Happy Birthday

Robert De Niro feiert 65.

Robert De Niro, der gemeinhin als einer der größten Schauspieler Hollywoods gilt, feiert seinen 65. Geburtstag. Kaum einer hat seine Figuren mit soviel Besessenheit und Konzequenz verkörpert wie er.

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Die Szenen, in denen Robert De Niro als einsamer "Taxi Driver" durch die düstersten Straßen New Yorks fährt, sind Kult.
Er spielt die Figur seines in den Wahn abdriftenden Helden so dicht, dass der Film auch mehr als 30 Jahre später nichts von seiner verstörenden Eindringlichkeit verloren hat.
Wenn Schauspieler nach dem Kollegen befragt werden, den sie am meisten bewundern oder dessen Vorbild sie nachstreben, wird besonders oft Robert De Niro genannt.
Am 17. August wurde der zweifache Oscar-Preisträger 65 Jahre alt. "Das Schöne am Schauspielen ist, dass man das Leben anderer Leute leben kann, ohne den Preis dafür zu zahlen", sagte er einmal.
Sein Name ist ein Synonym für Schauspielkunst auf der Leinwand geworden. Diesen besonderen Ruhm hat De Niro seiner Mitwirkung in den Filmen des Regisseurs Martin Scorsese (Bild) zu verdanken.
Nach "Taxi Driver" spielt De Niro vier Jahre später in Scorseses "Wie ein wilder Stier", die Rolle des alternden Boxers Jake La Motta (r).
Um auch den alternden Boxer noch glaubhaft darstellen zu können, legte der nicht besonders große De Niro 50 Pfund zu, nachdem er zuvor schon über Monate Boxunterricht bei dem realen La Motta genommen hatte.
Für die Rolle des Boxers Jake La Motta wird ihm 1981 der Oscar für den besten Schauspieler verliehen.
Bereits 1975 konnte De Niro, an der Seite von Al Pacino (l), den Nebenrollen-Oscar für seines Darstellung des jungen Vito Corleone in Francis Ford Coppolas zweitem "Paten"-Film gewinnen.
Welch guter Komödiant De Niro ist, konnte er in der Filmkomödie "Reine Nervensache", mit Billy Crystal (r), 1999 unter Beweis stellen, als er einen Mafiaboss am Ende seiner Nerven köstlich ironisch verkörperte.
De Niro ist ein Schauspieler, der sich auch für Nebenrollen nicht zu fein ist. Allerdings pflegt er diesen Rollen dann auch seinen Stempel aufzudrücken: "Mein Motto ist, wenn der Film funktioniert, wenn mein Charakter stimmig ist, geht das in Ordnung."
Seit 1989 ist er Besitzer der Firma TriBeCa in New York, die für die Produktion anspruchsvollerer Filme bekannt ist.
Nach seiner ersten Kinoinszenierung "A Bronx Tale" 1993 mit Chazz Palminteri (l)...
...hat De Niro 2006 seine zweite Regiearbeit mit dem glänzend besetzten CIA-Epos "Der gute Hirte" vorgelegt, in dem er selbst einen General der Spionageabwehr mimte. An seiner Seite, Angelina Jolie (r).
Robert De Niro ist auch Ritter der französischen Ehrenlegion.
In Deutschland wird De Niro 2008 mit der Goldenen Kamera für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
Eine Erkrankung an Prostatakrebs hat der Schauspieler und vierfachen Vater von Söhnen aus verschiedenen Verbindungen offenbar überwunden.
Robert De Niro wird uns also hoffentlich vor und auch hinter der Kamera nach Erreichen des Pensionsalters erhalten bleiben. Wir wünschen ihm weiterhin: Viel Erfolg!

Wenn Schauspieler nach dem Kollegen befragt werden, den sie am meisten bewundern oder dessen Vorbild sie nachstreben, wird besonders oft Robert De Niro genannt. Der Amerikaner aus New York, der am 17. August 65 Jahre alt wird, gilt als ein Mann, der sich zumindest früher mit unvergleichlicher Besessenheit und Konsequenz seinen künstlerischen Herausforderungen gestellt und diese gemeistert hat.

Das "Chamäleon"

"Das Schöne am Schauspielen ist, dass man das Leben anderer Leute leben kann, ohne den Preis dafür zu zahlen", sagte er einmal. Sich in seine Figuren hineinzufühlen, völlig in ihnen aufzugehen - das ist De Niros besondere Kunst. Sie trug ihm den Spitznamen "Chamäleon" ein.

Als "Taxi Driver" zu Weltruhm

1976 wurde der Sohn eines Künstlerehepaares in der Rolle eines Amok laufenden Vietnamveterans zum Weltstar in Scorseses Meisterwerk "Taxi Driver". Mit beängstigender Intensität verkörperte De Niro in diesem Film einen "Rache-Engel", der nach innerer Vereinsamung in der Großstadt New York ein Blutbad anrichtet und doch zum Helden wird.

Vier Jahre später übertraf der Schauspieler, abermals in einem Film von Scorsese, diese Leistung noch in der Rolle des Boxers Jake La Motta in "Wie ein wilder Stier" (1980). Für den Film nahm er fast ein Jahr lang praktischen Unterricht bei der Boxlegende. Um in der zweiten Filmhälfte den alternden Champion überzeugend spielen zu können, legte er 50 Pfund zu.

Der Oscar für "Wie ein wilder Stier"

Die Mühe lohnte sich: Für das Boxer-Porträt wurde der Schauspieler mit einem Oscar als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Schon 1975 hatte er für seinen Auftritt als Vito Corleone in Francis Ford Coppolas vielfach preisgekröntem Werk "Der Pate II" einen Oscar als bester Nebendarsteller erhalten.

Von Scorsese geprägt

Die Kritik attestierte ihm, mit enormer Intensität die jugendliche Variante des "Paten" Marlon Brando aus dem ersten Teil gespielt zu haben - De Niro lernte dafür vier Monate lang den sizilianischen Dialekt. Besonders prägend für seine Karriere war die Zusammenarbeit mit Meisterregisseur Martin Scorsese. Das Erfolgsduo drehte acht Filme zusammen - neben "Taxi Driver" (1976) und "Wie ein wilder Stier" etwa auch die Mafia-Dramen "Hexenkessel" (1973) und "Good Fellas" (1990).

Regisseur Brian De Palma hatte die beiden 1970 miteinander bekanntgemacht. Zuvor kannten sie sich nur flüchtig, weil die Reviere ihrer Jugendbanden in New York in unmittelbarer Nachbarschaft lagen.

Der lange Weg

Robert De Niro wurde 1943 als Sohn einer italienisch-irischen Künstlerfamilie in Manhattan geboren. Der Vater, der den gleichen Namen hatte und ein bekannter Maler des abstrakten Expressionismus war, verließ die Familie wegen seiner homosexuellen Neigungen, als der Sohn zwei war. Robert wuchs bei der Mutter im New Yorker Viertel Little Italy auf. Wegen seiner hellen Gesichtsfarbe hieß er dort nur Bobby Milk.

Mit 16 verließ er die Schule und tingelte mit Theatergruppen herum. Seine Ausbildung holte er sich vor allem in Workshops von Lee Strasberg und Stella Adler, bei denen er seine später so perfekt beherrschte Art des "Method Acting", des einfühlenden Schauspiels lernte.

De Niro als Produzent

In mehr als 50 Filmen hat er seither mitgespielt. Während der 90er Jahre war der Star so gefragt, dass er sich nicht mehr so viel Zeit für die Vorbereitung nahm: "Mein Motto ist, wenn der Film funktioniert, wenn mein Charakter stimmig ist, geht das in Ordnung."

Seine letzte Oscar-Nominierung erhielt De Niro 1991 für "Kap der Angst". Aber auch danach folgten noch zahlreiche bestechende Auftritte, etwa in dem Action-Thriller "Heat" (1995), in der Politsatire "Wag the Dog" (1997) oder in dem Marine-Drama "Men of Honor" (2000). Daneben führt er auch selbst Regie ("Der gute Hirte2, 2006) und hat mit seiner Produktionsfirma Tribeca das gleichnamige Filmfestival in New York gegründet.

Immer etwas exzentrisch

Für Ärger sorgte der mehrfache Restaurantbesitzer kürzlich, als er für ein von ihm gekauftes historisches Luxushotel in New York eine "Extrawurst" der Denkmalschutzbehörde beantragte. Über sein Privatleben gibt der Superstar keine Auskunft. Er ist leidenschaftlicher New Yorker ("Nach Los Angeles fahre ich nur, wenn ich dafür bezahlt werde") und lebt - trotz zwischenzeitlich beantragter Scheidung - mit seiner zweiten Frau Grace Hightower zusammen.

Er hat fünf Kinder, darunter Zwillinge mit seiner Ex- Lebensgefährtin Toukie Smith, die 1995 im Reagenzglas gezeugt und von einer Leihmutter ausgetragen wurden. Von seinen schauspielerischen Fähigkeiten ist De Niro offensichtlich auch selber überzeugt. "Ich könnte auch ein Schnitzel spielen", sagte er einmal.

(dpa, AP, N24)

17.08.2008 12:29 Uhr

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