Für den achtjährigen Pavaresimi Limani ist die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo am Sonntag eine besonders persönliche Angelegenheit: sein Vorname bedeutet auf Albanisch «Unabhängigkeit». Am Samstag half der Junge aus dem Dorf Cernica - etwa 45 Kilometer von Pristina entfernt - seiner Familie, bunte Luftballons für die Unabhängigkeitsfeier aufzublasen. «Ich mag meinen Namen, aber manchmal stört es mich, dass alle 'Unabhängigkeit, Unabhängigkeit' rufen - und ich nicht weiß, ob ich damit gemeint bin», sagte Pavaresimi der Nachrichtenagentur AFP. «Hoffentlich hören sie damit auf, wenn das Kosovo unabhängig ist.»
Mutter Ardiana Limani erzählte, sie und ihre Mann hätten sich für den außergewöhnlichen Namen entschieden, als die Kosovo-Befreiungsarmee UCK 1999 gegen die serbische Armee kämpfte. «Unsere Entscheidung drückte die Hoffnung auf, dass das Kosovo eines Tages unabhängig sein wird», sagte sie.
Das Parlament des Kosovo hat die bisherige serbische Provinz am Sonntag für unabhängig erklärt. Per Akklamation stimmten die Abgeordneten auf einer Sondersitzung in Pristina der Unabhängigkeitserklärung zu. Darin verpflichtet sich der neue Staat dem «Frieden» und der «Stabilität». Der serbische Präsident Boris Tadic erklärte unmittelbar darauf in Belgrad, sein Land werde «niemals die Unabhängigkeit des Kosovo anerkennen».
"Das Kosovo hat jetzt die politische Position verändert», erklärte Parlamentspräsident Jakup Krasniqi in Pristina. «Wir sind nunmehr ein unabhängiger, freier und souveräner Staat.» In Pristina zogen zehntausende Menschen jubelnd durch die Straßen.
(AFP, dpa, N24)
17.02.2008 09:43 Uhr









