Sen geht nach Izmir
Umstrittener Türkei-Forscher dankt ab
Sein Vergleich der Situation der in Europa lebenden Türken mit der Judenverfolgung im Dritten Reich hatte ihn isoliert. Jetzt beendet Faruk Sen seine Tätigkeit am Essener Zentrum für Türkeistudien.
Der Leiter des Essener Zentrums für Türkeistudien (ZfT), Faruk Sen, räumt seinen Posten. Das Anstellungsverhältnis werde in gegenseitigem Einvernehmen zum 31. Dezember 2008 gelöst, teilte das nordrhein-westfälische Integrationsministerium mit. Die Anwälte beider Seiten seien beauftragt, die Details zu klären. Bis zu diesem Zeitpunkt werde Sen freigestellt, um die Aufbauarbeit für die geplante deutsch-türkische Universität in Izmir zu leisten.
Sen war unter Druck geraten, weil er die Situation seiner in Europa lebenden Landsleute in einem türkischen Zeitungsbeitrag mit der Judenverfolgung in der Nazizeit verglichen hatte. Der Stiftungsvorstand hatte ihn daraufhin trotz einer Entschuldigung von seinen Aufgaben entbunden und bei Integrationsminister Armin Laschet (CDU) die sofortige Abberufung des 60-Jährigen beantragt. Sen hatte beim Arbeitsschutzgericht Essen eine Kündigungsschutzklage eingereicht.
(AP, N24)
15.07.2008 12:02 Uhr








