Fußball: Gewalt
Polizei beklagt Zunahme von Randalen
Gewalt und Fußball - ein trauriges Kapitel. Einsätze wegen Randalierern nehmen laut Polizeigewerkschaft immer mehr zu. Gerade die neue Dritte Liga führt zu einer schier unerträglichen Mehrbelastung.
Die eskalierende Gewalt rund um den Fußball stellt die deutsche Polizei vor massive Probleme. Die neue eingleisige dritte Liga und die mit Traditionsteams gespickten Regionalligen haben die Zahl der Einsätze noch weiter bis an die Belastungsgrenze erhöht, wie die Gewerkschaft der Polizei (GdP) beklagte. Auch die Gewaltbereitschaft der Randalierer habe stark zugenommen, sagte Jörg Radek, zuständiges Vorstandsmitglied für die Bereitschaftspolizei.
Selbst bekennende Fußball-Fans stöhnen
Zur Lösung der Probleme forderte Radek einen Fußball-Gipfel zusammen mit dem Deutschen Fußballbund, der Bahn und der Koordinierungsstelle Fan-Projekte. "Wir wollen, dass unsere Kolleginnen und Kollegen weniger Einsätze haben und unversehrt nach Hause kommen", sagte Radek.
Bei vielen Paarungen müsse die Polizei inzwischen mit brachialen Ausschreitungen rivalisierender Randalierer rechnen. "Greifen die Kolleginnen und Kollegen dann durch, wenden sich in der Regel beide Gruppen gegen die Polizei", klagte er. Viele Beamte seien zwar bekennende Fußball-Anhänger, doch was zuviel sei, sei zuviel, erklärte Radek. "Wenn Fußballer sogenannte englische Wochen haben, dann haben wir englische Jahre."
Englische Wochen werden zu Englischen Jahren
GdP-Bundesvorsitzender Konrad Freiberg ergänzte, an ein geregeltes Wochenende sei während der Fußballsaison schon gar nicht mehr zu denken. Zwar hätten die Einsatzkräfte gehofft, dass nach den zahlreichen Großereignissen der vergangenen Jahre die Einsätze weniger würden, doch seien im Jahr 2007 allein 31 länderübergreifende Fußballeinsätze gefahren worden. Das sei WM-2006-Niveau. Der ein oder andere Kollege frage sich, ob er den Einsatzanzug überhaupt noch ausziehen solle, sagte Freiberg.
Forderungen nach einer Bezahlung der Polizeieinsätze durch die Vereine erteilte Freiberg eine Absage. Dies sei rechtsstaatlich kaum durchsetzbar. Er stellte die Frage, welchem Verein denn die Polizei-Rechnung zugeschickt werden solle, wenn Einsatzkräfte zu einer Prügelei rivalisierender Fußball-Hooligans fernab des Stadion-Spielgeschehens zu einem Bahnhof oder einem Autobahnparkplatz ausrücken mussten.
(AP, N24)
23.09.2008 11:13 Uhr










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