Russland schließt Vertrag

Militärischer Schutz für Abchasien und Südossetien

Russlands Präsident Medwedew hat mit den selbsternannten Präsidenten von Abchasien und Südossetien umfangreiche Verträge abgeschlossen. Unter anderem wurde eine militärische Unterstützung vereinbart.

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Russland Präsident Medwedew (m) unterzeichnete die Verträge mit Abchasiens Präsident Eduard Kokojty (l) und dem Präidenten Südossetiens Sergej Bagapsch (r).
Südossetien - Ein Konflikt, von dem die Welt bislang wenig wahrgenommen hatte, eskaliert.
In der eigentlich zu Georgien gehörenden Region hatte das Volk 2006 abgestimmt. Ergebnis: Südossetien soll unabhängig sein. Seither ist der Status der selbst erklärten Republik Südossetien unklar (im Bild: Südossetiens Präsident Eduard Kokojty).
In der Nacht zum 8. August 2008 macht Georgien im Kampf um das Territorium ernst: Nach südossetischen Angaben greift es mit schwerer Artellerie und aus der Luft an. Die Hauptstadt Zchinwali liegt in Trümmern. (Bild vom 8.8.2008)
Georgiens Präsident Michail Saakaschwili verkündet die generelle Mobilisierung im Kampf um Südossetien.
Hunderte georgische Soldaten postieren sich an der Grenze zu Südossetien.
Bald sollen sogar im Irak stationierte Elitesoldaten in die Heimat zurückkehren, um die Kontrolle über die abtrünnigen Gebiete zurückzuerlangen.
Auch nach den Angriffen der Nacht geht der bewaffnete Konflikt weiter.
Georgische Raketenwerfer im Süden Zchinwalis am Morgen des 8. August.
Auch Russland, dass sich schon seit längerem als Schutzmacht Südossetiens sieht, schaltet sich ein. Russlands Präsident Dmitri Medwedew erklärte, er sei verpflichtet, das Leben russischer Bürger überall zu schützen ...
... und entsendet russisches Militär in die Region, um die dort bereits stationierten sogenannten Friedenstruppen zu unterstützen.
In Südossetien herrscht indessen Ausnahmezustand: Die Bewohner der Hauptstadt fliehen vor den georgischen Angriffen.
Nach Angaben der südossetischen Seite kamen bei den ersten Angriffen 1.400 Menschen ums Leben.
Südossetische Truppen rüsten sich ebenso für den Krieg ...
... und ziehen schweres Gerät zusammen.
Der Krieg hat begonnen. Die größte Not leidet wie immer die Zivilbevölkerung.

Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat umfangreiche Kooperationsabkommen mit Südossetien und Abchasien geschlossen. "Das ist zweifellos ein historisches Ereignis", sagte er in Moskau nach der Unterzeichnung der Dokumente mit den selbst ernannten Präsidenten der beiden abtrünnigen georgischen Provinzen, Eduard Kokojty und Sergej Bagapsch. Darin werden unter anderem militärische Unterstützung und die Vereinheitlichung der Energie-, Telekommunikations- und Transportnetze vereinbart.

Russland wird kein "neues militärisches Abenteuer" zulassen

Zudem sollten gemeinsame Patrouillien an den Grenzen der von Russland als eigenständige Staaten anerkannten Regionen erfolgen, hieß es im Vertragstext. Dies geschehe "im Interesse der beiderseitigen Sicherheit und dem Frieden und der Stabilität im Südkaukasus". Russland werde "kein neues militärisches Abenteuer" zulassen, sagte Medwedew weiter.

Abkommen unterstützt Haltung Russlands

Mit den Kooperationsabkommen werde die Haltung Russlands seit dem 8. August unterstützt. Damals hatte Georgien einen Angriff auf Südossetien gestartet, um die Kontrolle über die abtrünnige Provinz zurückzugewinnen. Russland reagierte mit einer Invasion in Georgien, um nach eigenen Angaben russische Bürger in Südossetien und Abchasien zu schützen. Der Abzug aus dem georgischen Kernland begann am Wochenende mit der Räumung von fünf der 25 Kontrollpunkte.

(AFP, N24)

17.09.2008 16:02 Uhr

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