Ein knackiger Körper und ein dickes Konto sind längst nicht mehr genug. Der Mann von heute hat es nicht leicht - zumindest, wenn er nicht alleine bleiben möchte.
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George Clooneys Charme, den Körper von Brad Pitt, den Kontostand von Bill Gates, stets das Richtige tun und dabei sich selbst treubleiben: Die Erwartungen an den modernen Mann sind hoch, oder nicht? Zumindest die Ehemänner machen ganz offensichtlich nicht alles richtig: Laut dem Statistischen Bundesamt gab es im Jahr 2007 ungefähr 369.000 Eheschließungen in Deutschland, im gleichen Jahr wurden rund 187.000 Ehen geschieden.
Klar, dass nicht nur die Herren schuld an der Misere sind. Ein bisschen bessern könnten sie sich aber schon, findet die in Hamburg lebende - und nach eigenen Angaben glücklich verheiratete - Journalistin Doris Burger. Eigene Erfahrungen ("Ich habe einen guten Ehemann") und die Ergebnisse aus einer Umfrage unter 50 Frauen hat Burger in "Das Handbuch für den guten Ehemann" einfließen lassen.
Nicht nur der Titel klingt wie eine Persiflage auf entsprechende, in den 50er Jahren herausgegebene Ratgeber für die Ehefrau: "Verlassen sie niemals das Haus, ohne sich liebevoll zu verabschieden", oder "Kommen sie aufmerksam und aufnahmebereit nach Hause" sind einige der im Buch enthaltenen Ratschläge. "Da ist natürlich auch Ironie im Spiel", versichert Burger. Den einen oder anderen Denkanstoß soll das Buch Männern aber dennoch geben.
Die eigene Frau ansprechen? Das erfordert Mut
So müssen sich Männer von Frauen immer wieder vorwerfen lassen, dass sie einerseits zu wenig mit ihnen reden und ihnen andererseits schlecht zuhören. Diesem Problem gönnt Burger ein ganzes Kapitel: "Frauen sind besser als Volleybälle", schreibt sie und spielt damit auf den Film "Cast Away - verschollen" an, in dem der nach einem Flugzeugabsturz auf einer einsamen Insel gestrandete Chuck Noland alias Tom Hanks einem Ball ein Gesicht malt und sich fortan mit ihm unterhält. "Trauen sie sich stattdessen, ihre Frau anzusprechen." Viele Frauen quälen sich laut Burger mit dem Gedanken, was ihren Mann bewegt.
Dass Männer allgemein keine guten Zuhörer sein sollen, mag die Benimm-Trainerin und Etikette-Expertin Elisabeth Bonneau aus Freiburg aber nicht unterschreiben. "Vielleicht liegt es auch daran, dass Frauen zu viel reden." Und dann schaltet mancher Mann eben auf Durchzug. Grundsätzlich würden sich viele Frauen jedoch über mehr Aufmerksamkeit seitens ihres Partners freuen, sind sich die Expertinnen einig. Was nicht gut ankommt: andere Damen im Beisein der Gattin höflicher und aufmerksamer zu behandeln, als man es bei der eigenen Frau tut.
Es ist wichtig, dauerhaft aufmerksam zu bleiben. Letztlich komme es doch auf den Alltag an, so Bonneau - und nicht auf die ersten Monate des frisch Verliebtseins. Doch der Alltag ist eben bei vielen Paaren das Problem. "Das wird durch das Zusammenziehen und ganz besonders dann verschärft, wenn ein Baby kommt", sagt Doris Burger. Die Gefahr ist dann groß, dass Männer ihre Frauen lediglich noch als Inventar wahrnehmen. Männern, die ihrer Partnerin gegenüber grundsätzlich aufmerksam bleiben, die auch von sich aus Veränderungen an ihr bemerken, denen erschließe sich vieles von selbst.
So etwas wie zehn goldene Regeln für den guten Ehemann gibt es ohnehin nicht. Es komme ja darauf an, was die jeweilige Partnerin duldet oder möchte, so Bonneau. Genau das zu erkennen, stellt Männer jedoch oft vor Probleme: "Viele Männer sind verunsichert." Sie schwanken zwischen tradierten und modernen Rollenbildern. Sollen sie zum Beispiel die Restaurantrechnung nach alter Schule übernehmen, oder stoßen sie der emanzipierten Frau damit vor den Kopf?
Männer rücken als Väter in den Vordergrund
"Das Hauptproblem, mit dem Paare heute zu kämpfen haben, ist es, Beruf und Familie zu vereinbaren", erklärt Kai-Olaf Maiwald vom Institut für Sozialforschung, Paar- und Familiensoziologe in Frankfurt. Lange lagen Kindererziehung und Haushalt ganz selbstverständlichen in den Händen der Frau. Der Mann als Alleinverdiener hatte vor allem die Rolle des Ernährers inne. "Männer rücken nun auch als Väter stärker in den Vordergrund", sagt Maiwald.
Auch bei der Hausarbeit müssen Männer zunehmend mit anpacken - das jedenfalls wird von den Frauen erwartet. Gleichzeitig müssen Männer ihre familiären Interessen gegenüber dem Beruf abgrenzen, sprich dort etwas kürzertreten. Dass das nicht in allen Familien so läuft, ist klar. Oft verdienen Männer zum Beispiel mehr Geld, so dass die Frau aus ganz pragmatischen Gründen ihren Schwerpunkt stärker auf die Familie legt. Wichtig ist dabei allerdings, dass dies nicht einfach nur ein Effekt ist, sondern das Ergebnis einer gemeinsamen Entscheidung.
Die Arbeitsbelastung muss als gemeinsames Projekt angegangen werden - die Aufteilung besprechen die Partner miteinander. Raus kommen kann dabei die klassische Rollenverteilung - er geht in die Firma, sie kümmert sich um Haushalt und Familie. Aber auch das umgekehrte Modell ist als Lösung denkbar, ebenso eine paritätische Aufteilung. Das Dilemma: Studien zeigen Maiwald zufolge, dass ein Großteil der Männer sich immer noch in der Rolle des Ernährers sieht.