Hoch die Tassen!

Millionen Liter Alkohol für Bundeswehr

Rund 990.000 Liter Bier sind im letzten Jahr an die Bundeswehr nach Afghanistan geliefert worden. Ersetzt der Alkohol die fehlende Freizeit? Das fragt sich FDP-Verteidigungsexpertin Elke Hoff.

Sie benötigen einen Flashplayer, mindestens in Version 8 sowie aktiviertes JavaScript.

Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:

Die Zahlen veröffentlichte das Verteidigungsministerium auf Anfrage der FDP.
Bier ist lecker und gesund. In Bayern zählt es sogar zu den Grundnahrungsmitteln. Der Gerstensaft scheint zudem nie aus der Mode zu kommen und das bereits seit tausenden Jahren.
4500 Jahre alt waren die Gebäude, die ein Archäologenteam der Universität Yale nahe Kairo ausgegraben hat. Es soll sich um eine Bäckerei und eine Brauerei handeln. Auf Steintafeln mit Hieroglyphen fanden die Forscher ein sumerisches "Bierbrau-Rezept".
Da die Kultur der Babylonier auf der der Sumerer aufbaute, ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch in diesem Volk Bier getrunken wurde. Doch die Babylonier entwickelten das Verfahren weiter und waren in der Lage 20 verschiedene Biersorten zu brauen.
Auch wenn die Überlieferungen der Sumerer die ältesten bekannten Hinweise auf die Brauereikunst sind, spricht vieles dafür, dass Bier nicht einen Erfinder hat, sondern in vielen Kulturen eigenständig entwickelt wurde - wie in Südostasien das Reisbier.
Für die Hochkultur der Griechen war Bier jedoch kein Getränk. Hippokrates beschreibt den "Gerstensud" als Heilmittel bei Fieber und Schlaflosigkeit.
Als Julius Caesar seine Truppen durch ganz Europa führte und Region um Region eroberte, war eine Menge Bier im Spiel. Der berühmte Feldherr hatte die Nahrhaftigkeit des Gerstensaftes erkannt und versorgte deshalb seine Truppen damit.
Auch bei den Mönchen im Mittelalter galt Bier als nahrhaft. Die Braukunst wurde deshalb gepflegt.
Insbesondere in der Fastenzeit war das Bier für die Mönche sehr wichtig, denn es galt der Leitsatz: Liquida non frangunt ieunum - Flüssiges bricht das Fasten nicht. Dadurch war der Genuss von Bier zu jeder Jahreszeit erlaubt.
Bald fingen die Mönche an, Bier zum Verkauf herzustellen. Gegen eine Gebühr konnten Mönche das Recht erwerben, Bier gewerblich zu vertreiben. Das Kloster Weihenstephan erhielt 1040 dieses Recht. Die Brauerei ist die älteste ihrer Art, die noch besteht.
Da sich Bier auch bei der Bevölkerung der wachsenden Städte großer Beliebtheit erfreute, entwickelte sich auch dort die Brauereikunst langsam und stetig zu einem eigenen Wirtschaftszweig.
Die Mönche brauten nicht nur nach den alten Rezepten, sondern beschäftigten sich auch mit der Verbesserung des Brauprozesses und der Rezeptur. In Brabanter Klöstern wurde dem Bier erstmalig Hopfen zugesetzt - für Würze und Haltbarkeit.
Durch den Hopfen kam auch das Reinheitsgebot: Um die dauerhafte Qualität zu sichern, erließ der bayrische Herzog Wilhelm IV. im Jahr 1516 ein Reinheitsgebot, dass nur die Verwendung von Gerste, Hopfen und reinem Wasser für das Brauen von Bier erlaubte.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden zwei Erfindungen gemacht, die das Bierbrauen grundlegend revolutionierten. Louis Pasteur entdeckte, dass das Abkochen von Flüssigkeiten deren Haltbarkeit erhöhte: "Pasteurisierung" - auch bei Milch ein Thema.
Durch die Erfindung einer Kältemaschine durch Carl von Linde 1873, die mit Hilfe von verdichtetem Gas künstlich niedrige Temperaturen erzeugte, konnten konstant niedrige Lagertemperaturen erreicht werden. Nicht nur für untergäriges Bier ein Segen.
Braukessel, Sudhaus, geheime Rezepturen ... Bierbrauen entwickelte sich immer mehr zur Wissenschaft: An der TU München bietet die Fakultät Brau- und Lebensmitteltechnologie mehrere Studiengänge samt Abschlüssen zum Brauwesen an.
In Deutschland hat das Bier einen eigenen "Feiertag" bekommen: Der 23. April, der Tag der Proklamation des Reinheitsgebotes, wurde zum "Tag des Deutschen Bieres".
Zu den gängigsten und bekannten Biersorten gehören unter anderem: Pils (l.), (Kölsch (m.), Altbier (r.), ...
... Starkbier oder Bock ...
... sowie Weizen ...
... oder Helles.
Helles, wie beim alljährlichen Oktoberfest.
Prost!
Frau oder Auto? Wenn beides aus Deutschland kommt, wird das Auto vorgezogen, wie eine Forsa-Umfrage ergab.
Hinter dem Auto rangiert unter dem Motto -Bestes aus Deutschland- das Bier. Prost!
Auf Rang drei der Umfrage liegt, Klinsi und Jogi sei Dank, der deutsche Fußball!
Gefolgt von deutscher Dichtkunst, repräsentiert von Herren wie Schiller und Goethe.
Die deutschen Frauen kommen auf Platz fünf der Rangliste. Müssen sich diesen allerdings teilen - mit der deutschen Wurst.
Endlich - die deutschen Frauen. Im Bild -Miss Germany 2008- Kim-Valerie Voigt (Mitte) neben Anna Lena Freynhagen (l) und Carina-Alexandra Nix (r).
Nur knapp von Deutschlands Frauen geschlagen: Der Gartenzwerg - übrigens erfunden im thüringischen Gräfenroda.
Jetzt schkägt's 13: Hinter den Gartenzwergen folgt in der Umfrage die Kuckucksuhr.
Erst dahinter rangiert das Oktoberfest. Die Trink- und Feierorgie lockt jedes Jahr Millionen Menschen an. Nähere Informationen findet man auf oktoberfest.de.
Das Schlusslicht in der Umfrage ist der Deutsche Aktien Index (DAX).

Im vergangenen Jahr sind mehr als eine Million Liter alkoholische Getränke in die Lager der Bundeswehr in Afghanistan gebracht worden - rund 990.000 Liter Bier und rund 69.000 Liter Wein und Sekt. Das berichtete die "Bild"-Zeitung (Mittwochausgabe) unter Berufung auf eine Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine Anfrage der FDP. Im ersten Halbjahr 2008 waren es bereits etwa 512.000 Liter Bier und rund 42.000 Liter Wein und Sekt.

Dem Bericht zufolge dürfen sich neben den derzeit rund 3.600 Soldaten der Bundeswehr auch Angehörige ausländischer Streitkräfte, die im gleichen Feldlager untergebracht sind, in den deutschen Verkaufsstellen versorgen. Die FDP-Verteidigungsexpertin Elke Hoff sagte der Zeitung: "Alkohol spielt offenbar in den Camps der Bundeswehr eine besorgniserregende Rolle." Hoff stellte die Frage: "Ersetzt Alkohol dort ein fehlendes Freizeitangebot? Was machen die Vorgesetzten?"

(AP, N24)

12.11.2008 09:40 Uhr

SchließenSchließen Artikel versenden

Name des Absenders*:

E-Mail-Adresse des Empfängers*:


Ihre Mitteilung an den Empfänger:

Es gelten unsere Allgemeinen Nutzungsbedingungen

Sie befinden sich in: Nachrichten » Panorama