Gas, Heizöl, Benzin

Und wieder steigen die Preise

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Energiepreissteigerungen auf breiter Front: Heizöl, Benzin, Diesel haben sich in den vergangenen Tagen erneut verteuert - und ab März steht eine neue Welle von Gaspreiserhöhungen ins Haus. Wie das Verbraucherportal Verivox am Freitag in Heidelberg mitteilte, erhöhen "mindestens 140 lokale Gasversorger" im Frühjahr die Gaspreise um durchschnittlich 6,6 Prozent.

Heizöl so teuer wie nie

Für einen Liter Benzin müssen die Autofahrer nach Angaben von Sprechern aus der Mineralölindustrie gegenwärtig im bundesweiten Durchschnitt 1,43 Euro bezahlen, für Diesel 1,33. Das sind nur wenige Cent unter den absoluten Rekordpreisen vom November vergangenen Jahres. Heizöl kostet mit 77,50 Euro je 100 Liter so viel wie nie zuvor, berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf den Hamburger Energie-Informationsdienst EID. Am Mittwoch hatte der Rohölpreis den Rekordstand von über 101 Dollar (68 Euro) erreicht.

Unterdessen gab es ein Lob von Bundesregierung und Verbraucherverbänden für die Stromkunden in Deutschland, die preisbewusst handelten. Nach Branchenangaben wechselten sie immer häufiger Tarif oder Anbieter. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos sagte: "Es zeigt, dass der Wettbewerb greift. Bei den Verbrauchern wächst das Bewusstsein, dass sie es auch selbst in der Hand haben, ihren Stromlieferanten Grenzen zu zeigen."

Laut Verivox bedeuten die neuen Preiserhöhungen zufolge für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden eine jährlichen Mehrbelastung von 85 Euro im Schnitt. Bei der Analyse sei jeweils das günstigste Angebot des Versorgers zugrunde gelegt worden.

Die Erhöhungen wurden mit gestiegenen Beschaffungskosten und dem hohen Niveau der Ölpreise begründet. An letztere sind die Kosten für Erdgas über die Ölpreisbindung gekoppelt. Der stärkste Preissprung wurde dem Energie-Portal zufolge bisher von den Stadtwerken Reichenbach/Vogtland GmbH angekündigt. Mit einer Steigerung von 14,1 Prozent bezahle der Musterhaushalt hier auf ein Jahr gerechnet 186 Euro mehr als bisher. Überdurchschnittlich hoch fallen demnach auch die Preiserhöhungen bei den Energiekonzernen EnBW und RWE aus.

So habe die EnBW Gas GmbH eine Verteuerung von 8,3 Prozent zum 1. April angekündigt, die RWE Westfalen-Weser-Ems AG sogar eine um 10,1 bzw. 9,5 Prozent, je nach Lieferregion. Dies entspreche Mehrausgaben von 102 Euro (EnBW) und 119 Euro (RWE Westfalen-Weser-Ems) für den Musterhaushalt. Beide Konzerne hatten jüngst deutliche Gewinnsprünge bei den Betriebsergebnissen gemeldet.

Gaspreisvergleich unabdingbar

Die Experten von Verivox raten Verbrauchern zu einem Gaspreisvergleich. Nur so könnten Haushalte prüfen, ob es günstigere Angebote beim lokalen Versorger gibt oder ob sich ein Anbieterwechsel lohnt. Dabei müsse vor allem auf Preisgarantien geachtet werden.

200 Euro pro Jahr sparen

Im vergangenen Jahr wechselten nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zwei Millionen Stromkunden Tarif oder Anbieter. Der Verbraucherzentralen-Bundesverband (vzbv) bestätigte in Berlin den Trend. 2007 hätten doppelt so viele Kunden den Stromversorger gewechselt wie im Jahr zuvor. Familien sparten nach Berechnungen der Verbraucherschützer mit einem Wechsel bis zu 200 Euro, Alleinstehende bis zu 120 Euro pro Jahr.

Rund 1,2 Millionen Privathaushalte entschieden sich nach den BDEW- Zahlen 2007 für ein neues Versorgungsunternehmen. Außerdem wechselten rund 800.000 Kunden das Produkt ihres Anbieters. Seit der Öffnung des Strommarktes 1998 bis Ende 2007 hätten rund 20 Millionen Haushalte - etwa 50 Prozent aller - den Grundversorgungstarif verlassen. Ende 2006 habe diese Quote noch bei 45 Prozent gelegen.

Beim Erdgas wechselten laut BDEW bis Ende vorigen Jahres 11 Prozent Tarif oder Anbieter. In dieser Branche gibt es aber erst seit Oktober 2006 die ersten Alternativangebote zum heimischen Versorger.

Ermittlung gegen fünf Gasversorger

Unterdessen hat das Wirtschaftsministerium gegen fünf niedersächsische Energieversorger Ermittlungen wegen möglicherweise überhöhter Gaspreise eingeleitet. Das sagte ein Sprecher des Hauses der Deutschen Presse-Agentur dpa. Das Ministerium überprüft als Landeskartellbehörde, ob es einen Verdacht auf missbräuchliche Preiskalkulation gibt. "Die fünf Unternehmen wurden aufgefordert, ihre Berechnungen offenzulegen", sagte der Sprecher. Sollten die Kalkulationen nicht nachvollziehbar sein, werden die Unternehmen zu Preissenkungen aufgefordert. Bei der jüngsten Abfrage im Oktober 2007 waren die Tarife in Braunschweig, Uelzen, Bad Harzburg, Wunstorf und Bad Pyrmont am höchsten.

In der Vergangenheit gab es bereits mehrere Fälle, in denen unterschiedliche Versorger ihre Preise nach einer Überprüfung durch die Landeskartellbehörde senken mussten. Das Ministerium fragt die Preise der insgesamt 66 Gasanbieter mit Sitz in Niedersachsen zwei Mal im Jahr ab.

(dpa, N24)

22.02.2008 14:51 Uhr

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