Fußball: Wettskandal

Journalist Hill will Tonbänder veröffentlichen

Der Journalist Declan Hill will Tonbänder aus seiner Recherche zu Manipulationen bei Bundesliga- und WM-Spielen offenlegen. Er will damit Zweifeln an den Vorwürfen entgegentreten.

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Declan Hill behauptet, unter anderen sei das WM-Spiel Brasilien gegen Ghana verschoben worden.

Der kanadische Buchautor Declan Hill will im Zusammenhang mit den neuen Manipulationsvorwürfen im Fußball Gesprächsaufnahmen seiner Recherchen veröffentlichen. Innerhalb von 24 Stunden werde er Tonbandaufnahmen von Gesprächen mit dem Ghanaer Ex-Profi Abukari Damba ins Internet stellen, sagte Hill. Ghanas früherer U-17-Trainer soll laut Hill Kontakte zur asiatischen Wettmafia gehabt haben. "Das kann ich mit Fotos beweisen, und das kann ich mit Tonbandaufnahmen beweisen", sagte Hill.

Damba bestreitet Vorwürfe

Hill hat nach eigenen Aussagen insgesamt vier Gespräche mit Damba geführt, in denen ihm Ghanas Ex-Nationaltorwart seine Beziehung zur Wettszene bestätigt habe. Laut Hill soll Damba bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 am angeblichen Bestechungsversuch von ghanaischen Nationalspielern im Vorfeld des Achtelfinalspieles gegen Brasilien (0:3) beteiligt gewesen sein. Damba bestreitet die Vorwürfe und hat sie als "Lüge" und "absolut haltlos" bezeichnet.

Hill spricht in seinem Buch, in dem es um illegale Praktiken bei Fußball-Wetten in Asien geht, von insgesamt vier Spielen bei der WM in Deutschland, für die ein asiatischer Wettpate die Endstände vorausgesagt haben soll. Bei den mutmaßlich manipulierten Partien soll es sich laut Aussagen von Hills Gesprächspartnern um die Spiele Ghana gegen Italien (0:2), England gegen Ecuador (1:0) und Ukraine gegen Italien (0:3) handeln.

Indessen hat der ecuadorianische Fußball-Verband FEF hat den Weltverband FIFA aufgefordert, in der Affäre um angeblich manipulierte WM-Spiele 2006 in Deutschland Untersuchungen einzuleiten. Dabei geht es den Südamerikandern um die WM-Achtelfinal-Begegnung zwischen Ecuador und England. FEF-Präsident Luis Chiriboga verlangte eine "eingehende Untersuchung". Seine Aufgabe sei es nun, Spieler und Trainer zu schützen.

Auch Bundesligaspiele betroffen

Unter Manipulationsverdacht stehen nach Recherchen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" auch das Bundesligaspiel Hannover 96 gegen 1. FC Kaiserslautern am 26. November 2005 (5:1) und das Zweitligaspiel Karlsruher SC gegen die Sportfreunde Siegen am 7. August 2005 (2:0). Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat inzwischen Kontakt mit der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main aufgenommen. Der ehemalige KSC-Profi Sean Dundee hat indes in einem TV-Bericht bestätigt, dass er im Sommer 2005 für Spielmanipulationen angeworben werden sollte. Er habe jedoch abgelehnt.

(dpa, N24)

02.09.2008 15:59 Uhr

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