Verheerendes Großfeuer
Mindestens neun Tote bei Mietshausbrand in Ludwigshafen
Bei einem Wohnhausbrand in Ludwigshafen sind mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. Darunter sind vermutlich fünf Kinder, wie die Polizei am Montagmorgen mitteilte. Aus dem Gebäude seien insgesamt acht Leichen geborgen worden, sagte Sprecherin Simone Eisenbarth. Eine Frau starb demnach zudem in der Nacht im Krankenhaus. Derzeit werden noch 24 Menschen in Kliniken behandelt, zwei von ihnen befanden sich in Lebensgefahr.
Es könne nicht ausgeschlossen werden, das noch weitere Opfer gefunden werden könnten, sagte die Ludwigshafener Oberbürgermeisterin Eva Lohse. Sie sprach vom "größten Brand der Stadtgeschichte" und erklärte die Fastnacht in Ludwigshafen für beendet.
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) verzichtet wegen des tödlichen Brandes in Ludwigshafen auf die Teilnahme am Mainzer Rosenmontagszug. Das teilte Regierungssprecher Walter Schumacher mit. Beck wollte ursprünglich in Mainz auf der Ehrentribüne vor dem Staatstheater den Rosenmontagszug bejubeln. Er hatte unter anderem Diplomaten aus neun Staaten zu dem närrischen Spektakel mit mehreren hunderttausend Zuschauern eingeladen.
Säuglinge und Kinder unter den Verletzten
Der Brand war am Sonntagnachmittag um 16.23 Uhr ausgebrochen und ereignete sich am Rande eines Faschingsumzuges. "Wir gehen davon aus, dass auch in dem Haus Fastnacht gefeiert wurde", sagte Polizeisprecherin Eisenbarth. Es habe offenbar viele Gäste gegeben.
Über das hölzerne Treppenhaus breitete sich das Feuer in Windeseile über alle Stockwerke aus. Meterhohe Flammen schlugen aus dem Gebäude, das Dach stürzte ein. Einige Menschen seien in Panik durch Fenster ins Freie gesprungen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Helfer hatten vor dem Haus Sprungkissen ausgelegt. Zwei Kleinkinder wurden von Bewohnern durch Fenster hinuntergeworfen, wo sie von Polizisten unverletzt aufgefangen werden konnten.
Unter den Verletzten sind Säuglinge und Kinder sowie Polizisten und ein Feuerwehrmann. Ein Kind wurde lebend aus einer ausgebrannten Wohnung gerettet. Neben rund 60 Feuerwehrleuten waren auch Krisenhelfer im Einsatz, die sich um die Hausbewohner kümmerten. Die Ludwigshafener Oberbürgermeisterin Eva Lohse (CDU), die sich vor Ort über die Lage informierte, zeigte sich erschüttert.
Eine Viertel Million Schaulustige am Unglücksort
Nach Auskunft der Polizei wohnten 52 Menschen in dem Backsteinbau, im Erdgeschoss befand sich ein Vereinslokal. In der parallel zur Ludwigshafener Haupteinkaufsstraße verlaufenden Straße in Sichtweite des Rathauses leben zahlreiche Ausländer. Die beiden angrenzenden Häuser wurden aus Sicherheitsgründen evakuiert. Ganz in der Nähe war am Nachmittag der Ludwigshafener Karnevalsumzug vorbeigezogen, der 250.000 Schaulustige angelockt hatte.
(dpa, AP, N24)
04.02.2008 11:10 Uhr







