Immer locker bleiben
Wer lacht, lebt gesünder
Heute schon gelacht? Das ist gut, denn Lacher leben gesünder. So eine lustige Minute lockert viele Muskeln und entspannt damit den Körper.
Lacher leben gesünder, denn Lachen macht locker: Der Herzschlag beschleunigt sich zwar zunächst, verlangsamt sich dann aber deutlich, so dass der Blutdruck sinkt. "Die Skelettmuskulatur entspannt sich, insgesamt kommt es zu einer besseren Durchblutung der Muskulatur", sagt der Psychologe Michael Titze, Gründungsvorsitzender des Vereins HumorCare Deutschland in Tuttlingen (Baden-Württemberg) und Gelotologe - also Lachforscher.
Lachen helfe außerdem, Stresshormone ab- und Glückshormone aufzubauen. Und es hilft, die Stoffe im Blut zu vermehren, die der Immunabwehr dienen - wie T-Lymphozyten und T-Helferzellen. Diese sind bedeutend für die Abwehr von Krebs und Herzkrankheiten. Auch die antikörperhaltigen Immunogloboline im Speichel nehmen zu, die den Keimbefall der Atmungsorgane hemmen. Und auch die Seele profitiert.
Positive Gefühle
"Beim Lachen wird unter anderem der Augenmuskel angespannt und aktiviert im Gehirn positive Gefühle", erklärt Titze. Lachen sei Ausdruck reiner Befreiung und vollkommener Spannungslösung. "Im Lachen steigen wir aus jeglicher Selbstkontrolle aus."
Der Therapeut plädiert daher dafür, im Alltag systematisch nach Auslösern für einen Lachreiz zu suchen, die den Lachreflex aktivieren: "Lachen erzeugt gute Laune, und aus einer guten Laune heraus kann ich wieder herzlicher und intensiver lachen, so dass noch mehr gute Laune entsteht." Heute falle das allerdings vielen Menschen schwer.
Lachen erfordert Mut
"Lachen erfordert ein Stück weit Mut", sagt auch Claudia Madelaine Zimmer vom Lachclub Leipzig. Die Erziehung trainiere zu einem gewissen Grad das Lustigsein ab - und die meisten hätten Angst, ihre Autorität dadurch zu verlieren, sich also lächerlich zu machen. Dabei lebt es sich mit Humor nicht nur gesünder, sondern auch Konflikte lassen sich ihrer Einschätzung nach besser lösen.
Da es aber allein oft schwer fällt, herzhaft zu lachen, schließen sich immer mehr Menschen rund um den Globus zu Lachclubs zusammen. "Wir treffen uns regelmäßig, um uns mit Yoga-Übungen zu stärken", erklärt Zimmer. Schallendes Gelächter sei dann bis auf die Straße zu hören. Nicht, weil die Übungen so lustig sind, sondern weil das Lachen selbst die Übung ist.
Kichern trainieren
Glucksen, Kichern, Wiehern - "man muss es nicht groß lernen, wir nehmen etwas, was wir eigentlich können", sagt Michaela Schäffner, Vorsitzende des Verbandes der deutschen Lach-Yoga-Therapeuten in München. Das Ziel sei, ohne Anlass oder innere Hürde zu lachen. Das erscheine zuerst künstlich.
Aber mit etwas Training gelinge es schnell, "vom gemeinsamen, absichtlichen Lachen in ein natürliches Lachen zu kommen." Und weil man beim Lachtraining schwerlich nachdenken kann, ist die Entspannung umso größer.
(Nina C. Zimmermann, dpa/N24)
03.11.2008 17:30 Uhr








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