Durch die Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers drohen der Allianz Ausfälle von 400 Millionen Euro. Zu Schäden durch Hurrikan "Ike" machte der Versicherungskonzern keine Angaben.
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Dem Versicherungskonzern Allianz drohen durch die Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers Ausfälle von bis zu 400 Millionen Euro. Mit dieser Summe sei der Konzern in etwa bei der US-Bank engagiert, sagte Vorstandschef Michael Diekmann in Bratislava. Die übrigen Ausfallrisiken durch die Krise an den internationalen Finanzmärkten seien momentan noch nicht verlässlich einzuschätzen.
Viel Psychologie im Spiel
Derzeit sei an den Märkten aber viel Psychologie im Spiel. "Wir sehen Kursreaktionen, die auf Unsicherheit basieren statt auf realen Fakten." Auch zu Schäden durch den Hurrikan "Ike" könne er derzeit noch keine Angaben machen, sagte Diekmann. An den reduzierten Gewinnzielen für dieses Jahr ändere sich daher nichts. "Es gibt keine Hinweise darauf, dass wir unsere Profitabilitätsziele einkassieren müssen." Wegen Problemen bei der Tochter Dresdner Bank hatte Europas größter Versicherer Anfang August sein bisheriges Gewinnziel aufgegeben.
Entwicklung bei US-Versicherungsriesen AIG "dramatisch"
Ohne das Bankgeschäft rechnet die Allianz nun für 2008 und 2009 mit einem operativen Ergebnis von jeweils mindestens neun Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr hatte die Allianz ohne die Bank operativ rund 10,1 Milliarden Euro verdient. Die Entwicklung beim schwer angeschlagenen US-Versicherungsriesen American International Group (AIG) nannte Diekmann "dramatisch".
Lange Zeit sei die AIG das Maß der Dinge in der Versicherungsbranche gewesen. Ein mögliches Interesse der Allianz an Geschäftsbereichen der AIG ließ Diekmann offen. "Die AIG braucht Kapital. Dafür hat sie bestimmte Aktivitäten zur Disposition gestellt." Dies seien zum Beispiel das Rückversicherungs- oder Leasinggeschäft. Beides sei für die Allianz nicht von Interesse. Sollten andere Bereiche zum Verkauf stehen, müsse dies zunächst in Ruhe angesehen werden.
Allianz will Mitarbeiter von Dresdner- und Commerzbank übernehmen
Nach dem Verkauf der Dresdner Bank an die Commerzbank könnten bis zu 600 Mitarbeiter des Geldinstituts Unterschlupf bei der ehemaligen Mutter Allianz finden. Rund 300 Stellen würden voraussichtlich im eigenen Banken-Geschäft gebraucht, sagte Diekmann. Weitere 200 dürften für den Ausbau der Versicherungs-Agenturen in der Fläche benötigt werden und weitere 100 könnten direkt zur Allianz wechseln. "Es muss aber die Bereitschaft dazu da sein."
Die Allianz hatte sich vor gut zwei Wochen mit der Commerzbank auf einen Verkauf ihrer Tochter Dresdner Bank geeinigt. Im Zuge der Fusion sollen nach Angaben der Commerzbank rund 9000 Arbeitsplätze wegfallen, davon 6500 in Deutschland. Derzeit haben beide Banken zusammen knapp 67.000 Mitarbeiter. Der Kaufpreis war auf 9,8 Milliarden Euro beziffert worden. Die Allianz hatte die Dresdner Bank 2001 für rund 23 Milliarden Euro übernommen.