Bundesliga: Manipulation?
Ex-Profi gesteht Bestechungsversuche
Sean Dundee, Ex-KSC-Profi, berichtet von Bestechungsversuchen. Der DFB hat inzwischen wegen des Verdachts der Manipulation von Bundesligaspielen Kontakt mit der Staatsanwaltschaft aufgenommen.
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Der ehemalige KSC-Profi Sean Dundee hat bestätigt, dass er für Spielmanipulationen angeworben werden sollte. Im Sommer 2005 sei Dundee von einem Mann angesprochen worden, der sich als Fan ausgab (Archivfoto vom 19.03.2006).
Der FC Bayern, sonst Klassenprimus der Bundesliga, wenn es ums Geldausgeben geht, hielt sich vor der Saison 2008/2009 in Sachen Neuzugängen zurück. Wichtigster Einkauf ist Tim Borowski von Werder Bremen - und den bekam Uli Hoeneß für lau.
Für den kurzfristig nach Hamburg gewechselten Marcell Jansen kommt der italienische Weltmeister Massimo Oddo. Er ist aber nur ausgeliehen. Was das kostet, ist nicht bekannt.
Außerdem holten die Münchener noch einen erfahrenen Mann für die Auswechselbank. Torwart Hans-Jörg Butt, zuletzt in Diensten von Benfica Lissabon, dient als Ersatz, falls Michael Rensing einmal ausfallen sollte. Auch er kostete die Bayern nichts.
Apropos Torhüter bei Bayern: Er ist es nicht mehr. Oliver Kahn, Legende zwischen den Pfosten, hat im Sommer seine Karriere beendet.
Im hohen Norden war man spendabler als in Bayern. Werder Bremens neuer Verteidiger Sebastian Prödl hat schlappe 2,5 Millionen Euro gekostet. Der Österreicher kommt von Sturm Graz.
Er ist der Überraschungsheimkehrer der Saison: Claudio Pizarro spielte bereits von 1999 bis 2001 bei Werder Bremen, wohin er nun wieder zurückkehrte. Nach sechs Jahren bei den Bayern und einer erfolglosen Chelsea-Saison stürmt er wieder in grün-weiß.
Ein neuer Stürmer tat Not, weil Ivan Klasnic die Bremer in Richtung Nantes verließ. Nach überstandener Nierentransplantation und Vorwürfen gegen die Vereinsärzte gab es kein Vertrauen mehr zwischen ihm und der Clubführung.
Tief in die Schatulle griff auch Schalke 04. Für den Peruaner Jefferson Farfán legten die Gelsenkirchener schlappe zehn Millionen Euro hin.
Und den Niederländer Orlando Engelaar ließen sie sich 5,5 Millionen kosten.
Kein Schalker mehr ist Sören Larsen. Der Däne ging für 3 Millionen Euro zum FC Toulouse.
Beim HSV spielt künftig Mladen Petric. Der Kroate war bei Borussia Dortmund nicht so recht glücklich. In Hamburg wagt er den Neuanfang.
In letzter Minute schlug der HSV bei Marcell Jansen zu. Der Nationalverteidiger kommt von Bayern München. Was er kostete? Psst ...
Ebenfalls kurz vor Ende der Transferphase kam der Brasilianer Alex Silva in die Hansestadt. Die 6,2 Millionen Ablöse gehen an den FC Sao Paolo.
Wenige Tage bevor die Transferliste schloss, geriet der HSV noch einmal in einen wahren Kaufrausch: Sie holten auch Alex Silvas Mannschaftskollegen von der olympischen Brasilienelf, Thiago Neves, für das Mittelfeld.
Zudem lockten die Hamburger zwei Freiburger Hoffnungsträger an die Waterkant. Jonathan Pitroipa kam ablösefrei, U21-Nationalspieler Dennis Aogo (Bild) wechselte für 1,3 Millionen den Club.
Ob die Neuzugänge diesen Weggang kompensieren können, ist fraglich: Für 15 Millionen und nach wochenlangem Poker ging der Holländer Rafael van der Vaart zu seinem Traumclub Real Madrid.
8,5 Millionen mehr im Sack und einen Störenfried weniger - so könnten die HSV-Verantwortlichen über den Verkauf von Vincent Kompany an Manchester City gedacht haben. Der Belgier fuhr, anstatt zur Vorbereitung zu erscheinen, lieber zu Olympia nach Peking.
Der einzige Verein, der - neben dem HSV - vor der Saison richtig mit Geld um sich warf, ist der VfL Wolfsburg. Von den rund 28 Millionen Euro, die er für neues Personal ausgab, gingen alleine 21 an den US Palermo - zum einen für Andrea Barzagli, ...
... zum anderen für Cristian Zaccardo.
Für ihn legte Wolfsburg 4 Millionen auf den Tisch: Zvjezdan Misimovic kam aus Nürnberg.
Der VfB Stuttgart hat sich Jan Simak gesichert. Der Tscheche galt schon einmal in Deutschland als Fußballhoffnung. Durch zahlreiche Eskapaden stellte er sich aber häufig ins Abseits, bevor er zurück nach Tschechien verschwand.
In der vergangenen Saison tauchte er in Jena wieder auf. Jetzt bekommen die Thüringer für ihn 800.000 Euro von den Schwaben.
Auch Jens Lehmann zog es zurück nach Deutschland. Der Ex-Nationalkeeper kam ablösefrei von Arsenal London und hütet in Stuttgart fortan die Hütte.
Am teuersten kam den Schwaben Khalid Boulahrouz zu stehen. Der Niederländer und Ex-Hamburger war dem VfB 5 Millionen wert. Er kam von Chelsea.
Fernando Meira verließ dagegen den VfB Stuttgart. Er kickt künftig für Galatasaray Istanbul, auf das Stuttgarter Konto fließen 5 Millionen Euro.
Nichts musste Bayer Leverkusen für Nationalstürmer Patrick Helmes ausgeben. Er kam über den Rhein vom 1. FC Köln.
Er soll unglaubliche 10 Millionen Euro gekostet haben. Der 20-jährige Brasilianer Renato Augusto kam von Flamengo und gilt als Perspektivspieler.
20 ist Carsten Ramelow nicht mehr, sondern schon 34. Grund für den Leverkusener Ex-Nationalspieler, die Kickstiefel an den Nagel zu hängen.
Und auch dieser Bayer-Oldie hörte auf: Der bosnische Legionär Sergej Barbarez ließ mit 36 Jahren das professionelle Fußballspielen sein.
Hannover 96 sicherte sich den Schweizer Abwehrrecken Mario Eggimann. Er kam für 1,4 Millionen vom KSC.
Jan Schlaudraff fasste beim FC Bayern nie richtig Fuß. Jetzt geht er für Hannover auf Torejagd und beschert Uli Hoeneß Einnahmen in Höhe von 2 Millionen.
Von Hannover in Rente: Thomas Brdaric hörte zum Saisonende auf.
Von Hannover zu 1860: Das ewige Talent Benjamin Lauth spielt nun in München. Kostenpunkt: 0 Euro.
Der defensive Mittelfeldmann Zlatan Bajramovic spielt nun am Main. Von Schalke zog es den Bosnier zu Eintracht Frankfurt. Der Transfer ging ablösefrei über die Bühne.
Etwas kostspieliger war für die Eintracht schon die Verpflichtung des Österreichers Ümit Korkmaz. Für den Nationalspieler von Rapid Wien legte Frankfurt 2,3 Millionen hin.
Wie gut, dass Frankfurts neuer Stürmer Nikos Liberopoulos vom AEK Athen kein Geld kostete ...
... andererseits: Im Gegenzug ging der Grieche Sotirios Kyrgiakos von Frankfurt nach Athen. Auch hier floss keine Ablöse.
Bei Schalke ging es Mimoun Azaouagh nicht so richtig prächtig. Beim VfL Bochum soll das jetzt besser werden. 700.000 Euro kostete er.
Ablösefrei kehrte der Iraner Vahid Hashemian ins Revier zurück. Er spielte schon von 2001 bis 2004 in Bochum.
Paul Freier lief schon 19 Mal für Deutschland auf, zwischen 1996 und 2004 spielte er beim VfL Bochum - jetzt wieder: Für 1,1 Millionen kam er von Leverkusen.
Teuerster Neu-Dortmunder: Neven Subotic brachte Mainz 05 3,5 Millionen Euro ein.
Für 2,5 Millionen kam Patrick Owomoyela von Werder Bremen zu Klopps neuem Club.
Tamás Hajnal glänzte vergangene Saison bei Karlsruhe. In dieser Spielzeit soll der 1,25-Millionen-Euro-Mann in Dortmund sein Können unter Beweis stellen.
Er und "Kloppo" sind unzertrennlich: Schon bei Mainz spielte der Ägypter Mohamed Zidan unter Jürgen Klopp. Zu Dortmund kam er vom Hamburger SV.
Für den voraussichtlich lange verletzten Abwehrmann Dede holten die Borussen den Südkoreaner Young-Pyo Lee von Tottenham Hotspurs (hier im Zweikampf mit Wayne Rooney).
Einer der letzten der alten "Mannheimer Schule" tritt ab: Christian Wörns, seines Zeichens beinharter Manndecker vom Typ "Jürgen Kohler".
Ganz schön teuer für einen Zweitliga-Angreifer: Borussia Mönchengladbach überwies 2,6 Millionen Euro für den Franzosen Karim Matmour an den SC Freiburg. Matmour ist aber noch jung - der Kauf könnte sich also rentieren.
Der finanzstarke Dorfverein 1899 Hoffenheim gab insgesamt rund 11 Millionen für neue Spieler aus. 3,2 Millionen kostete allein Andreas Beck vom VfB Stuttgart.
Brasilianer Wellington kam für 4,5 Millionen von Internacional. Mit 20 Jahren kann aus ihm noch ein Großer werden - hoffen zumindest die Hoffenheimer.
Bei Werder hat Pierre Womé nie überzeugt. Jetzt wechselte er ablösefrei zu Aufsteiger Köln. Mal sehen, ob es da besser wird.
Patrick Helmes ist weg, Manasseh Ishiaku vom MSV Duisburg soll die Lücke bei Köln schließen. Der Nigerianer kostete 2 Millionen Euro.
Für Neu-Bayern-Coach Klinsmann begann die Saison mies. Zwei Unentschieden in den ersten beiden Spieltagen. Da mutete die Tor-Gala gegen Hertha wie ein Befreiungsschlag an.
Düsterstimmung dagegen bei Hertha-Coach Favre: Lediglich Pantelic konnte mit dem einzigen Tor der Berliner für eine kurze Stimmungsaufhellung sorgen.
Luca Toni sorgte bereits in der 12. Minute für den ersten Jubelausbruch auf Münchner Seite.
Schweinsteiger und Lahm setzten in der 54. und 56. Minute noch zwei Treffer drauf.
Und als wäre das nicht genug: Der eingewechselte Miro Klose verwandelte in der 70. Minute einen Foulelfmeter zum 4:0.
Die Bayern spielten nach dem lahmen Saisonauftakt wie entfesselt und ...
der fliegende Italiener Luca Toni sorgte endlich wieder für Gute-Laune-Fußball vom Feinsten.
Die Bayern zogen den Berlinern im wahrsten Wortsinn die Hosen aus.
Gleichzeitig krönten die Stuttgarter nach dem Einzug in den UEFA-Pokal ihre Fußball-Woche. Lanig mit vollem Körpereinsatz gegen Hannovers Schulz.
Der Stuttgarter Gomez lässt Hannover-Keeper Enke in der 18. Minute keine Chance: 1:0 für die Gastgeber.
Pavel Pardo (l) erhöhte per Foulelfmeter (40.) zum 2:0-Endstand und bescherte den von VfB-Coach Armin Veh geforderten "gelungenen Saisonstart".
Während in Stuttgart ein weiterer Erfolg gefeiert wird, herrscht in Hannover miese Laune: Nach dem dritten Spieltag sind sie das Tabellenschlusslicht.
David "Becks" Beckham ist laut -France Football- bestbezahlter Fußballer der Welt. Der Brite ...
...verdient 31 Millionen Euro im Jahr und das obwohl er derzeit in der lediglich als zweitklassig geltenden US-Liga MLS kickt.
Im Vorjahr verdiente der -Glamour boy- und englische Nationalkicker lediglich 17 Millionen Euro.
Brasiliens Ronaldinho, im vergangenen Jahr noch Bestbezahltester, kommt derzeit auf ein Jahressalär von 24,1 Millionen Euro - trotz Bankplatz beim FC Barcelona.
Lionel Messi, argentinischer Jungstar und ebenfalls beim FC Barcelona unter Vertrag, liegt mit 23 Millionen Euro auf Platz drei.
Über 19,5 Millionen Euro kann sich der Portugiese Cristiano Ronaldo freuen. Er gilt als derzeit bester Fußballer der Welt und spielt für den derzeitigen Premier-League-Spitzenreiter Manchester United.
Frankreichs Topstürmer Tierry Henry erzielt laut -France Football- ein Einkommen von 16,8 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr waren es für den Barca-Star noch 15,7 Millionen Euro.
Chelseas Kapitän John Terry kommt auch dank Herrn Abramowitsch auf ein Jahressalär von 13,9 Millionen Euro und liegt damit auf Platz sechs...
Michael Ballack ist sein Geld wert: Mit seinem 1:0 brachte er Chelsea auf die Siegerstraße. Die "Blues" treffen nun im Champions-League-Halbfinale auf die "Reds" von Liverpool.
Der einstige Weltfußballer Ronaldo, derzeit verletzt und außer Form, bekommt 13,4 Millionen Euro für sein fußballerisches Können - Platz acht. Vor einem Jahr waren es noch 15,2 Millionen Euro und Rang fünf.
Brasiliens neuer Star und Weltfußballer Kaka - in Diensten des AC Mailand - liegt derzeit auf Platz neun mit 12,9 Millionen Euro. Sein Marktwert dürfte aber weiter steigen.
Das Jahreseinkommen von Steven Gerrard, seines Zeichens Engländer und Kapitän des FC Liverpool, bezifferte -France Football- auf 11,8 Millionen Euro.
Der ehemalige KSC-Profi Sean Dundee hat bestätigt, dass er für Spielmanipulationen angeworben werden sollte. Im Sommer 2005 sei Dundee von einem Mann angesprochen worden, der sich als Fan ausgab, berichtet die ARD. "Der hat nur gesagt, ob ich mir vorstellen kann für Geld - 10-, 15-, 20 000 Euro - einen Elfmeter zu verschießen. Ich habe gesagt, so etwas mache ich nicht", wird Dundee in einer Pressemitteilung der ARD zitiert. Der 35 Jahre alte frühere Fußball-Profi, der seine Laufbahn mittlerweile beendet hat, bestätigte auch, dass zwei weitere KSC-Spieler angesprochen wurden.
DFB in Kontakt mit Staatsanwaltschaft Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat wegen Manipulationsverdachts gegen zwei Bundesligapartien Kontakt mit der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main aufgenommen. Das teilte der Verband am Montag mit. Dabei handele es sich um die Erstliga-Begegnung Hannover 96 gegen 1. FC Kaiserslautern am 26. November 2005 und das Spiel der 2. Bundesliga Karlsruher SC gegen Sportfreunde Siegen am 7. August 2005. Derweil stellte der Autor Declan Hill in Berlin sein Buch "Sichere Siege" vor.
Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" hatte am Wochenende berichtet, dass die beiden Partien "auffällig" seien. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatten aber nach eigener Aussage bislang keine Anhaltspunkte für Manipulationen.
"Unser Sport, den wir lieben, ist in ernster Gefahr" Der DFB teilte mit, die Zweitliga-Begegnung sei Gegenstand eines früheren Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft Frankfurt gewesen. Der DFB prüfe nun in Abstimmung mit der DFL im Hinblick auf die jetzt bekanntgewordenen Verdachtsmomente, ob das sportgerichtliche Verfahren wieder aufzunehmen sei. Bezüglich des Spiels Hannover 96 gegen Kaiserslautern seien bisher keine staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen bekannt.
Der kanadische Enthüllungsjournalist Hill sagte: "Unser Sport, den wir lieben, ist in ernster Gefahr." In seinem Buch beschreibt er historisch und systematisch Fußball-Manipulationen. Er behauptet, von Asien würden Spiele in vielen europäischen Ligen verschoben. Der ständig wachsende Wettmarkt sorge dafür, dass der Ausgang auch großer und wichtiger Spiele oft nicht mehr dem Zufall überlassen werde.
(N24)
01.09.2008 16:59 Uhr
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