Afghanistan-Mission

Zunehmend Forderungen nach Kampfeinsatz

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Angesichts des steigenden Drucks auf Deutschland, sich auch an Kampfeinsätzen im Süden Afghanistans zu beteiligen, hat jetzt der SPD-Sicherheitsexperte Jörn Thießen eine offenere Diskussion gefordert. "Die Debatte muss jetzt in Deutschland geführt werden, wir dürfen sie uns nicht immer von außen aufdrängen lassen", sagte Thießen der Rheinischen Post. Der Politiker regte an, in Deutschland nicht immer in der Abwehr amerikanischer, kanadischer oder Nato-Forderungen zu diskutieren, sondern sich darüber klar zu werden, bis wohin Deutschland gehen würde. Dies müsse auch vor dem Hintergrund erfolgen, dass Deutschland noch immer offizieller Bewerber um einen ständigen Sitz im Weltsicherheitsrat sei.

Naumann: Lasten und Risiken gemeinsam tragen

Der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr Klaus Naumann hat sich in der Diskussion erneut für die Entsendung deutscher Truppen in den Süden Afghanistans ausgesprochen. «Lasten, Risiken und Verantwortung werden solidarisch und gemeinsam getragen, Sonderrollen gibt es nicht», sagte Naumann gegenüber «Bild». Der ehemalige Vier-Sterne-General fürchtet, dass der Einfluss Deutschlands im Bündnis «gegen Null» tendieren werde, wenn sich das Land weiterhin den Aufgaben im Süden entziehe.

Naumann unterstrich die Bedeutung des Bündnisses für Deutschland: «Die NATO bindet die USA vertraglich an Europa, und ohne die USA gibt es keine Sicherheit für Europa.» Keinesfalls müsse Deutschland den Amerikanern jeden Wunsch erfüllen. Allerdings gehöre Deutschland «der NATO 53 Jahre an und hat noch nie den Amerikanern jeden Wunsch erfüllt, wohl aber haben die Verbündeten, allen voran die Amerikaner, den Deutschen im Kalten Krieg und auch danach nahezu jeden Wunsch erfüllt.» Naumann bemängelte, dass die Politik nicht ausreichend klargemacht habe, dass die Bundeswehr in Afghanistan zur Not auch kämpfen muss.

(dpa, N24)

05.02.2008 08:16 Uhr

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