"Haltlose" Vorwürfe
Hat studiVZ bei Facebook abgekupfert?
StudiVZ sieht sich einer Klage des US-Konkurrenten Facebook gegenüber. Vorwurf: Das ursprüngliche Studentenprojekt ähnele dem Facebook-Design ziemlich. Alles nur geklaut? studiVZ sieht das anders.
Das Online-Netzwerk studiVZ hat angebliche Vorwürfe des amerikanischen Konkurrenten Facebook als haltlos zurück gewiesen. Wie die "Financial Times" berichtete, wirft Facebook der zur Stuttgarter Holtzbrinck Gruppe gehörenden deutschen Plattform vor, das Erscheinungsbild des Netzwerks, Funktionen und Services kopiert zu haben. Die Klage läge studiVZ bislang nicht vor, bestätigte Sprecher Dirk Hensen der dpa. Die in den Medienberichten erhobenen Vorwürfe seien allerdings "haltlos", hieß es in einer ersten Stellungnahme.
studiVZ-Chef hält ausbleibenden Erfolg Facebooks für Grund der Klage
"Nachdem es Facebook trotz aufwendiger Bemühungen bisher nicht gelungen ist in Deutschland Fuß zu fassen, versucht man jetzt offenkundig, den Erfolg von studiVZ gerichtlich zu behindert", sagte Marcus Riecke, Chef von studiVZ. Eine Klage sei bislang nicht eingegangen. Das Netzwerk hat nach eigenen Angaben aber vorsorglich schon am Freitag Feststellungsklage beim Landgericht Stuttgart eingereicht. Auf diesem Wege sollen deutsche Gerichte feststellen, dass die erhobenen Vorwürfe nicht zutreffend sind.
Dem Bericht der "Financial Times" zufolge hat Facebook eine 116- seitige Klageschrift bei einem US-Bezirksgericht in San Jose (Kalifornien) eingereicht. Darin heiße es, dass "ein großer Teil des Erfolgs" von studiVZ "dem Kopieren und dem Missbrauch von Facebooks geistigem Eigentum geschuldet" sei. Zudem soll sich das Soziale Netzwerk unrechtmäßig Daten über Facebooks Computersysteme und Netzwerke verschafft haben. Facebook verlange Schadenersatz, schreibt die Zeitung.
studiVZ hat fünf Mal so viele Nutzer wie Facebook
Facebook will seine Reichweite in Europa stark ausbauen. Derzeit ist die Plattform seit März neben Englisch auch auf Spanisch und Deutsch verfügbar. Im Mai zählte Facebook weltweit 65 Millionen aktive Nutzer. In Deutschland kam die Plattform im ersten Quartal auf rund 1,2 Millionen Besucher gegenüber 6 Millionen Nutzer bei studiVZ.
studiVZ wurde 2005, rund anderthalb Jahre nach Facebook, als Studentenprojekt gestartet und gehört heute der Holtzbrinck-Gruppe. Auch Facebook ist wegen des potenziellen Werbemarktes auf den Netzwerk-Seiten sehr populär. Microsoft hatte sich eine Beteiligung von 1,6 Prozent an Facebook 240 Millionen Dollar kosten lassen.
(dpa, N24)
21.07.2008 14:45 Uhr








