Hintergrund Kosovo

Der Zerfall Jugoslawiens

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Der Zerfall des ehemaligen Jugoslawiens: Nun hat sich auch das Kosovo abgespaltet

Mit der Trennung des Kosovos von Serbien sind auch die Reste des alten Vielvölkerstaates Jugoslawien gelöscht. Bei seiner Gründung 1918 galt der «Staat der Südslawen» noch als Traum für die eng verwandten slawischen Brüder, nach jahrhundertelanger Zugehörigkeit zum Reich der Habsburger oder der Osmanen endlich selbstbestimmt leben zu können. Doch schon Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre sorgte die Unzufriedenheit wichtiger Völker für erste politische Erdbeben, die nach dem Tod des kommunistischen Staatsgründers Tito (1980) zu dem Zerfall führte.

Kroatien und Slowenien lösen sich nach Bürgerkrieg

Am Anfang dieses Auflösungsprozesses stand das Kosovo, das sich auf Grund der gestiegenen Bevölkerungszahl um mehr politische Selbstständigkeit bemühte. Die Serbische Akademie der Wissenschaften (SANU) formulierte 1986 ein «Memorandum», in dem sie vor allem mit Blick auf Kosovo die angebliche Benachteiligung Serbiens in Jugoslawien kritisierte. Auf Basis dieses ideologischen und nationalistischen Programms hob Serbien die bis dahin verfassungsrechtlich garantierte Autonomie des Kosovos auf. Slowenien und Kroatien machten Front gegen Belgrad. Der dadurch angeheizte Konflikt führte zusammen mit wirtschaftlichen Gründen und dem Aufblühen des Nationalismus auch in diesen beiden Nordrepubliken nach einem blutigen Bürgerkrieg 1991 zur Unabhängigkeit von Kroatien und Slowenien.

Zwei weitere unabhängige Staaten

Wenige Monate später spaltete sich im November 1991 auch die jugoslawische Republik Mazedonien vom Vielvölkerstaat ab und wurde selbstständig. Im Frühjahr 1992 rief die muslimische und kroatische Bevölkerungsmehrheit die Unabhängigkeit von Bosnien-Herzegowina aus. Die Bemühungen der serbischen Minderheit, mit kriegerischen Mitteln ganz Bosnien unter ihre Kontrolle zu bekommen, schlugen fehl. Der international vermittelte Frieden von Dayton entließ Bosnien-Herzegowina im Dezember 1995 endgültig in die Selbstständigkeit.

Auf Montenegro folgt das Kovovo

Seit 1996 ging auch Montenegro, mit Serbien in «Rest-Jugoslawien» verbunden, auf Distanz zu Belgrad. Neben vielen anderen Ursachen lag dieser Konfrontationskurs auch in der Angst begründet, über die albanische Minderheit im eigenen Land in den Kosovo-Konflikt hineingezogen zu werden. Seit 2006 ist Montenegro ein selbstständiger Staat, dem jetzt das Kosovo folgt. Vom großserbischen Traum mit der Vereinigung aller Serben-Gebiete im alten Jugoslawien ist nur noch ein «Kleinserbien» übrig geblieben.

(dpa)

18.02.2008 11:21 Uhr

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