Happy Birthday
Robert De Niro feiert 65.
Robert De Niro, der gemeinhin als einer der größten Schauspieler Hollywoods gilt, feiert seinen 65. Geburtstag. Kaum einer hat seine Figuren mit soviel Besessenheit und Konzequenz verkörpert wie er.
Wenn Schauspieler nach dem Kollegen befragt werden, den sie am meisten bewundern oder dessen Vorbild sie nachstreben, wird besonders oft Robert De Niro genannt. Der Amerikaner aus New York, der am 17. August 65 Jahre alt wird, gilt als ein Mann, der sich zumindest früher mit unvergleichlicher Besessenheit und Konsequenz seinen künstlerischen Herausforderungen gestellt und diese gemeistert hat.
Das "Chamäleon"
"Das Schöne am Schauspielen ist, dass man das Leben anderer Leute leben kann, ohne den Preis dafür zu zahlen", sagte er einmal. Sich in seine Figuren hineinzufühlen, völlig in ihnen aufzugehen - das ist De Niros besondere Kunst. Sie trug ihm den Spitznamen "Chamäleon" ein.
Als "Taxi Driver" zu Weltruhm
1976 wurde der Sohn eines Künstlerehepaares in der Rolle eines Amok laufenden Vietnamveterans zum Weltstar in Scorseses Meisterwerk "Taxi Driver". Mit beängstigender Intensität verkörperte De Niro in diesem Film einen "Rache-Engel", der nach innerer Vereinsamung in der Großstadt New York ein Blutbad anrichtet und doch zum Helden wird.
Vier Jahre später übertraf der Schauspieler, abermals in einem Film von Scorsese, diese Leistung noch in der Rolle des Boxers Jake La Motta in "Wie ein wilder Stier" (1980). Für den Film nahm er fast ein Jahr lang praktischen Unterricht bei der Boxlegende. Um in der zweiten Filmhälfte den alternden Champion überzeugend spielen zu können, legte er 50 Pfund zu.
Der Oscar für "Wie ein wilder Stier"
Die Mühe lohnte sich: Für das Boxer-Porträt wurde der Schauspieler mit einem Oscar als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Schon 1975 hatte er für seinen Auftritt als Vito Corleone in Francis Ford Coppolas vielfach preisgekröntem Werk "Der Pate II" einen Oscar als bester Nebendarsteller erhalten.
Von Scorsese geprägt
Die Kritik attestierte ihm, mit enormer Intensität die jugendliche Variante des "Paten" Marlon Brando aus dem ersten Teil gespielt zu haben - De Niro lernte dafür vier Monate lang den sizilianischen Dialekt. Besonders prägend für seine Karriere war die Zusammenarbeit mit Meisterregisseur Martin Scorsese. Das Erfolgsduo drehte acht Filme zusammen - neben "Taxi Driver" (1976) und "Wie ein wilder Stier" etwa auch die Mafia-Dramen "Hexenkessel" (1973) und "Good Fellas" (1990).
Regisseur Brian De Palma hatte die beiden 1970 miteinander bekanntgemacht. Zuvor kannten sie sich nur flüchtig, weil die Reviere ihrer Jugendbanden in New York in unmittelbarer Nachbarschaft lagen.
Der lange Weg
Robert De Niro wurde 1943 als Sohn einer italienisch-irischen Künstlerfamilie in Manhattan geboren. Der Vater, der den gleichen Namen hatte und ein bekannter Maler des abstrakten Expressionismus war, verließ die Familie wegen seiner homosexuellen Neigungen, als der Sohn zwei war. Robert wuchs bei der Mutter im New Yorker Viertel Little Italy auf. Wegen seiner hellen Gesichtsfarbe hieß er dort nur Bobby Milk.
Mit 16 verließ er die Schule und tingelte mit Theatergruppen herum. Seine Ausbildung holte er sich vor allem in Workshops von Lee Strasberg und Stella Adler, bei denen er seine später so perfekt beherrschte Art des "Method Acting", des einfühlenden Schauspiels lernte.
De Niro als Produzent
In mehr als 50 Filmen hat er seither mitgespielt. Während der 90er Jahre war der Star so gefragt, dass er sich nicht mehr so viel Zeit für die Vorbereitung nahm: "Mein Motto ist, wenn der Film funktioniert, wenn mein Charakter stimmig ist, geht das in Ordnung."
Seine letzte Oscar-Nominierung erhielt De Niro 1991 für "Kap der Angst". Aber auch danach folgten noch zahlreiche bestechende Auftritte, etwa in dem Action-Thriller "Heat" (1995), in der Politsatire "Wag the Dog" (1997) oder in dem Marine-Drama "Men of Honor" (2000). Daneben führt er auch selbst Regie ("Der gute Hirte2, 2006) und hat mit seiner Produktionsfirma Tribeca das gleichnamige Filmfestival in New York gegründet.
Immer etwas exzentrisch
Für Ärger sorgte der mehrfache Restaurantbesitzer kürzlich, als er für ein von ihm gekauftes historisches Luxushotel in New York eine "Extrawurst" der Denkmalschutzbehörde beantragte. Über sein Privatleben gibt der Superstar keine Auskunft. Er ist leidenschaftlicher New Yorker ("Nach Los Angeles fahre ich nur, wenn ich dafür bezahlt werde") und lebt - trotz zwischenzeitlich beantragter Scheidung - mit seiner zweiten Frau Grace Hightower zusammen.
Er hat fünf Kinder, darunter Zwillinge mit seiner Ex- Lebensgefährtin Toukie Smith, die 1995 im Reagenzglas gezeugt und von einer Leihmutter ausgetragen wurden. Von seinen schauspielerischen Fähigkeiten ist De Niro offensichtlich auch selber überzeugt. "Ich könnte auch ein Schnitzel spielen", sagte er einmal.
(dpa, AP, N24)
17.08.2008 12:29 Uhr





