Überraschungseier-Tanz

Politikerin rudert zurück: "Kein Verbot"

Gnade für das Überraschungsei - die FDP-Politikerin Miriam Gruß ist Spekulationen entgegen getreten, die Kinderkommission des Bundestags plane ein Verbot der beliebten Süßigkeit.

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Kinder und alle anderen Ü-Ei-Fans können aufatmen - Überraschungseier wird es weiter geben.
"Spannung, Spiel und Schokolade. Das sind ja gleich Dinge auf einmal!" Wer hat diesen Werbespruch noch nicht hergebetet?! Damit wäre es fast vorbei gewesen.
Politikern ist das Ü-Ei ein Dorn im Auge. Sie bezweifeln, dass deutsche Kinder die Reihenfolge dieser drei Dinge begreifen. Die Kleinen könnten die Plastikhülle und Figuren mit Schokolade verwechseln und verschlucken.
Wie oft so etwas seit der Ü-Ei-Geburt vor 34 Jahren schon passiert ist, weiß allerdings keiner.
"Kinder unterscheiden nicht zwischen Spielzeug und Nahrungsmitteln." Das sagt die Bundestagsabgeordnete der Kinderkommission, Miriam Gruß, die selbst Ü-Eier isst und noch lebt. Vielleicht ist auch deshalb ein Verbot gescheitert.
Wenn es zum Ü-Ei-Verbot gekommen wäre, hätte auch das Frühstück vieler Kinder auf dem Spiel gestanden. Denn auch in Cornflakes-Packungen steckt oft Spielzeug.
In den USA zweifelt man schon länger am Verstand der Jüngsten. Dort sind Ü-Eier seit Jahren verboten.
Das Ü-Ei-Verbot hätte die ganze Nation betroffen. Während sich Kinder eher auf die Schokolade stürzen, sind es die Erwachsenen, die verbissen Helikopter zusammenbasteln und sich zu leidenschaftlichen Figurensammlern entwickeln.
So stehen sie in Supermärkten und schütteln massig Ü-Eier durch - in der Hoffnung, den dumpfen Ton der Figur herauszuhören.
Oft geht die Schütteltaktik daneben. Und doch treibt viele die Neugier dazu, immer wieder ein Ü-Ei wegen der Happy Hippos, Teenie Tapsi Törtels, Crazy Crocos, Peppy Pingos oder Drolly Dinos zu kaufen.
Video: "Gefahr für Kinder" - Diskussion um Verbot der Überraschungs-Eier

"Schokolade und was Spannendes und was zum Spielen. Das sind ja gleich drei Wünsche auf einmal" - diesen Dialog aus der Werbung für Überraschungseier kennt fast jeder. Können diese drei Wünsche schon bald nicht mehr auf einmal erfüllt werden? Politische Überlegungen, zum Schutz von Kindern der Kombination aus Nahrungsmitteln und Spielzeug einen Riegel vorzuschieben, haben diese Befürchtung geschürt. Inzwischen jedoch rudern die politisch Verantwortlichen zurück.

Die Zeitung "Die Welt" hatte gemeldet, Parlamentarier der Kinderkommission des Deutschen Bundestages wollten jegliche Kombination aus Nahrungsmitteln und Spielzeug verbieten. Dies gehe aus einer Empfehlung der Kommission über "Sicherheits- und Gesundheitsrisiken für Kinder im Alltag" hervor. In der Folge würde dies auch das Aus für die Überraschungseier des Ferrero-Konzerns bedeuten.

Die Zeitung zitierte die FDP-Bundestagsabgeordnete Miriam Gruß, unter deren Vorsitz die Empfehlung erarbeitet wurde: "Kinder unterscheiden nicht zwischen Spielzeug und Nahrungsmitteln."

Mittlerweile jedoch ist Gruß den Spekulationen um das Ende der Überraschungseier entgegen getreten. Sie versicherte, dass kein Verbot geplant sei. Vielmehr gehe es um einen "expliziten Hinweis auf die Gefahren bei Kleinspielzeugen", die kombiniert mit Lebensmitteln angeboten würden und für Kleinkinder eine Erstickungsgefahr bergen könnten, erklärte die FDP-Politikerin.

Nicht nur die Fans der "Ü-Eier" dürften damit aufatmen, sondern auch die Süßwarenbranche, die verärgert auf die Überlegungen der Kinderkommission reagiert hatte: "Es gibt keinen Nachweis von Gesundheitsgefahren durch die Kombination von Spielzeug und Lebensmitteln", sagte der Vizegeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie, Torben Erbrath. Experten hätten das Überraschungsei für ungefährlich befunden. Produkte, an denen Kinder sich verschlucken könnten wie etwa Gelee in Minibechern, seien vom Markt genommen worden.

Auch Ferrero versicherte, es gebe "keinerlei Beweise" für eine erhöhte Gefahr, zumal bei den Überraschungseiern "das Spielzeug durch eine Kapsel von der Schokolade getrennt" sei, sagte eine Unternehmenssprecherin. Die EU-Spielzeugsicherheitsrichtlinie sehe kein Verbot von Kombinationsprodukten vor. Zudem hätten extern zertifizierte Institute das Überraschungsei geprüft und für ungefährlich befunden.

(AFP, dpa, ddp, N24 )

07.08.2008 14:15 Uhr

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