Geburtstag boykottiert

Familienkrach im Haus Mandela

Einen handfesten Streit hat es im Haus Mandela gegeben. Hintergrund für die Auseinandersetzung sei auch die Aufteilung der Hinterlassenschaften des Friedensnobelpreisträgers.

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Mandela will nach Medien-Informationen sein Vermögen weitgehend seinen Stiftungen übertragen, einen Teil davon aber seiner dritten Frau Graca Machel und Lieblingsenkel Mandla Mandela vermachen.
Nelson Mandela, geboren am 18. Juli 1918 als Rolihlahla Dalibhunga Mandela, ist Protagonist der südafrikanischen Bewegung gegen Rassentrennung und Hass.
Für seine Verdienste um Freiheit in Südafrika wurde er 1993 sogar mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet (hier beim Anstoßen, nachdem er von der Ehrung erfahren hat).
Am 9. Dezember nahm der den Preis gemeinsam mit Frederik de Klerk (rechts) in Oslo entgegen.
Doch die Meinung und der Einsatz des Juristen war im eigenen Land nicht immer wohlgelitten (hier eine Aufnahme von 1952). 1942 trat er dem African National Congress - kurz ANC bei. Der ANC setzte sich für die Rechte der Schwarzen in Südafrika ein.
Das herrschende Regime reagierte mit Härte. 1956 wurde Mandela gemeinsam mit 155 weiteren Aktivisten des Hochverrats angeklagt. Das Foto zeigt Mandela während des Prozesses, der ...
... von Unruhen ...
... und Solidaritätsbekundungen begleitet wurde. Der Mammut-Prozess endete 1961 mit einem Freispruch.
Im Jahr 1964 gelang es dem Regime dann doch, des Unruhestifters habhaft zu werden. Ein Gericht verurteilte ihn zu lebenslanger Haft wegen Planung eines bewaffneten Kampfes. Er war Häftling Nummer 466 64: der 466. Inhaftierte des Jahres 1964.
Die lange Leidenszeit des Nelson Mandela und seines Volkes beginnt. Immer wieder kommt es zu Unruhen, wie hier 1976. Die Sicherheitskräfte reagieren gewaltsam.
Bis 1982 sitzt Mandela seine Strafe auf Robben Island, einer Gefängnisinsel vor Kapstadt, ab. Das Foto zeigt Mandela 1995 bei einem Besuch seiner damaligen Zelle. 1982 wurde Mandela nach Pollsmor, 1988 nach Paarl verlegt.
Nach weiteren Protesten, wie hier von Mandelas Tochter Zinzi (links), kam es 1985 fast zur Freilassung des ANC-Führers. Doch die Bedingung, auf den bewaffneten Kampf gegen das Regime zu verzichten, wollte Mandela nicht akzeptieren.
Erst fünf Jahre später kam Mandela frei. Der ANC hatte den Druck erhöht, die internationale Gemeinschaft drängte den neuen Staatspräsidenten Frederik de Klerk, die Unterdrückung zu beenden. Das Bild zeigt de Klerk und Mandela kurz vor der Freilassung.
Er gab schließlich nach. Neben der Freilassung Mandelas hob er auch das Verbot des ANC auf.
Als Nelson Mandela das Gefängnis verließ, warteten bereits begeisterte Anhänger auf ihn.
Noch am selben Tag rief er alle ANC-Sympatisanten in das Sportstadion von Soweto. 12.000 Menschen strömten herbei ...
... und feierten gemeinsam den Zeitenwechsel.
Mandelas Rede an diesem Tag war historisch. Er lud „alle Menschen, die die Apartheid aufgegeben haben“, zur Mitarbeit an einem „nichtrassistischen, geeinten und demokratischen Südafrika mit allgemeinen, freien Wahlen und Stimmrecht für alle" ein.
Die folgenden Monate waren ereignisreich für den ehemals berühmtesten Häftling der Welt. Gemeinsam mit seiner Frau Winnie, von der er sich wenig später trennte, bereiste er die Welt. Er traf Francois Mitterand in Paris, ...
... George Bush sen. in Washington ...
... und Jassir Arafat in Lusaka.
Frederik de Klerk hielt sein Wort und leitete die Demokratisierung Südafrikas ein. 1994, vier Jahre nachdem Mandela die Freiheit erlangt hatte, fanden die lang ersehnten ersten freien Wahlen statt.
Das Ergebnis war zu erwarten: Auf den ANC fielen knapp zwei Drittel aller Stimmen, er stellte den Präsidenten - Nelson Mandela (hier bei seiner Vereidigung vor dem Parlament).
Mandela setzte sofort die Politik der Demokratisierung fort. 1996 unterzeichnete er die in einem langen Prozess ausgearbeitete Verfassung.
1999 trat Mandela im Alter von 81 Jahren als Präsident Südafrikas zurück. Er machte den Weg frei für den ANC-Präsidenten Thabo Mbeki.
Nach seiner politischen Karriere wurde es aber nicht ruhiger um Nelson Mandela. Er gründete noch im Jahr seines Rücktritts die Nelson Mandela Foundation, die sich dem Kampf gegen AIDS verschrieben hat. Das Bild zeigt Mandela im selben Jahr mit Bill Gates.
Im Jahr 2002 startete die Kampagne "46664", benannt nach Mandelas Häftlingsnummer. Ein Jahr später wurde das erste Benefizkonzert in Kapstadt gegeben. Dabei waren namhafte Künstler wie hier Annie Lennox und Youssou N'Dour.
Es folgte ein weiteres Konzert im März 2005 im südafrikanischen George sowie Festivals in Madrid, Norwegen und Johannesburg. 2007 traten auch viele lokale Musiker-Talente bei dem Konzert auf (im Bild: Mandela mit einigen von ihnen).
Zum 90. Geburtstag von Nelson Mandela geht das Konzert in eine neue Runde.

Nelson Mandela (90), Südafrikas Nationalheld und Anti-Apartheid-Kämpfer, hat Ärger mit der eigenen Familie. Die Zeitung "Sunday Times" (Johannesburg) berichtete über einen heftigen Zwist, der die Familie des Friedensnobelpreisträgers entzweie.

Geburtstags-Boykott

Der Streit habe vergangenes Wochenende zum Boykott seiner Geburtstagsfeier durch seine Ex-Frau Winnie Madikizela-Mandela, die gemeinsamen Töchter Zindzi und Zenani sowie deren Kinder geführt. Nelson Mandela persönlich habe vergeblich zu intervenieren versucht, berichtet das Blatt.

Streit um Hinterlassenschaften

Hintergrund seien Streitigkeiten der Familie unter anderem über eine Aufteilung seiner Hinterlassenschaft sowie Arrangements für den Fall seines Todes. Das Blatt zitiert in Auszügen aus einem Brief, den Zindzi und Zenani Mandela an ihre Stiefschwester Makaziwe aus Nelson Mandelas erster Ehe geschrieben haben. Darin beschweren sie sich über eine unzureichende Unterrichtung über die Feierlichkeiten zu dessen 90. Geburtstag.

Treffen zur Schlichtung wurde ignoriert

Ein von Mandela arrangiertes Schlichtungstreffen habe nichts geholfen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf einen Mandela nahestehenden Politiker. Die Familienmitglieder hätten sich vielmehr über die Vermögensaufteilung sowie Vereinbarungen für die Trauerfeierlichkeiten nach seinem Tode gestritten. Mandela will nach diesen Informationen sein Vermögen weitgehend seinen Stiftungen übertragen, einen Teil davon aber seiner dritten Frau Graca Machel und Lieblingsenkel Mandla Mandela vermachen. Der Rest solle zwischen den Kindern aufgeteilt werden.

(dpa, N24)

27.07.2008 13:07 Uhr

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