Sie befinden sich in: Nachrichten » Politik

 

Post von Barack

Obama setzt auf virtuelle Massenbewegung

Das World Wide Web verändert die Politik in den USA. Vor allem in der heißen Wahlkampfschlussphase ist eine massive Internetpräsenz ein entscheidender Machtfaktor.

Sie benötigen einen Flashplayer, mindestens in Version 8 sowie aktiviertes JavaScript.

Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:

Präsidentschaftskandidat Barack Obama hat vor allem bei jungen Wählern gute Karten.
Theorore Roosevelt: 1901 bis 1909, Republikaner
William Howard Taft: 1909 bis 1913, Republikaner
Woodrow Wilson: 1913 bis 1921, Demokrat
Warren Gamaliel Harding: 1921 bis 1923, Republikaner
John Calvin Coolidge: 1923 bis 1929, Republikaner
Herbert Clark Hoover: 1929 bis 1933
Franklin Delano Roosevelt: 1933 bis 1945, Demokrat
Harry S. Truman: 1945 bis 1953, Demokrat
Dwight David Eisenhower: 1953 bis 1961, Republikaner
John Fitzgerald Kennedy: 1961 bis 1963, Demokrat
Lyndon Baines Johnson: 1963 bis 1969, Demokrat
Richard Milhous Nixon: 1969 bis 1974, Republikaner
Gerald Ford: 1974 bis 1977, Republikaner
Jimmy Carter: 1977 bis 1981, Demokrat
Ronald Wilson Reagan: 1981 bis 1989, Republikaner
George Herbert Walker Bush: 1989 bis 1993, Republikaner
Bill Clinton: 1993 bis 2001, Demokrat
Georg Walker Bush: 2001 bis vorraussichtlich 20. Januar 2009
Vom Action-Held zum Gouverneur: Wir alle kennen Arnold Schwarzenegger in seinen großen Paraderollen. Als "Terminator" bezwang er seine Gegner mit der Panzerfaust…
… in "Conan, der Barbar“ löste er die Probleme mit dem Schwert.
Doch seit dem 17. November 2003 hat es der ehemalige "Mister Universum" als Gouverneur von Kalifornien mit politischen Gegnern zu tun und muss seinen Haushalt verteidigen. Ansonsten schlägt sein politisches Herz vor allem für die Umweltpolitik.
"Arnie for President"? Daraus wird wohl leider nichts, denn als eingebürgerter Ausländer darf der gebürtige Österreicher nicht für das US-Präsidentenamt kandidieren.
Vom Tatort ins Schloss Bellevue? Der Ex-Film-Kommissar Peter Sodann steigt jetzt für die Linkspartei in das Rennen um das Bundespräsidentenamt ein.
So ganz kann er seine alte Rolle als Hauptkommissar Ehrlicher aber nicht ablegen. Als erste Amtshandlung würde er Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann verhaften lassen.
Von der Turnhalle in den Bundestag: Eberhard Gienger hat viele sportliche Erfolge vorzuweisen: Bronzemedaillen-Gewinner bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal, 1974 Weltmeister am Reck, 36-facher Deutscher Meister im Turnen und und und.
2001 trat Gienger in die CDU ein und gehört seitdem dem Vorstand des CDU-Kreisverbandes Ludwigsburg an. Seit 2002 ist Gienger Mitglied des Deutschen Bundestages.
Vom Boxring nach Kiew und wieder zurück: Wenn der neue alte Box-Weltmeister Vitali Klitschko nicht die Fäuste schwingt, engagiert er sich als Politiker in der Ukraine. Im politischen Ring fehlen aber noch die Erfolge.
Am 26. März 2006 trat Klitschko erstmals bei der Wahl zum Bürgermeister der Stadt Kiew an und verlor. Bei den vorgezogenen Neuwahlen zum Bürgermeisteramt im März 2008 musste er wieder eine Niederlage einstecken.
Vom Fußball-Manager zum UN-Sonderberater: Von 1981 bis 1999 war Willi Lemke Manager bei Werder Bremen und prägte gemeinsam mit Otto Rehhagel die "Goldenen" 1980er und 1990er.
1999 wechselte Willi Lemke vom Weser-Stadion in den Bremer Senat und startete seine politische Karriere. Nach seinen Stationen als Bremer Bildungs- und Innensenator ist Willi Lemke 2008 zum UN-Sonderbeauftragten für Sport ernannt worden.
Vom Fußball-Star zum Sportminister: Pele wurde dreimal Weltmeister mit der brasilianischen Fußball-Nationalmannschaft. In 93 Länderspielen schoss er 97 Tore. Da liegt es doch auch nahe, dass er von 1994 bis 1998 Sportminister in Brasilien war.
Vom B-Movie-Schauspieler zum US-Präsidenten: Ronald Reagan spielte in Hollywood den Held vieler Kinofilme der B-Garnitur. 1966 kandidierte Reagan trotz geringer Chancen für das Amt des Gouverneurs von Kalifornien - und gewann.
1980 verdrängte Ronald Reagan Jimmy Carter aus dem Weißen Haus und blieb bis 1988 US-Präsident.
Von "Dirty Harry" zum Bürgermeister: Der Westernheld Clint Eastwood brachte es 1996 zum Bürgermeister des kalifornischen Küstenstädtchens Carmel. Sein Wahlkampf lockte damals tausende Fans und Journalisten in den Ort.
Trotz des großen Rummels wurde Clint Eastwood bescheinigt, dass er seinen Posten zwei Jahre lang gewissenhaft ausgefüllt habe.
Vom Rock-Star zum Umweltminister: Nach einer erfolgreichen Karriere als Sänger der australischen Rockband "Midnight Oil" hing Peter Garret das Mikro an den Nagel. 2007 wechselte er in das Amt des australischen Ministers für Umwelt, Kulturerbe und Kunst.
Vom Popsänger zum Bürgermeister: Nach der "Sonny & Cher"-Ära zog es Sonny Bono in die Politik. Erst war er Bürgermeister von Palm Springs, dann wechselte er 1998 ins US-Repräsentantenhaus. Mal schauen, welcher Promi diesen Beispielen noch so folgt.
Sarah Palin wurde am 11. Februar 1964 in der Kleinstadt Sandpoint (US-Bundesstaat Idaho) als Sarah Louise Heath geboren. Im Präsidentschaftswahlkampf 2008 bewirbt sie sich an der Seite von John McCain um den Posten der Vizepräsidentin.
1964 zog Palins Familie in die frühere Goldgräberstadt Skagway in Alaska. Ihre Eltern arbeiteten in der Schule des kleinen Ortes.
Später ging sie in der Kleinstadt Wasilla zur Highschool. Dort spielte sie in der Basketballmannschaft und wurde wegen ihres aggressiven Spiels auch "Sarah Barracuda" genannt.
1984 wurde Palin auf einem Schönheitswettbewerb zur Miss Wasilla gewählt. Bei der Wahl zur Miss Alaska belegte sie den zweiten Platz.
1987 schloss Palin ihr Studium an der University of Idaho mit dem Bachelor in Journalistik ab und ging nach Alaska zurück. Dort heiratete sie ihren Highschool-Freund Todd Palin.
Das Paar bekam bis heute fünf Kinder, Track, Bristol, Willow, Piper und Trig. Trig wurde im Frühjahr 2008 mit dem Down-Syndrom geboren.
Palin gilt als bodenständig und heimatverbunden. Schon während ihrer Kindheit ging die Waffenbefürworterin mit ihrer Familie auf die Jagd oder zum Eisangeln.
Ihren Hobbys ist sie bis heute treu geblieben, dazu gehört auch das Fahren mit dem Snowmobil.
Seit 1982 ist Palin Mitglied der Republikanischen Partei. Ihre politische Karriere begann jedoch erst 1992 mit dem Einzug in den Stadtrat des 7.000-Einwohner-Städtchens Wasilla. 1996 wurde sie dort zur Bürgermeisterin gewählt.
2002 bewarb sich Palin erfolglos um den Posten des Gouverneurs von Alaska. 2006 konnte sie sich schließlich gegen ihre Konkurrenten aus der Partei und von den Demokraten durchsetzen.
Palin wurde die erste weibliche Gouverneurin Alaskas.
Als Gouverneurin führte sie unter anderem Reformen im Sozial- und Bildungswesen durch, verbesserte die Infrastruktur und unterstützte die für Alaska so wichtige Ölindustrie.
Palin setzt sich für die Erforschung des Klimawandels ein, ist aber davon überzeugt, dass dieser nicht durch den Menschen herbeigeführt wurde.
Palin gilt als äußerst konservative Republikanerin. Sie ist strikt gegen Abtreibungen und gegen Homo-Ehen. Sie tritt für das Recht auf Waffenbesitz und für die Todesstrafe ein.
Sexuelle Aufklärung im Unterricht ist für Palin ein rotes Tuch. Jugendliche sollten ihrer Meinung nach keine sexuellen Erfahrungen sammeln.
Anfang September 2008 wurde bekannt, dass ihre 17-jährige Tochter Bristol (r) ein Kind von ihrem Freund Levi Johnston (l) erwartet. Die Nachricht sorgte auf dem Nominierungsparteitag der Republikaner für Wirbel.
Im November stellt sich Sarah Palin an der Seite von John McCain zur Wahl als Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten.

Kaum ein Tag vergeht ohne Post von Barack. Seinen Familiennamen Obama lässt der US-Präsidentschaftskandidat in den Massen-E-Mails an Millionen Anhänger weg, seine Amtsbezeichnung als Senator sowieso. Es geht betont familiär zu in der virtuellen Massenbewegung, als deren Anführer sich der 47-jährige Senator aus Illinois etabliert hat.

Obamas Internetpräsenz ist ein echter Machtfaktor: "Der eigentliche Kern von Obamas Story ist, dass er das Internet als umfassende Wahlkampfstrategie einsetzt", sagt Michael Malbin vom Campaign Finance Institute in Washington: "Er wirbt nicht nur Wahlkampfspenden an, sondern organisiert eine Freiwilligen-Bewegung. "Millionen machen mit und dürften dauerhaft die Art ändern, wie in den USA Wahlkampf betrieben wird."

Obamas massenhaft verschickte Mails sind nur der sichtbarste Teil seines Netz-Imperiums. Gestützt auf ein Heer von Kleinspendern im Internet nahm Obama bislang an die 600 Millionen Dollar Spendengeld ein. Mehr als 2,7 Millionen Anhänger haben sich auf seinen Seiten auf den populären Netzwerk-Plattformen MySpace und Facebook registriert. Dort organisiert sich seine Basis, die vor Ort die Kärrnerarbeit machen: Über interaktive Formate lassen sich Einladungen zu Obama-Partys in Privathäusern ebenso finden wie die Adressen von Nachbarn, die vielleicht zur Stimmabgabe für ihn überredet werden können.

Verringerte Distanz zwischen Wählern und Politikern

Obamas Netz-Basis ist vier Mal größer als die seines republikanischen Rivalen John McCain.

"Wenn Barack Obama die Präsidentschaft gewinnt, wird das zu keinem kleinen Teil daran liegen, dass er das Medium besser verstanden hat als seine Gegner", urteilt der Internet-Journalist Marc Ambinder vom Magazin "The Atlantic". Mit seiner E-Mail-Liste, die die Namen von Millionen Wählern umfasst, verringert Obama die Distanz zwischen Wählern und Politikern: Er spricht direkt mit der Basis und umgeht dabei kurzerhand die klassischen Medien wie Presse und Fernsehen. Obamas Netzwerke sind die wahlkampftechnische Entsprechung seiner Parole vom grundlegenden politischen Wandel: Mit seiner gut organisierten Netz-Basis stünde einem Präsidenten Obama auch ein Gegengewicht zur eingefahrenen Parteipolitik in Washington zur Verfügung.

"Die Obama-Kampagne war sehr effizient dabei, zu experimentieren und die neuen Web-Technologien einzusetzen", sagt Julie Germany, Professorin an der George Washington University: "Sie haben das Internet gezielt genutzt, um Informationen über Leute zu sammeln." Die Datenbasis der Obama-Kampagne erfasst etwa, wer mit wem befreundet ist und wer sich für welche Themen interessiert. Mit diesen Informationen kann das Obama-Team sein Heer von Zehntausenden Freiwilligen steuern, die dann gezielt Kontakt zu einzelnen Wählern aufnehmen. "Das ist es, was an seiner Kampagne wirklich neu ist", sagt Internet-Experte Malbin.

Obamas Ziel: Junge Wähler zu mobilisieren

Obamas Kampagne verfolgt das erklärte Ziel, politikferne Wähler wie etwa junge Leute in großer Zahl zu aktivieren und so die Mehrheit der Stimmen gegen McCain zu holen. Sollte die netzgestützte Basisbewegung den Kandidaten am 4. November tatsächlich ins Weiße Haus tragen, könnte sich das politische Alltagsgeschäft im Weißen Haus ändern. Obama müsste möglicherweise weniger auf Lobbyisten und andere Spender achten, die eigentlich die Schmiere im US-Wahlkampfgetriebe sind. Seine Plattformen im Internet könnten ein Instrument sein, bei Unstimmigkeiten politischen Druck auf den Kongress auszuüben.

In der jüngeren US-Geschichte waren erfolgreiche Präsidenten immer auch mit einer eigenen neuen Kommunikationsstrategie verbunden: Franklin D. Roosevelt etwa wandte sich in seinen regelmäßigen "Kamingesprächen" direkt an die Bürger. Und Ex-Schauspieler Ronald Reagan nutzte die Möglichkeiten des Fernsehens aus wie niemand vor ihm.

(Peter Wütherich, AFP, N24)

20.10.2008 14:50 Uhr

SchließenSchließen Artikel versenden

Name des Absenders*:

E-Mail-Adresse des Empfängers*:


Ihre Mitteilung an den Empfänger:

Es gelten unsere Allgemeinen Nutzungsbedingungen

Sie befinden sich in: Nachrichten » Politik