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Gläserner Fluggast

Nackt-Scanner bald in Europa?

Mit einem 3-D-Scanner kann der Fluggast "ohne Kleidung, inklusive der Genitalien" durchleuchtet werden. Trotz Protesten will die EU-Kommission den sogenannten Nackt-Scanner in Europa zulassen.

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Herkömmliche Sicherheitskontrollen am Flughafen sollen um umstrittene Ganzkörper-Scanner erweitert werden.
Anstehen für den Abflug: Wer vom Flughafen Atlanta abfliegt, sollte nicht menschenscheu sein - mit 89 Millionen Passagieren im Jahr 2007 ist der Flughafen der derzeit größte der Welt.
Auch auf Platz 2 liegt ein US-amerikanischer Flughafen: Im Gewusel auf dem Chicago O'Hare Airport suchen jährlich gut 76 Millionen Passagiere das richtige Terminal.
Berühmt-berüchtigt: London-Heathrow ist mit 68 Millionen Reisenden pro Jahr der größte Flughafen Europas.
Big in Japan: Der Flughafen Tokio-Haneda ist mit über 66 Millionen Passagieren der viertgrößte der Welt.
Auf Platz 5 folgt der Flughafen von Los Angeles. Unter den jährlich 61 Millionen Fluggästen finden sich natürlich auch viele Hollywood-Stars.
Sieht übersichtlich aus, ist es aber nicht: Auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle verlaufen sich jährlich fast 60 Millionen Passagiere.
Der Flughafen Dallas/Fort Worth liegt mit über 59 Millionen Fluggästen im Weltvergleich auf Platz 7.
Der Frankfurter Flughafen ist mit über 54 Millionen Passagieren der achtgrößte der Welt. Im Fracht-Ranking liegt Frankfurt mit jährlich fast 2,2 Millionen Tonnen auf Platz 9.
Ruhe vor dem Sturm: Der Flughafen von Peking wird zu Olympia sicherlich berstend voll sein. Auch sonst geht es hier wenig beschaulich zu, 2007 flogen hier fast 54 Millionen Reisende ab.
Der zehntgrößte Flughafen Europas liegt in Spanien: Madrid-Barahjas zählte im vergangenen Jahr über 52 Millionen Passagiere.
Video: Handy-Telefonate - Im Flugzeug bald möglich
Video: Flughafen Heathrow - Warten im Chaos-Terminal

Die EU-Kommission will den Einsatz von Ganzkörper-Scannern an Flughäfen zulassen, die selbst die Unterwäsche durchleuchten. Man habe beschlossen, die umstrittenen Geräte auf die Liste der an Flughäfen erlaubten Sicherheitsvorkehrungen zu setzen, verlautete am Dienstag aus Kommissionskreisen in Brüssel. Aus dem EU-Parlament kam scharfer Protest gegen eine europaweite Zulassung der Scanner, die in Amsterdam, Zürich und London bereits im Einsatz sind.

Schwerer eingriff in die Privatsphäre

"Im Falle der sogenannten Nacktscanner muss dringend geprüft werden, ob der Sicherheitsgewinn einen solch schweren Eingriff in die Privatsphäre wirklich rechtfertigt", erklärte der SPD-Europaabgeordnete Wolfgang Kreissl-Dörfler. "Die Körper- oder Nacktscanner erstellen mit Hilfe elektromagnetischer Strahlen ein 3-D-Bild, auf dem der Fluggast ohne Kleidung erscheint, inklusive der Genitalien." Zudem seien gesundheitliche Schäden für Vielflieger nicht auszuschließen.

Die Grünen-Europaabgeordnete Eva Lichtenberger erklärte, die Scanner seien ein Angriff auf die persönliche Würde jedes einzelnen Passagiers. "Die entwürdigenden Kommentare jener, die sich diese Bilder betrachten werden, kann ich mir leider schon jetzt gut vorstellen", warnte Lichtenberger. Kritik übten die Abgeordneten auch daran, dass die EU-Kommission die Zulassung der Ganzkörper-Scanner als rein technische Angelegenheit behandele und sie ohne Zustimmung des Parlaments durchsetzen wolle.

Scanner sollen nicht-metallische Waffen aufspüren

Die Ganzkörper-Scanner sollen dazu dienen, am Körper versteckte Waffen wie etwa Keramikmesser aufzuspüren. Diese werden von den gängigen Metalldetektoren nicht erkannt. In der EU-Kommission wurde darauf verwiesen, dass man den Flughäfen den Einsatz der Ganzkörper-Scanner keineswegs vorschreiben wolle. Man wolle den einzelnen EU-Staaten aber die Möglichkeit dafür offenhalten.

(AP, N24)

21.10.2008 17:40 Uhr

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