Protest gegen Rechts

Krawalle bei "Anti-Islam-Kongress" in Köln

Massive Proteste haben in Köln den "Anti-Islam-Kongress" begleitet. Mindestens acht linke Gegendemonstranten wurden nach Stein- und Farbbeutelattacken vorübergehend festgenommen.

Sie benötigen einen Flashplayer, mindestens in Version 8 sowie aktiviertes JavaScript.

Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:

Mit Ausgrenzung und Fremdenhass wollen die Kölner nichts zu tun haben.

Massive Proteste haben am Freitag den Auftakt des umstrittenen Anti-Islamisierungs-Kongresses der rechtspopulistischen Bürgerbewegung Pro Köln begleitet. Mindestens acht Gegendemonstranten kamen nach Steinwürfen und Farbbeutelattacken in Polizeigewahrsam oder wurden vorübergehend festgenommen. Die Bundesregierung verurteilte den Kongress als Gefahr für die Integrationsbemühungen in Deutschland.

Erste Auseinandersetzungen in Köln Rodenkirchen

Zu ersten Auseinandersetzungen kam es anlässlich einer von Pro Köln geplanten «internationalen Pressekonferenz» im Kölner Stadtteil Rodenkirchen. Dort versuchten Gegendemonstranten, die Veranstaltung gewaltsam zu verhindern. Zwei Vertreter der Bürgerbewegung wurden von den Demonstranten gejagt und mussten bei der Polizei Schutz suchen. Ein von Pro Köln für eine Pressekonferenz gechartertes Rheinschiff wurde mit faustgroßen Steinen beworfen.

Das Fahrgastschiff "Moby Dick" mit zahlreichen führenden Teilnehmern des Kongresses an Bord musste nach seiner übereilten Abfahrt bis zum Nachmittag auf dem Rhein Schutz suchen. Erst als die Polizei ausreichende Sicherheitsvorkehrungen getroffen hatte, konnten die Passagiere von Bord gehen. .

Geplante Bustour durch Multikulti-Viertel untersagt

Eine für den Nachmittag geplante Bustour der Teilnehmer durch die multikulturellen Viertel Kölns war zu diesem Zeitpunkt allerdings von der Kölner Polizei bereits verboten worden. Polizei-Einsatzleiter Michael Temme sagte, die Bustour sei eine "nicht hinzunehmende Provokation" bestimmter Bevölkerungsgruppen, deshalb müsse mit Unruhen und Gewalttätigkeiten gerechnet werden. Pro Köln selbst sprach in einer Presseerklärung von infamen Angriffen auf Kongressteilnehmer.

Acht Festnahmen von Gegendemonstranten

Die Angriffe der "Antifaschisten" am Bezirksrathaus Rodenkirchen hätten deutlich gemacht, von welcher Seite die Gewalt ausgehe. Die Polizei nahm wegen der Zwischenfälle nach eigenen Angaben mindestens acht Gegendemonstranten vorläufig fest. Ein Strafverfahren wegen Körperverletzung wurde eingeleitet. Polizeieinsatzleiter Temme warf allerdings Pro Köln vor, durch Taktieren und bewusste Falschmeldungen die Sicherheitsbemühungen der Behörden zu gefährden.

3.000 Polizisten im Einsatz

Die vor allem mit ihrem Widerstand gegen den Bau einer repräsentativen Moschee in der Domstadt bekanntgewordene Bürgerbewegung Pro Köln hatte zu dem Treffen Rechtspopulisten und Rechtsextremisten aus Deutschland, Frankreich, Österreich, Belgien und Italien eingeladen.

Höhepunkt des Kongresses soll eine öffentliche Großkundgebung unter dem Motto "Nein zur Islamisierung" am Samstag auf dem Kölner Heumarkt sein, zu der 1.500 Teilnehmer erwartet werden. Allerdings rechnet die Polizei auch mit mehreren Zehntausend Gegendemonstranten. Mit einem Großaufgebot von rund 3.000 Polizisten will die Polizei gewaltsame Auseinandersetzungen nach Möglichkeit verhindern.

Katholiken kritisieren Pro Köln

Unterdessen wurden die öffentlichen Proteste gegen den Kongress immer vehementer. Die Ausländerbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer CDU), betonte: "In unserem Land ist kein Platz für Rechtsradikale und Gruppierungen, denen es unter dem Deckmäntelchen einer Bürgerbewegung nur darum geht, Minderheiten zu diskriminieren." Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) warf Pro Köln vor, die Organisation sabotiere in unverantwortlicher Weise die Bemühungen um ein friedliches Miteinander unterschiedlicher Nationalitäten und Religionen in Deutschland

(AP, N24)

19.09.2008 18:50 Uhr

N24 in den Sozialen Netzwerken:

N24 auf Facebook N24 auf Twitter N24 auf Google+
SchließenSchließen Artikel versenden

Name des Absenders*:

E-Mail-Adresse des Empfängers*:


Ihre Mitteilung an den Empfänger:

Es gelten unsere Allgemeinen Nutzungsbedingungen

Sie befinden sich in: Nachrichten » Politik