, dpa, N24)

30.06.2008 11:11 Uhr

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