Fußball Dritte Liga
Harte Strafe gegen Erfurt wegen antisemitischer Fans
Beim Spiel zwischen Rot-Weiß Erfurt und Carl Zeiss Jena war es zu antisemitischen Sprechchören gekommen. Der DFB entschied: Erfurt muss 10.000 Euro zahlen und ein Spiel ohne Publikum bestreiten.
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Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat Rot-Weiß Erfurt wegen antisemitischer und rassistischer Hasstiraden seiner Fans während des Drittliga-Derbys gegen Carl Zeiss Jena (2:1) am vergangenen Freitag hart bestraft. Erfurt muss sein nächstes Heimspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen und zusätzlich 10.000 Euro Geldstrafe zahlen. Die Erfurter, deren Anhänger "Juden Jena" skandiert hatten, haben das Urteil des DFB-Sportgerichts bereits akzeptiert. Das Sportgericht wies außerdem ausdrücklich darauf hin, dass der Verein bei erneuten "gravierenden Vorfällen" zusätzlich zu einer Wiederholung der jetzigen Strafe mit einem Punktabzug rechnen muss.
DFB wendet sich klar gegen Antisemitismus
Der für Rechts-, Satzungs- und Sicherheitsfragen zuständige DFB-Vizepräsident Rainer Koch (Poing) nahm das Urteil zum Anlass, um noch einmal die grundsätzliche Position des DFB zu verdeutlichen: "Wir zeigen Gewalt, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit bei Fußballspielen die Rote Karte - ohne Ausnahme", erklärte Koch: "Der DFB steht für eine Null-Toleranz-Politik und wird sich jeder Form von gewalttätigen und rassistischen Ausschreitungen in aller Entschiedenheit entgegenstellen. Jeder Fall von Feindseligkeit und verbaler oder gar körperlicher Gewalt ist bereits ein Fall zu viel."
Koch untermauerte zudem die Absicht des DFB, Vorfälle wie in Erfurt zukünftig zu verhindern. "Unsere Stadien dürfen weder von Gewalttätern noch von politischen Extremisten im Gewande von Fußballfans als Kampfbahn missbraucht werden. Im Zusammenwirken mit Polizei und Sicherheitskräften werden wir im DFB, in der DFL und in den Vereinen daher alles unternehmen, um derartige Vorfälle zu verhindern", sagte der Funktionär.
Koch verlangte zudem mehr Zivilcourage von den Zuschauern: "Nur repressives Einschreiten löst auf Dauer die Probleme nicht. Erst wenn die Mehrheit der friedliebenden Fans dem Nachbarn in der Kurve bei Entgleisungen auf die Finger klopft beziehungsweise auf den Mund schaut, erst dann haben wir eine Aussicht auf dauerhaften Fanfrieden in den Stadionkurven."
(sid, N24)
21.08.2008 17:23 Uhr







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