Nach Präsidentenwahl

Neue Hoffnung für Einheit Zyperns

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Der zyprische Präsident Dimitris Christofias nach der Bekanntgabe seines Wahlerfolges.

Auf Zypern keimt neue Hoffnung auf eine Wiedervereinigung der seit 1974 geteilten Mittelmeerinsel. Der frisch gewählte zyprische Präsident Dimitris Christofias (61) will die seit vier Jahren stagnierenden Gespräche zur Überwindung der Teilung wieder in Gang bringen.

Erstes Ziel seiner Regierung sei es, die Insel wiederzuvereinigen, sagte der Reformkommunist. Er kündigte ein baldiges Treffen mit Türkenführer Mehmet Ali Talat an. Dies könne allen Anzeichen nach schon Anfang kommenden Monats stattfinden, sagte Christofias. Talat deutete die Möglichkeit einer Lösung bis Ende des Jahres an.

Ablösung des Hardliners Papadopoulos

Christofias hatte am Sonntag bei einer Stichwahl mit 53,4 Prozent der Stimmen über den konservativen ehemaligen Außenminister Ioannis Kassoulidis (46,6) gesiegt. Christofias ist Nachfolger des als Hardliner geltenden Präsidenten Tassos Papadopoulos. Papadopoulos war bei der ersten Runde der Präsidentenwahlen vor einer Woche nur auf Platz drei gelandet und schied aus. Während seiner Amtszeit kamen die Gespräche zur Überwindung der Teilung Zyperns ins Stocken.

Hoffnung auf baldige Lösung

Talat bezeichnete die Wahl des Reformers Christofias als bedeutend und hoffnungsvoll. Ich glaube, es wäre keine Überraschung, wenn wir das Problem bis Ende 2008 gelöst haben, sagte Talat und äusserte die Hoffnung, dass auf Zypern eine neue Ära begonnen hat. Die Gespräche sollten sobald wie möglich beginnen.

Sollte Christofias eine politische Gleichstellung der türkischen Zyprer bei der Machtausübung akzeptieren, werde es keine Probleme geben, hieß es. In einem anderen Interview äusserte Talat aber auch Zweifel, inwieweit sich Christofias dem Einfluss der Parteien werde entziehen können, die ihn in der Stichwahl unterstützt hatten.

Ermutigung durch die EU

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso gratulierte Christofias. Ihre Wahl bietet die Gelegenheit, den lange dauernden Stillstand in der Zypernfrage zu überwinden, schrieb er in einem Gratulationsschreiben. Ich möchte Sie sehr stark ermutigen, diese Chance ohne Verzögerung zu ergreifen und unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen mit dem Führer der türkischen Zyprer Gespräche über eine umfassende Lösung aufzunehmen, schrieb Barroso. Die EU werde solche Bemühungen unterstützen.

Erster kommunistischer Präsident

Der UN-Sonderbeauftragte für Zypern, Michael Moller, begrüßte den Vorstoß von Christofias, die seit Jahren stagnierenden Gespräche wieder in Gang zu bringen. Er freue sich auf ein baldiges Treffen mit den Parteien und stehe ihnen als Vermittler zur Verfügung, hieß es in einer Erklärung. In der 48-jährigen Geschichte der Republik Zypern ist Christofias der erste Staatspräsident mit kommunistischen Wurzeln.

Der Konflikt auf der seit 1974 in einen griechischen Süden und einen türkischen Norden geteilten Insel überschattet unter anderem die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei. Ankara weigert sich, ein Zollabkommen mit der EU auch auf Zypern auszudehnen. Vor knapp vier Jahren war ein UN-Plan zur Wiedervereinigung der Mittelmeerinsel an der Ablehnung der griechischen Zyprer gescheitert.

(dpa, N24)

25.02.2008 20:59 Uhr

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